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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

„Brecht 111“ löst das abc-Festival ab

Kulturreferent Peter Grab hat gestern – zusammen mit anderen Akteuren und Kuratoren – das Programm für ein neues Brecht-Festival vorgestellt. „Brecht 111“ fußt auf einem Drei-Säulen-Konzept aus Theater, Literatur und Jugendkultur.

„111“ steht für Bertolt Brechts 111. Geburtstag am 10. Februar 2009. Um Brechts Geburtstag herum wird das Festival auch stattfinden: Es startet am 9. Februar mit einem Vortrag von Prof. Dr. Helmut Koopmann, Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, und endet am 22. Februar mit der Oper „Der Silbersee“ von Kurt Weill und Georg Kaiser. „Brecht 111“ sei wegen der kurzen Vorbereitungszeit von wenigen Wochen ein Interimsprojekt, so Grab. Trotzdem sei es ein „tolles Programm“ geworden, das einen Vorgeschmack darauf biete, was man ab 2010 alles veranstalten wolle.

Intendantin Juliane Votteler stellte dem Beitrag des Theaters zum Festival vor, der u.a. aus „Der Silbersee“, dem Drama „Trommeln in der Nacht“ und dem Symposium „Glotzt nicht so romantisch!“ besteht. Im Symposium werden zwei Tage lang Regisseure, Wissenschaftler und Journalisten über die Situation des Theaters in den 20er Jahren und seine Entwicklung in der Weimarer Republik Stellung beziehen und diskutieren.

Regine Lutz

Regine Lutz


Für die Organisation der Brecht-Nacht unter dem Motto „Das Sichere ist nicht sicher“ konnte der Redakteur, Regisseur und Autor Dr. Joachim Lang gewonnen werden. Für die Brecht-Nacht zeigen Schauspieler, Musiker, Sänger, Schriftsteller und Zeitgenossen Brechts Werk in seinen aktuellen Bezügen, z.B. zur heutigen Finanzmarktkrise, so Lang. Neben der ersten Garde der Brechtinterpreten wie Regine Lutz, Käthe Reichel, Hanna Schygulla, Gisela May werden auch Meret Becker, die Kessler-Zwillinge und der Boxer Sven Ottke – Brecht war Boxfan – auftreten.

Lydia Daher

Lydia Daher


Das Modul Jugendkultur wurde vom Popkulturbeauftragten Richard Goerlich und der Künstlerin Lydia Daher vorgestellt. Unter dem Namen B-SIDES, in Anspielung auf die B-Seiten alter Vinylplatten und der oft darauf gepressten „Perlen“, wird Brecht in wenig vordergründigen Nuancen präsentiert, interpretiert und angedeutet, kommentiert und auch mal einfach nur gesungen und gefeiert werden. Dafür sollen Künstler aus ganz Europa auf den Bühnen zu Gast sein. Aber auch die Augsburger Popkulturszene wird vertreten sein, ein Fest für alle eben.

Neben dem dreistufigen Hauptprogramm wird es Rahmenprogramme in der Komödie und der Kresslesmühle geben. Der Kartenvorverkauf läuft am 22. Dezember an. Laut Kulturreferent Peter Grab wird das neue Festival deutlich weniger kosten als sein Vorgänger, das abc-Festival. Der städtische Anteil an den Kosten beträgt 120.000 Euro, als Hauptsponsoren konnten die Stadtwerke und die Stadtsparkasse gewonnen werden.