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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Bayernwahl: Mehr Augsburger Mandate im Landtag als je zuvor?

Der Souverän hat gesprochen, die Wahl ist vorbei. Das Ergebnis der Bayerischen Landtagswahl steht fest: Trotz erdrutschartiger Prozentverschiebungen gehen von den insgesamt 205 Sitzen des Bayerischen Landtags 85 an die CSU, die zwar 16 Mandate einbüßt, aber nach wie vor mit Abstand die stärkste Fraktion im Maximilianeum bildet. Wer von den Augsburger Landtagskandidaten den Sprung geschafft hat, ist derzeit noch nicht ganz ausgezählt, aber es zeichnet sich ein Trend ab.

Als Koalitionspartner der CSU sind die Freien Wähler der erste Kandidat. Die Freien Wähler ziehen mit 27 Sitzen ins Landesparlament ein. Für eine Mehrheit sind 103 Sitze notwendig. Zusammen mit den Freien Wählern könnte die CSU eine Regierung mit 112 Sitzen bilden. Eine bürgerlich-konservative Regierung mit einer stabilen Mehrheit. Eine Situation, die in erster Linie damit zu tun hat, dass die bayerische SPD ein Wahldesaster hinzunehmen hat, das historisches Ausmaß hat und die SPD auf die Augenhöhe mit der AfD zwingt: Beide Parteien erhalten 22 Sitze. Während die AfD ihr Ergebnis aus dem Stand erreichte, wird von den Genossen der Verlust von 20 Mandaten als Untergang begriffen.

Sicher drin: Johannes Hintersberger und Andreas Jäckel (v.l.) © DAZ

Die Grünen dürfen sich dagegen als große Wahlgewinner verstehen, denn sie haben 20 Sitze hinzugewonnen und sind nun mit 38 Sitzen die zweitstärkste Fraktion im Maximilianeum. Die FDP musste am Wahlabend bis Mitternacht warten, dann war die Zitterpartie vorbei: Die Liberalen überspringen mit 5,1 Prozent die Fünfprozenthürde und sind mit 11 Sitzen im Landtag vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 72, 4 Prozent.

Neben dem wahrscheinlichen Bündnis von CSU und Freien Wählern wäre auch eine Koalition zwischen CSU und SPD möglich. Sie käme auf 107 Sitze. Die sicherste Mehrheit hätte allerdings eine Koalition zwischen CSU und Grüne mit insgesamt 123 Sitzen, doch zwischen den beiden Mehrheitsparteien gibt es kaum inhaltliche Schnittmengen. In Bayern wurden 91 Direktmandate vergeben, davon erhielt die CSU 85. Sechs Mandate holten die Grünen – fünf in München und eins in Würzburg.

Fast sicher drin: Cemal Bozoglu und Stephanie Schuhknecht © DAZ

Von den 205 Abgeordneten des Bayerischen Landtags werden nach Informationen der DAZ möglicherweise acht aus Augsburg kommen. Sicher drin sind die beiden Direktkandidaten der CSU, Andreas Jäckel und Johannes Hintersberger. Sicher hat auch der Augsburger AfD-Stadtrat Markus Bayerbach seinen Sitz. Mit Jäckel und Bayerbach ziehen zwei Neulinge in den Landtag ein, Ex-Staatsekretär Hintersberger ist ein alter Hase. Von der Augsburger SPD zieht Harald Güller sicher in den Landtag ein und überraschenderweise wohl auch die Fraktionsvorsitzende der Augsburger Rathaus-SPD, Magarete Heinrich, die derzeit auf der schwäbischen SPD-Bezirksliste im Auszählungszwischenstand auf Platz 2 liegt.

Möglicherweise drin: Margarete Heinrich Foto: privat

Aktuell würden also Güller und Heinrich die Plätze eins und zwei belegen, wie zu erfahren war. Möglicherweise erhält die schwäbische SPD sogar drei Sitze von den 22 SPD-Landtagsmandaten, dann hätte die Region Augsburg eventuell mit Simone Strohmayr noch eine zusätzliche Stimme im Landtag. Strohmayr wohnt zwar in Stadtbergen und kandidiert für den Kreis Augsburg, hat aber einen starken Augsburg-Stadt-Bezug.

Vor der Rückkehr in den Augsburger Stadtrat: Eva Leipprand © DAZ

Absolut sicher zieht die Grüne Stadträtin Stephanie Schuhknecht in den Landtag ein, ziemlich sicher ihr Fraktionskollege Cemal Bozoglu, der derzeit auf Platz 4 steht. Von der schwäbischen Bezirksliste der Grünen gehen die ersten sechs Plätze nach München. Damit wäre der Augsburger Stadtrat um eine erstaunliche Personalrochade reicher: Die beiden Grünen Kommunalpolitiker würden auf ihr Stadtratsmandat verzichten und als Nachrücker stehen Matthias Lorentzen und Eva Leipprand bereit. Leipprand war von 2002 bis 2008 Kulturreferentin und Bürgermeisterin der Stadt Augsburg.

„Abgerechnet wird zum Schluss“, sagt der Volksmund. Noch ist bei der SPD vieles offen, da es sich um Zwischenstände, also um Trends und nicht um Ergebnisse handelt. Mit dem Endergebnis der personellen Auszählungen darf erst am heutigen Dienstag ab 12 Uhr gerechnet werden.

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Nachtrag um 17 Uhr: Simone Strohmayr verteidigte ihren Listenplatz und zieht zusammen mit Harald Güller für die Schwaben-SPD in den Landtag ein. Für Margarete Heinrich hat es am Ende doch nicht gereicht.



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