Baupolitik in Augsburg: Eine Geschichte der Verkennung des eigenen Reichtums
Der Abriss des alten Gärtnerhauses im Martini-Park ist mehr als eine schmerzliche Episode in der Geschichte der Stadt Augsburg. Der fahrlässige Umgang mit ihrem historischen Erbe ist kein Symptom einer spezifischen Krankheit der Stadtverwaltung, sondern die Krankheit selbst. Eine Krankheit, die schwer zu heilen ist und seit vielen Jahrzehnten städtebauliche Wunden erzeugt. Sie trägt verschiedene Namen. Manche nennen sie „Wachstum und Fortschritt“, andere „Gedankenlosigkeit und Barbarei“. Dass bezüglich der Augsburger Stadtentwicklung im Lauf der Zeit eine politisch codierte Konzeptlosigkeit zu erkennen ist, zeigt DAZ-Autor Dr. Gregor Nagler mit seinem historischen Abriss der Augsburger Baupolitik auf. Naglers Text erzählt auf spannende Weise, dass sich die Bürger der Stadt Augsburg gegen zyklisch wiederkehrende Eliminationsunternehmungen bezüglich der Historizität ihrer Stadt zu formieren verstanden.