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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Baum-Allianz wirft der Stadt „willkürliche Baumfällungen“ vor

Zirka 70 Teilnehmer der gestrigen Informationsveranstaltung der Baum-Allianz reflektierten ihre Empörung gegen die Baumfällungen in ihrem Stadtteil Herrenbach und zeigten sich knapp zwei Monate nach den städtischen Baumfällungen am Herrenbach entrüstet.

Bürgerversammlung der Baum-Allianz © DAZ

Die Verantwortlichen der Stadt seien bis heute den Nachweis schuldig geblieben, worin die „Gefahr im Verzug“ wirklich begründet sei. Eingefordert wurde die „vollständige Transparenz“ der Vorgänge. 

Die Behauptung der städtischen Vertreter, sich für den Hochwasserschutz einzusetzen, sehen die Bürger als Ablenkungsmanöver für deren eigenes Versagen an. Jahrzehntelang hätten sich die Verantwortlichen nicht um die nötige Ertüchtigung der Kanalrinne und der Schließanlagen (Schütze) gekümmert. „Wir als betroffene Bürger treten für einen konsequenten Hochwasserschutz ein“. Eingefordert wurde die Ausstattung der Schließanlagen (Schütze) auf dem „höchsten Stand der heutigen Technik“, um in kürzester Zeit wirkungsvoll auf sich verändernde Wasserereignisse reagieren zu können. 

Als „unverantwortlich“ wurde der Einsatz schweren Geräts bei den Baumfällungen bezeichnet. Damit wurde die Beschädigung der Kanalrinne, die aus Beton besteht, hervorgerufen. Die Bürgerversammlung fordert die Stadt auf, aus Sicherheitsgründen „sofort“ den Zustand der Herrenbachrinne zu überprüfen. 

Die Bäume hätten für das „Lebensgefühl der Menschen im Stadtteil“ eine große Bedeutung und stellen zudem eine wichtige „Lungenfunktion“ dar. Unter zustimmendem Applaus warfen verschiedene Redner den Verantwortlichen vor, mögliche Alternativen für die Baumfällungen nicht ausreichend geprüft zu haben. „Mit gezielten Falschinformationen und Panikmache wurde versucht, die Bürger zu verunsichern“, wie es in einer Pressemitteilung der Baum-Allianz heißt.

Die Vorgehensweise von Oberbürgermeister Kurt Gribl, der Referenten Gerd Merkle und Reiner Erben wurde angeprangert und als „unseriös“ bezeichnet. Bürger zu beteiligen, habe keine Substanz und täusche nur über „schon vollzogene Entscheidungen“ hinweg. Die Teilnehmer der Bürgerversammlung machten deutlich, dass sie weitere willkürliche Baumfällungen nicht hinnehmen und für den Erhalt der Bäume im Stadtteil kämpfen werden.



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