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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Bahnhofsumbau: Dramatische Kostensteigerung wird erwartet

Stimmt  der anvisierte Kostenrahmen des Projekts Bahnhofsumbau noch? Im März dieses Jahres sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza, dass sich das Projekt innerhalb des Kostenrahmens befände.

Kommt die Linie 5 ins Wackeln?

Straßenbahnnetz Augsburg: Kommt die geplante Linie 5 ins Wackeln? (c) DAZ


Damit bezog sich Casazza auf kalkulierte 143 Millionen Euro. Der Abschnitt im Bereich der Halderstraße sei gemäß Kalkulation fertiggestellt worden. Dabei soll es bleiben, doch bezüglich des Index zur Baukostenpreisentwicklung sehen Fachleute Nachbesserungsbedarf. Aktuell liege man bei 3 Prozent Kostensteigerungsindex pro Jahr. Bis 2021 müssen kostenintensive Gewerke ausgeschrieben werden, gebaut wird bis 2023. Nimmt man den derzeitigen Baukostensteigerungsindex als Maßstab, würden sich die Gesamtkosten um zirka 20 Millionen Euro erhöhen. Fachleute gehen allerdings davon aus, dass der Preissteigerungsindex von 3 Prozent zu optimistisch kalkuliert ist.

Durch die derzeitige Konjunktur und die damit allgemein verbundene Preissteigerungsrate müssten die Stadtwerke nachbessern und den Index auf fünf bis sechs Prozentpunkte erhöhen. Nach Informationen der DAZ sei diese Sichtweise auch in der Aufsichtsratsitzung der Verkehrssparte der Stadtwerke am vergangenen Dienstag erörtert worden. Experten wären auch nicht überrascht, müsste man den Index auf 9 Prozentpunkte hochschrauben. Die Stadtwerke wollen aber, wie es hieß, an den 3 Prozent festhalten.

Dazu heißt es in einer swa-Stellungnahme auf Anfrage, dass „in der Aufsichtsratssitzung am 26.09.2017 der Verkehrs GmbH/Projektgesellschaft mbH turnusmäßig zur Kostensituation des Projektes MDA Hauptbahnhof berichtet wurde“. Der aktuelle Kostenstand zeige bislang keine Anzeichen für eine Überschreitung des veranschlagten und genehmigten Kostenkorridors. „Es wurde allerdings festgestellt, dass die letzten größeren Vergaben im Ingenieurbau einen Anstieg bei den Baupreisen zu verzeichnen hatten. Damit könnten in der Zukunft Anpassungen an den Baupreisindex einhergehen. Da aber aufgrund dieser punktuellen Feststellungen noch keine belastbaren Aussagen für die Zukunft möglich sind, wären Hochrechnungen zu Baukostensteigerungen bis zum Jahr der Inbetriebnahme 2023 rein spekulativ.“

Politisch ist das Thema deshalb von großer Brisanz, weil mit der Kostenplanung des Bahnhofumbaus der Quotient der Standardisierten Bewertung gekoppelt ist. Aktuell läge dieser ohnehin bereits nur noch im Mikrobereich über der notwendigen 1,0, weshalb der Bau der Linie 3 vorangetrieben werden müsse, da man sonst mit dem Bau der Linie 5 unter die relevante 1,0 käme, was bedeuten würde, dass die staatliche Zuschussgarantie nicht mehr gesichert wäre.

An dem Projekt beteiligen sich Bund und Land mit 75 Millionen Euro, die Bahn mit 27,6, die Stadtwerke mit 37,3 und die Stadt mit 3,1 Millionen Euro.



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