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Dienstag, 10.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Augsburger Trauerspiel in Verl

Der FC Augsburg scheidet in der 1. Runde des DFB-Pokals nach einer blamablen Vorstellung beim Viertligisten SC Verl mit 1:2 aus.

Von Udo Legner

Angefangen von der neuen Nummer 1 im Augsburger Tor, über die desolate Abwehr, dem bis zur Einwechslung von Rani Khedira (66. Min.) einfallslosen Mittelfeld und der hölzernen Offensive enttäuschte der FCA beim Saisonauftakt von vorne bis hinten. Passend zum Gesamtbild war auch der Augsburger Anschlusstreffer durch Hahn in der 83. Minute keiner Kombination, sondern einem fragwürdigen Foulelfmeter geschuldet.

In seiner Startaufstellung setzte Martin Schmidt neben Keeper Tomas Koubek auf vier weitere Neuzugänge: Mads Pedersen, den frisch gebackenen Vater Florian Niederlechner, Marek Suchy und Arvoleda Gruezo. Wer gedacht hatte, dass die neu formierte Elf mit Spielfreude, Elan und Biss ins erste Pflichtspiel gehen würde, sah sich bald eines Besseren belehrt. Pomadig und ohne spielerische Linie präsentierte sich der FCA in der Anfangsphase und insbesondere die ein ums andere Mal desorientierte Defensive ließ Schlimmes befürchten. Den ersten Aufreger gab es gleich in der 3. Minute: Nach einer Freistoß Flanke von Ritzka gab Langesberg dem neuen FCA-Keeper Koubek das Nachsehen und köpfte zur vermeintlichen Führung für den Viertligisten ein. Der FCA durfte sich beim Unparteiischen Matthias Jöllenbeck aus Freiburg bedanken, der ein Foulspiel an Suchy gesehen hatte und deshalb den Treffer annullierte.

Tschechische „Teamarbeit“ führt zum FCA Rückstand

Nur wenige Minuten später standen die beiden tschechischen Neuverpflichtungen Marek Suchy und Tomas Koubek erneut im Mittelpunkt. Einen Heber des einteilten Verl-Stürmers Haeder konnte Koubek in einer 1:1 Situation noch spektakulär parieren, doch prallte der Ball unglücklich an das Knie des FCA Verteidigers Suchy und von da zur 1:0 Führung für den SC Verl ins FCA Gehäuse (8. Min.).

Doch auch dieser frühe Rückstand riss die FCA Elf nicht aus ihrem Trott. Ein harmloser Eckball (12. Minute) war alles, was die Bundesligaelf in der ersten Viertelstunde vor dem Tor des Viertligisten zustande brachte. In der 23. Minute die völlig verdiente 2:0 Führung für Verl: Der Bundesligist wurde bilderbuchmäßig ausgekontert und Schallenberg erhöhte für den Underdog und Viertklassisten, wobei seinem Abschluss allerdings eine nicht geahndete Abseitsstellung vorausging. – Erst in der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte kamen Gregoritsch (30. Min.) , Hahn (40. Min.) und Niederlechner (45. Min.) zu Torchancen, die sie allerdings gegen den starken Verler Schlussmann Brüseke nicht zu nutzen wussten.

Fazit zur Halbzeit: Der FCA fand eine halbe Stunde nicht statt und war mit dem 0:2 Halbzeitstand noch gut bedient.

In der zweiten Hälfte ließ der FCA nur selten erkennen, dass er dem Spiel noch eine Wende geben wollte. Obwohl dem Team von Martin Schmidt die Zeit davonlief, beschränkte es sich auf Sicherheitsfußball. Ein ums andere Mal wurde der Ball umständlich zu Keeper Koubek zurückgespielt, dessen Abspiele und Abschläge sich mehr und mehr dem Augsburger Spielniveau anpassten. Erst die Einwechslung von Rani Khedira (63. Min. für Pedersen) sorgte für mehr Spielfluss und Torgefährlichkeit.

Allerdings dauerte es bis zur 80. Minute bis der Bundesligist durch Gruezo zu einer erneuten Torchance kam, die von Verl-Keeper Brüseke einmal mehr vereitelt wurde. Wenige Minuten später ein letzter Hoffnungsschimmer für den FCA: Nach einem Zweikampf zwischen Hahn und Verl-Verteidiger Ritzka im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß, den der Gefoulte unhaltbar zum 1:2 verwandelte.

Kampf und Krampf in der Schlussphase

In der ebenso dramatischen wie hektischen Schlussphase kam der FCA in der Nachspielzeit im Anschluss an einen Eckball zwar noch zu einer weiteren Großchance, die von der beherzten Abwehr des Viertligisten aber unschädlich gemacht werden konnte. So blieb es beim verdienten Pokalsieg des SC Verl über einen auf der ganzen Linie enttäuschenden FCA, der nun alles daran setzen muss, diese Schmach beim Bundesligaauftakt (Samstag, 15.30 Uhr) in Dortmund vergessen zu machen.

FCA: Tomas Koubek – Mads Pedersen, Marek Suchy, Georg Teigl, Tim Rieder – Daniel Baier Marco Richter, Carlos Gruezo – André Hahn, Florian Niederlechner, Michael Gregoritsch