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Montag, 02.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Augsburg und die Kolonien

Vortrag im Stadtarchiv



„Augsburg und die deutschen Kolonien von 1882 bis 1943“ heißt das Vortragsthema, zu dem das Stadtarchiv in seiner Reihe „Themenabende“ für den morgigen Mittwoch, 24. März einlädt. Markus Seemann, Lehrbeauftragter für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg, beschäftigt sich im Rahmen seiner Dissertation mit Kolonialbewegung, Kolonialpolitik und Kolonialkultur in Bayern.

Im April 1884 hatte das Deutsche Reich mit der Errichtung eines Schutzgebiets in Südwestafrika einen lang ersehnten „Platz an der Sonne“ gewonnen. Der Vortrag beleuchtet, auf welchen Resonanzboden der Kolonialgedanke in Augsburg fiel. Hatte man hier besonderes Interesse für das „neue Deutschland“ und seine Bewohner in Übersee? Immerhin gab es historische Reminiszenzen an eine Welserkolonie in Venezuela, und für die Augsburger Textilfabrikanten eröffnete sich die einmalige Chance, deutsche Baumwolle aus den eigenen Kolonien zu beziehen – so dachten zumindest die Kolonialaktivisten, die sich unter der Führung von Generalleutnant a. D. Richard von Hößlin (1853–1930) in der „Abteilung Augsburg der Deutschen Kolonialgesellschaft“

sammelten.

Von der Kolonialausstellung im Naturwissenschaftlichen Museum bis zur Koloniallinde im Wittelsbacher Park – Akten und Zeitungsberichte eröffnen ein breites Spektrum kolonialer Bezüge in der Stadt, zeigen aber auch Widerstände, die sich gegen den Traum vom deutschen Weltreich regten.

Veranstaltungsbeginn ist um 19.30 Uhr im Stadtarchiv, Fuggerstraße 12.