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Freitag, 28.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Augsburg leuchtet

Das Brechtfestival wird dem Kulturreferent zugeordnet



Noch ein halbes Jahr ist der nächste Geburtstag von Bertolt Brecht entfernt, und ebenso lang dauert’s bis zum nächsten Brechtfestival. Doch die Planung läuft und die Stadt stellt Weichen für mehr Effektivität und bessere Organisationsstrukturen: Das Festival, bisher in die Organisation der städtischen Kultur nicht konkret eingebunden, wird nun Peter Grabs Kultur- (und Jugend- und Sport-) Referat zugeschlagen und damit, wie die Stadt in einer Pressemitteilung verlauten lässt, „der Spitze der Stadtregierung zugeordnet.“ Nicht nur Grab, so die Mitteilung weiter, sondern auch OB Kurt Gribl „wollen das Festival als eines der wichtigen kulturpolitischen Leuchtturmprojekte der Stadt noch mehr fördern.“

Während sich inhaltlich und organisatorisch zunächst „nichts ändern wird“, so Kulturamtsleiter Thomas Weitzel, sieht es Joachim Lang, der künstlerische Leiter des Festivals, „als Stärkung des Festivals, dass es jetzt weiter oben angesiedelt ist.“ Ebenso freut Lang sich, dass die Stadtregierung seine Linie unterstütze, zu Round-Table-Gesprächen zukünftig auch die Vertreter der Parteien einzuladen, die nicht in der Stadtregierung vertreten sind. „Diese Überparteilichkeit empfinde ich ebenfalls als deutliche Stärkung des Festivals“, so Lang, weil damit eine „noch bessere Verankerung in der Stadt“ möglich werde. Dieses Ziel verfolgt Lang auch auf anderer Ebene: Die Verankerung im Kulturreferat wird seiner Überzeugung nach den Zugang zu Künstlern und Kulturschaffenden in Augsburg erleichtern, die in wachsendem Maße ins Geschehen rund um das Festival eingebunden werden sollen. Lang will „mehr Nachhaltigkeit hinkriegen“, indem er die Zusammenarbeit mit Augsburger Institutionen wie Schulen, Universität, Brechthaus etc. verstärkt – und zwar nicht nur im Rahmen des Festivals, sondern auch übers Jahr hinweg.

Des Weiteren erhofft sich der Festivalleiter „Synergieeffekte“ und eine breitere Aufstellung des Festivals durch verschiedene Kooperationsvorhaben, die er derzeit verfolgt. Erste Gespräche mit dem Brechthaus Berlin, mit Literaturhäusern, dem Bayerischen Rundfunk und der internationalen Hanns-Eisler-Gesellschaft habe es bereits gegeben. Es gehe ihm darum, „dass man zusammen was entwickelt, dass man Produktionen nach Augsburg holt und umgekehrt: Dass man das, was man in Augsburg macht, auch anderswo zeigt.“ Lang spricht in diesem Zusammenhang ebenso wie die städtische Pressemittelung von einem „Leuchtturmprojekt.“ Schon im Frühjahr hatte auch das Stadttheater seinen Wunsch nach mehr Leuchtkraft der städtischen Hochkultur mit einem Leuchtturm auf dem Titelbild des Programmheftes für die nächste Spielzeit illustriert.