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Donnerstag, 26.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

„Augsburg in Bürgerhand“ fordert echte Sachpolitik statt Parteidiktat

Nach der Kommunalwahl 2026 zieht Augsburg in Bürgerhand eine erste Bilanz: Die Wähler­ver­einigung sieht sich durch ihr Ergebnis gestärkt und formuliert klare Erwartungen an den künftigen Ober­bürger­meister Florian Freund.

Von Bruno Stubenrauch

Die Bürgerliste signali­siert Zu­stim­mung zu den ange­kündig­ten Sofort­maß­nahmen des neuen OB – ins­be­sondere zur Rück­kehr zum Fünf-Minuten-Takt bei der Tram sowie zur Umge­staltung der Fugger­straße zu einem grünen Boulevard. „Diese Vorhaben decken sich voll­ständig mit unseren Forde­rungen“, heißt es in einer Presse­mit­teilung vom Donner­stag. Augsburg in Bürgerhand drängt nun auf eine Um­setzung noch im laufen­den Jahr.

Sachverstand statt Parteibuch

Vor dem Hintergrund deutlicher Verluste der bisherigen Koalition von mehr als zwölf Prozent fordert die Vereinigung einen grund­legenden Kurs­wechsel im Rathaus:

  • Überparteilichkeit: Stadtrats­beschlüsse sollen künftig durch freie Mehr­heits­findung statt durch Frak­tions­zwang zustande kommen;
  • Fachkompetenz: Referenten­posten seien mit unab­hängigen Fach­leuten statt mit Partei­funktio­nären zu besetzen.

Direkte Demokratie gegen Vertrauensverlust

Da der neue Oberbürgermeister lediglich von rund 20 Prozent der Wahl­be­rech­tigten gewählt wurde, sieht die Gruppierung einen wachsenden Vertrauens­verlust in die Politik. Zentrale Zukunfts­fragen sollten deshalb verstärkt durch Bürger­ent­scheide direkt von der Be­völ­kerung entschieden werden.

Ein stabiler Gegenpol

Trotz allgemeiner Einbußen vieler kleinerer Gruppie­rungen konnte die Liste um OB-Kandidat Bruno Marcon ihr Ergebnis leicht verbessern. Marcon selbst legte im Vergleich zur Kommunal­wahl 2020 um 43 Prozent zu. Für Augsburg in Bürgerhand ist dies ein klarer Auftrag, im neuen Stadtrat als stabiler, fachlich orien­tierter Gegenpol aufzutreten.