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Mittwoch, 28.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Augsburg hat gewählt

69.000 Augsburger haben bei der gestrigen Europawahl ihre Stimme abgegeben – das entspricht einer Wahlbeteiligung von gerade einmal 36,9 Prozent. Für die großen Parteien gab es Verluste. Gewinner waren die Kleinen – die FDP steigerte sich um 90 Prozent.

Rose-Marie Kranzfelder-Poth

Rose-Marie Kranzfelder-Poth


Zweimal gab es gestern lautstarkes Jubeln im oberen Fletz des Augsburger Rathauses: bei der ersten Hochrechnung und beim Augsburger Endergebnis. Zur ersten Hochrechnung jubelte die FDP, die ihr Ergebnis gegenüber 2004 fast verdoppeln konnte und auch auf Landes- und Bundesebene deutlich zulegte. Das vorläufige Augsburger Ergebnis war für die Grünen Grund zur Freude: die Briefwahlstimmen lieferten die letzten Zehntelprozente, um exakt mit der SPD gleichzuziehen. Mit 15,2 Prozent erreichten die Grünen zudem wieder ihr Ergebnis aus dem Jahr 2004.

“Wir sind eine europäische Partei”

“Das war nicht einfach, weil das letzte Ergebnis sehr gut war”, kommentierte Reiner Erben, Grüner Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Die Stimmung in Augsburg für Grün sei gut. “Wir zeigen eine klare Position und kritisieren an den Stellen, wo es nötig ist”. Man habe aber auch deutlich gemacht dass man eine europäische Partei sei, so Erben weiter, “im Gegensatz zur CSU, bei der es vor allem darum ging, die 5-Prozent-Hürde zu knacken”.

Stolz zeigte sich auch Rose-Marie Kranzfelder-Poth von der FDP: “Wir haben um 90 Prozent zugelegt. Das ist natürlich ein äußerst motivierendes Ergebnis – auch im Hinblick auf die Bundestagswahl”. Persönliche Bestätigung waren für Kranzfelder-Poth die 7,9 Prozent der Augsburger FDP im Vergleich zu den 2,1 Prozent der Freien Wähler, der anderen Ein-Personen-Gruppierung im Augsburger Stadtrat: “Fast das Vierfache”.

Besonderes Interesse weckten die Stadtteilergebnisse

Das Augsburger Ergebnis bei der Europawahl