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Samstag, 31.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Augsburg erhält Auszeichnung für Fahrradparkhaus

Am 10. August zeichnete Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Berlin die Sieger des Wettbewerbs “Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme” aus. Augsburg war mit der Radstation am Hauptbahnhof unter den Gewinnern.

Das Verkehrsministerium hatte den Wettbewerb im April als Teil der Initiative zur Förderung des Fahrradverkehrs in Deutschland ausgelobt. 44 Kommunen reichten Konzepte ein, wie die Mobilität in ihrer Stadt mit einem öffentlichen Fahrradverleihsystem verbessert werden kann. Die Jury prämierte 15 Vorschläge. Auch die Augsburger Projektidee wurde ausgezeichnet, obwohl der Fahrradverleih dort nicht im Vordergrund steht.

Das Fahrradparkhaus im BohusCenter am Augsburger Hauptbahnhof ging Ende 2007 in Betrieb. Die Stadt mietete damals einen Teil des Erdgeschosses des BohusCenters in der Halderstraße 29, investierte ca. 1,2 Mio. Euro und verpachtete an die Zweirad Bäuml GmbH, die seitdem das Fahrradparkhaus betreibt. 342 Räder können damit rund um die Uhr vor Wetter, Vandalismus und Diebstahl geschützt geparkt werden. 260 Kunden mit Jahresabo zu 80 Euro hat das Parkhaus, darüber hinaus rund 100 Monatsmieter, Tagesgäste zahlen 1 Euro. Die meisten Kunden sind Bahnpendler. Zusätzlich zum Parken gibt es das gesamte Bäuml-Angebot wie Verkauf, Werkstattleistungen und Ersatzteile. Auch das Mieten von Fahrrädern ist möglich.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) dazu: “Fahrräder sind das umweltfreundlichste Verkehrsmittel überhaupt. Der Verbund von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr schafft ein attraktives Verkehrsangebot in den Städten. Damit das in der Praxis funktioniert, müssen viele Partner zusammenarbeiten. Die prämierten Konzepte sind dafür vorbildlich und können auch auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden.”

“Ost-West-Radweg zum Hauptbahnhof ist zwingend erforderlich”

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Heinz Paula appellierte gestern an die Stadt, diese Auszeichnung als Ansporn für größeres Engagement im Ausbau des Fahrradverkehrs zu nutzen. “Der Ost-West-Radweg durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof ist zwingend erforderlich”, so Paula, der Mitglied im Bundestags-Verkehrsausschuss ist. Angesichts von Feinstaubbelastung, Lärm und hoher PKW-Verkehrsdichte müsse eine flächendeckende Verbindung von ÖPNV und Fahrrad erreicht werden, so Paula.

Die neueste Studie des Verkehrsministeriums über das Mobilitätsverhalten der Deutschen zeigt, dass das Fahrrad weiter auf dem Vormarsch ist: Die Anzahl der Wege, die mit dem Fahrrad zurück gelegt werden, stieg 2008 gegenüber 2002 um 17 Prozent – das ist der höchste Zuwachs unter den Verkehrsarten. Der ÖPNV verzeichnete ein Plus von 14 Prozent.

Radstation im BohusCenter am Hauptbahnhof