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Sonntag, 28.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Auch CSU lehnt Lech-Kraftwerk ab

Nachdem sich bereits Pro Augsburg und die Augsburger Grünen gegen das von E.ON geplante Wasserkraftwerk am Lech ausgesprochen haben, zieht jetzt auch die CSU nach.

Im Rahmen eines gründlichen Abwägungsprozesses habe man die Vor- und Nachteile eines neuen Wasserkraftwerks analysiert, so die Augsburger CSU gestern. Der Arbeitskreis „Umweltsicherung und Landesentwicklung“ unter Führung von Stadträtin Claudia Haselmeier habe dafür alle Argumente gesichtet.

Für das Kraftwerk spreche, dass Wasserkraft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste und Gewerbesteuer-Einnahmen für die Stadt generiere. Auf der anderen Seite spreche aber eine Vielzahl von Argumenten gegen einen Eingriff in den Lech, insbesondere die geplante Lage in einem Flora-Fauna-Habitat, also in einem wertvollen Naturschutzgebiet. Auch Auswirkungen auf das Grundwasser seien zu erwarten, mit direkten Folgen für das ökologische Gefüge der Tier- und Pflanzenwelt im angrenzenden Schutzgebiet „Stadtwald Augsburg“ und die Augsburger Trinkwasserversorgung. Als besonders schwerwiegend wertet es die CSU Augsburg, dass mit dem Neubau eines Wasserkraftwerks eine Revitalisierung und Renaturierung des Lechs für die kommenden rund 50 Jahre verhindert würde.

Daher bleibe die CSU Augsburg nach Abwägung aller Argumente bei der Ablehnung eines neuen Wasserkraftwerks am Lech. Der Arbeitskreis „Umweltsicherung und Landesentwicklung“ will das Genehmigungsverfahren kritisch begleiten und zusammen mit der Lechallianz, einem Zusammenschluss aller Augsburger Naturschutzverbände, Veranstaltungen anbieten.