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Dienstag, 19.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Ariadne auf Naxos: Gepflegter Spaß im Martinipark

Ariadne auf Naxos: Die erste Premiere des Musiktheaters in dieser Spielzeit. Eine beschwingte, aber doch ernsthafte Inszenierung.

Von Halrun Reinholz  

© Jan-Pieter Fuhr

Eine kongeniale Zusammenarbeit zwischen Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss: Die beiden haben sich einen Spaß gemacht und die hehre „opera seria“ mit der „opera buffa“ verquickt. Die depressive Ariadne (Sally du Randt), schwarz gekleidet und im Sarg zuhause, wird von der munteren Zerbinetta (Olena Sloia) herausgefordert. Das Happy-End freilich gelingt nur durch das unvermutete Auftauchen von Bacchus (Jacques le Roux), der vermeintliche Todesbote führt Ariadne zurück ins Leben.

Dirk Schmeding, der in der letzten Spielzeit „Solaris“ in Augsburg inszeniert hat, liebt skurrile Figuren. Das Ausstattungsteam (Martina Segna, Bühne und Valentin Köhler, Kostüme) unterstützt ihn dabei. Harlekin etwa, der sehr große und schlaksige Wiard Witholt, wedelt mit riesigen Händen herum. Die zierliche Olena Sloia, immer an Männer denkend, glänzt im wahrsten Sinne des Wortes im silberfarbenen Ganzkörpersuit.

Die erste Premiere des Musiktheaters in dieser Spielzeit ist hält alle Versprechen. GMD Domonkos Héja hat das Orchester gut im Griff und das Ensemble zeigt herausragende Stimmqualität – besonders die drei Frauen (Sally du Randt, Olena Sloia und ARD-Preisträgerin Natalya Boeva als „der Komponist“) überzeugen durch Präzision und Leichtigkeit, ebenso wie bei den Männern der Neuzugang Jacques le Roux . 

Auch wer Strauss vielleicht eher reserviert gegenüber steht, erlebt mit dieser Ariadne eine beschwingte, aber doch ernsthafte Inszenierung. Ein abendfüllendes Vergnügen auf Staatstheater-Niveau.