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Mittwoch, 12.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Altenhilfe startet finanzielle Gesundung

Mit der Gründung einer Servicegesellschaft macht sich die Altenhilfe der Stadt Augsburg auf den Weg einer umfassenden wirtschaftlichen Konsolidierung. Bis zum Jahr 2015 sollen schwarze Zahlen geschrieben werden.



Mit rund 65 Prozent der Gesamtkosten bilden die Personalkosten – wie z.B. auch in Krankenhäusern – den größten Kostenfaktor der sieben vollstationären Senioreneinrichtungen der Altenhilfe. Um diesen Kostenblock “aufgabenbezogen und flexibel” bewirtschaften zu können, wie es in der gestrigen Pressemitteilung der Stadt heißt, sollen zukünftig infrastrukturelle Dienstleistungen wie die Reinigung, Hauswirtschaft und Haustechnik von Mitarbeitern einer Servicegesellschaft übernommen werden. Einsparpotenzial: eine Million Euro bis 2015.

Kein Umsetzen des bestehenden Personals

Ein Übergang in die neue Servicegesellschaft ist für das bestehende Personal nicht geplant: Alle derzeitigen Mitarbeiter werden auch zukünftig zu den bekannten Vertragsbedingungen bei der Altenhilfe der Stadt Augsburg beschäftigt und haben einen gesicherten Arbeitsplatz. Genutzt wird statt dessen das alters- und vertragsbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern im Dienstleistungsbereich. 90 der 620 Mitarbeiter scheiden auf diese Weise bis 2015 aus. Die Neueinsteiger in diesem Sektor sollen dann in der Servicegesellschaft auf der Grundlage einer Vergütungsregelung beschäftigt werden, die im wesentlichen an den TVÖD (Tarifvertrag Öffentlicher Dienst) angelehnt ist.

Die Neugestaltung garantiere den Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze und die Gesundung des Unternehmens, so Werkleiter Martin Neumeier: “Wir freuen uns, wenn alle Beschäftigten das neue Konzept für die Zukunft unseres Betriebes mittragen”. Ende Oktober werden die zuständigen städtischen Ausschüsse und Augsburger Stadträte die Beschlussvorlage des kommunalen Eigenbetriebs beraten.