DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 29.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

„Als Kulturreferent möchte ich im Idealfall für alle da sein“

Kultur- und Sportreferent Peter Grab ist nach Oberbürgermeister Kurt Gribl der bekannteste Politiker der Stadt Augsburg. 2009 stand Peter Grab wie kein anderer Referent im Licht der Öffentlichkeit, und dabei blies dem dritten Bürgermeister zuweilen ein kalter Wind ins Gesicht. Dennoch zögerte Grab keine Sekunde, die DAZ-Bitte nach einem „richtig schweren“ Interview zu erfüllen.

Peter Grab im Gespräch mit DAZ-Herausgeber Siegfried Zagler (rechts)

DAZ: Herr Grab, Sie sind mit dem Wahlkampfslogan „Kultur für alle“ zur Kommunalwahl 2008 angetreten und nun beinahe zwei Jahre als Kultur- und Sportreferent im Amt. In ihrer Grundsatzrede im vergangenen Dezember haben Sie herausgehoben, dass Sie diese Zielsetzung weiter verfolgen, und dass dies ein langwieriger Prozess sei. Sie haben dabei den nicht ganz einfach zu definierenden Terminus des „erweiterten Kulturbegriffs“ in die Augsburger Stadtgesellschaft eingeführt. Für mich bedeutet dieser Begriff, dass „Kultur“ weiter und auch tiefer gefasst wird als noch in den 60er Jahren, in denen noch das Kulturverständnis der Aufklärung gepflegt und gelehrt wurde, wo unter Kultur nur die klassischen Künste, die nach dem Wahren, Guten und Schönen streben, subsumiert wurden. Diese Debatte wurde in den 70ern geführt. Inzwischen hat sich in allen gesellschaftlichen Bereichen soviel verändert, dass mir die damalige Debatte um den erweiterten Kulturbegriff heute selbst schon antiquiert vorkommt. Weshalb Sie mir zu Beginn vielleicht die Frage gestatten, was Sie nun genau unter diesem Begriff verstehen und welche kulturpolitischen Ziele Sie davon ableiten.

Grab: Der erweiterte Kulturbegriff wird in der Tat unterschiedlich aufgefasst. Aus meiner Sicht der Dinge wird am ehesten die UNESCO dem Begriff gerecht. Bei der Weltkulturkonferenz „Mondiacult“ wurde 1982 festgeschrieben, was der erweiterte Kulturbegriff bedeutet, das kann man auch im Internet nachlesen. Also hat man auch nach den 60ern und 70ern das Bedürfnis gehabt, den Kulturbegriff zu erweitern. Die UNESCO-Definition gilt heute ebenso und kann daher nicht als antiquiert bezeichnet werden, nur weil sie heute dieselbe Aktualität aufweist wie 1982.

DAZ: In Ordnung, wir setzen den Link: www.unesco.de/2577.html?&L=0. Dennoch würden es unsere Leser wohl schätzen, wenn Sie ein paar Worte dazu sagen würden.

„Es sollte Veranstaltungsangebote für möglichst alle Schichten der Gesellschaft geben“

Grab: Da gibt es zum Beispiel die Aussage, dass Kultur nicht nur Kunst und Literatur einschließt, sondern auch Lebensformen, die Grundrechte des Menschen, Wertsysteme, Traditionen und Glaubensrichtungen … Verkürzt ausgedrückt: Es gibt den engen Kulturbegriff, der sich auf die so genannte Hochkultur beschränkt. Der erweiterte geht davon aus, dass unter Kultur auch Lebenswelten verstanden werden können – je nach Gustus der Betreffenden. Als Kulturreferent möchte ich natürlich nicht nur für einen Teil der Bürgerinnen und Bürger agieren, sondern im Idealfall für alle da sein. Mein Wahlslogan „Kultur für alle“ soll daher auch bedeuten, dass es Veranstaltungsangebote für möglichst alle Schichten der Gesellschaft geben sollte. Insbesondere sind hier die Jugend- und Popkultur zu nennen sowie vor dem Hintergrund des stetig steigenden migrationsbedingten Anteils unserer Bevölkerung die Interkultur. Diese beiden Aspekte sind folgerichtig als meine kulturpolitischen Leitlinien zu verstehen, hinzu kommt noch die Verbindung zwischen Kultur und Sport.

DAZ: Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Jugend- und Popkultur durch Handreichung der Stadt weiter entwickeln lässt.

Grab: Es geht zunächst einmal um die Frage der Akzeptanz, dass Pop- und Jugendkultur Bestandteil der städtischen Kulturpolitik sind. Dies ist eher durch einen städtischen Beauftragten zu bewerkstelligen, als durch einen externen. Es war von Anfang an daran gedacht, zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Akzeptanzhürde überwunden ist, das ganze Themenfeld outzusourcen, möglicherweise in ein unabhängiges Popbüro. Beispiele hierfür gibt es schon im deutschsprachigen Raum. Und dass es Widerstände in Augsburg gab, haben wir hinreichend erleben dürfen bei der Einführung des Popkulturbeauftragten Richard Goerlich, der im Übrigen sehr gute Arbeit leistet, die inzwischen auch von ehemaligen Kritikern anerkannt wird.

DAZ: Welche Wirkungen beziehungsweise welche positiven „Synergieeffekte“ erhoffen Sie sich denn durch städtische Veranstaltungsangebote für alle Schichten der Gesellschaft?

Grab: Hier geht es nicht um Synergieeffekte, sondern darum, ob ich als Kulturreferent der Tatsache gerecht werden will, dass es in der breiten Gesellschaft nun einmal unterschiedliche Vorstellungen gibt vom gewünschten Kulturangebot.

DAZ: Was bringt die Zusammenlegung Kultur-/Sportreferat der Stadt? Könnte der Kulturreferent nicht zerrieben werden von der doppelten Terminflut? “Grab ist überall und nirgendwo” war manchmal zu vernehmen. Zu wenig aktive Präsenz, wo es nötig wäre.

Grab: Warum soll in Augsburg die Zusammenlegung schlecht sein, während in anderen Städten selbstverständlich beide Bereiche seit Jahren in einem Referat zusammengelegt sind? Diese Art der Diskussion gibt es offenbar nur in Augsburg und sie ist daher offensichtlich parteipolitisch motiviert. Was Ihre und meine Wahrnehmung anbelangt: Ich höre vielerorts Anerkennung, dass ich mich „überall“ sehen lasse. Oft bekomme ich zu hören, dass dies gar das erste Mal oder seit vielen Jahren wieder der Fall sei, dass ein Kulturreferent sich da und dort blicken lasse. Um einem angeblichen Vorwurf begegnen zu können, ich würde „nirgendwo“ sein oder “zu wenig aktive Präsenz” zeigen, bitte ich um Beispiele. Ich selbst habe dies noch nicht gehört – ganz im Gegenteil!

DAZ: Nun, natürlich hören Sie anders in die Stadt hinein als ich. Aber lassen Sie uns doch dieses möglicherweise parteipolitisch motivierte oder vielleicht unfaire „Nirgendwo“ theoretisch bewerten. Nämlich in dem Sinne, dass es neben dem schwer zu fassenden „Kultur für alle“ auch ganz konkrete Projekte zu realisieren gilt. Projekte, die Sie etablieren und anschieben und über die Sie sich als Kulturreferent bewerten lassen müssen. Sie haben in den letzten beiden Jahren sehr viele Baustellen abgearbeitet und dabei mit Beharrlichkeit einiges erreicht. Als Kultur-Projekte mit Grab´scher Handschrift sind bisher das mit heißer Nadel gestrickte Brecht 111 sowie ku.spo anzuführen. Das erste Brecht-Fest nach Ostermaier war insgesamt gesehen vermutlich ein Erfolg. Ku.spo wurde unisono von den Medien und der Rathaus-Opposition schwer kritisiert und zuletzt auch noch vom Koalitionspartner aufgrund der schwierigen Haushaltslage infrage gestellt. Sie haben dennoch daran festgehalten und die Mittel sind für 2010 bewilligt worden. Wie sieht ku.spo 2010 aus? Gibt es ein neues Konzept?

„Ku.spo“ ist für 2010 noch nicht finanziell abgesichert“

Grab: Wie es mit ku.spo weiter geht, darauf gehe ich zu gegebener Zeit ein. Es ist im Gegensatz zu Ihrer Meinung noch nicht finanziell abgesichert. Andererseits ist mir neu, dass der Koalitionspartner das Projekt in Frage gestellt hat.

DAZ: Kämmerer Weber hat es mir auf dem Neujahrsempfang der CSU gesteckt. Es wäre schön gewesen, wenn Sie zumindest andeutungsweise die neue Richtung von ku.spo angegeben hätten. – Warum wurde ku.spo ihrer Meinung nach im letzten Jahr so vehement angegriffen?

Grab: Warum ku.spo angegriffen wurde, sollen die Kritiker beantworten. Es fiel auf, dass wenn ich mit Kritikern gesprochen habe, sich herausstellte, dass diese das Programm oft gar nicht kannten. So auch nicht, dass ein viele Male gefordertes Gewaltpräventionsprojekt, nämlich „Augsburg Calling“ aus dem ku.spo-Etat gefördert wurde. Oder dass viele Schul- und Vereinsprojekte unterstützt wurden. Erst recht nicht, dass es auch ausverkaufte und sehr erfolgreich besuchte Veranstaltungen gab.

DAZ: Stimmt, die gab es und die DAZ berichtete darüber. Aber es ist doch wohl unumstritten, dass es auch zu viele Veranstaltungen mit sehr geringer Resonanz gab. Woran lag es?

Grab: Dem widerspreche ich vehement! Es gab ein paar Veranstaltungen mit geringer Resonanz. Für die Mehrzahl der Veranstaltungen trifft dies nicht zu. Das Missverständnis kommt meines Erachtens daher, weil immer wieder die Schnupperangebote von ku.spo-Open verwechselt wurden mit Veranstaltungen im Sinne des Wortes. Bei ku.spo-Open hätte ich mir in der Tat eine größere Resonanz gewünscht. Wer jemals ein Schnupperangebot im Sportbereich besucht hat weiß jedoch, dass hierbei ohnehin keine großen Besucherzahlen zu erwarten sind. Nichtsdestotrotz hätte man diesen einen von wohlgemerkt über 20 Programmpunkten besser organisieren können. Und genau das macht ein Pilotprojekt aus, dass man dazu lernt. Heute wissen wir, wie ku.spo-Open besser realisiert werden müsste. Leider überlagerte die Diskussion über die Schnupperkurs-Angebote das gesamte Projekt und somit auch die erfolgreichen Veranstaltungs-Angebote.

DAZ: Ich hatte oft den Eindruck, dass Peter Grab und Pro Augsburg von der Augsburger Allgemeinen sehr positiv wahrgenommen wurden. Wie erklären Sie sich, dass Sie von der Augsburger Allgemeinen in Ihrer Eigenschaft als Kulturreferent plötzlich so hart kritisiert wurden?

„Problematisch wird es nur, wenn eine Journalistin nur dann schreibt, wenn es etwas Negatives zu berichten gibt“

Grab: Die Augsburger Allgemeine kritisiert mich nicht. Es sind einzelne Redakteure. Ob die Kritik zu Recht war oder nicht, sollen die Leserinnen und Leser beurteilen. Auf jeden Fall ist dies das unbestrittene gute Recht eines Journalisten. Im Übrigen kann ein Journalist immer nur nach dem gehen, was er an Informationen hat. Problematisch wird es aus meiner Sicht nur dann, wenn eine Journalistin nur dann schreibt, wenn es aus ihrer Sicht etwas Negatives zu berichten gibt. Und somit die positiven Aspekte beziehungsweise die Verdienste weggelassen werden. Doch auch das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Zum Glück bin ich schon aus meinen früheren Tätigkeiten als Kultur- sowie Citymanager Einiges gewöhnt.

DAZ: Lassen Sie uns das Thema wechseln. 2010 findet vom 20. Mai bis 10. Oktober die große Landesaustellung Bayern-Italien statt. Wie soll das Begleitprogramm aussehen?

Grab: Das wird die Regio im nächsten Kulturausschuss vorstellen. Es wird ein attraktives, aber auch der Haushaltskrise geschuldetes Begleitprogramm werden. Wir können nicht so tun, als würde es ein Rahmenprogramm geben können wie in Zeiten, in denen es keine solch extremen Haushaltsprobleme gab. Aber das Schöne an Augsburg ist, dass wir ein gutes kulturelles Netzwerk haben, so dass bestehende Veranstaltungen bzw. Projekte entsprechend an das Thema Bayern-Italien angepasst werden können. Ich nenne als Beispiel die Lange Kunstnacht, welche in diesem Jahr die Italienische Nacht werden wird.

DAZ: Das zweite Brecht-Fest steht vor der Tür. Welche Ziele verfolgt das Programm?

Grab: Das Programm kann man dem Internet entnehmen: www.brechtfestival.de. Es stand und steht außer Frage, dass die Tatsache, dass dieser großartige Dichter in Augsburg geboren wurde und lebte, entsprechend zu würdigen ist. Das Brecht-Festival ist ein Aspekt unter vielen, wenngleich ein gewichtiger. Zuallererst muss aber Brecht bei unserer eigenen Bevölkerung ankommen. Deshalb ist es wichtig, ein Programm anzubieten, von dem sich möglichst viele angesprochen fühlen. Auch sollten örtliche Akteure bestmöglich einbezogen werden. Und wenn wir schon überregional als die Geburtsstadt von Bertolt Brecht wahrgenommen werden wollen, dann sollten wir nun einmal an seinem Geburtstag mit einem Festival feiern. Deshalb feiert die erste Gala in seinen Geburtstag hinein und am 10. Februar gibt es die zweite Gala sowie die Brecht-Preisverleihung an Albert Ostermaier.

„Die Finanzierung der Interimsspielstätte ist derzeit tatsächlich noch nicht gesichert“

DAZ: Herr Grab, das Stadttheater ist wohl die größte und kostenintensivste Langzeitbaustelle, die es je im Kulturbereich gegeben hat. Allein für die temporäre Ersatzspielstätte sind Baukosten in Höhe von 4 bis 5 Mio. Euro im Gespräch. Die Gesamtvergütung für die Architektenleistungen würde dann deutlich über dem EU-Schwellenwert von 193.000 Euro netto liegen. In der Folge wäre ein Vergabeverfahren mit mehreren Bewerbern für die Planung notwendig. In der letzten Stadtratssitzung, in der die Bereitstellung von Planungsmitteln beschlossen wurde, schien aber bereits alles auf den Hamburger Theaterarchitekten Jörg Friedrich hinauszulaufen. Wird noch ein Vergabeverfahren nach VOF durchgeführt?

Grab: Bei angenommenen Baukosten von 4 bis 5 Mio. Euro würde bei einzelnen Gewerken die Architektenvergütung den EU-Schwellenwert überschreiten, wenn alle Leistungsphasen gleichzeitig beauftragt würden. Ein VOF-Verfahren wäre somit durchzuführen. Es ist beabsichtigt, der Firma PFP-Architekten, Hamburg, die bereits die Grundlagenermittlung durchgeführt hat, einen Folgeauftrag zu geben, der nur die nächsten Leistungsphasen umfasst. Es gilt zunächst nur festzustellen, was eine Interimsspielstätte wirklich benötigt und kostet. Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass für das Vorhaben noch kein Projektbeschluss gefasst wurde, der sozusagen der Startschuss wäre. Der EU-Schwellenwert wird für die anstehenden Architektenleistungen bei weitem nicht erreicht. Ein VOF-Verfahren ist somit nicht erforderlich.

DAZ: Im Jahr 2002 hat das Augsburger Architekturbüro Voit & Partner einen Realisierungswettbewerb für ein Schauspielhaus mit 320 Plätzen gewonnen, genau auf dem Baugrundstück der Ersatzspielstätte. Gemäß GRW (Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe) müsste die Stadt einem der Preisträger, in der Regel dem 1. Preisträger, die für die Umsetzung des Wettbewerbsentwurfs notwendigen weiteren Planungsleistungen übertragen. Das Architekturbüro Voit & Partner hat nach unserem Kenntnisstand bereits entsprechende Ansprüche angemeldet. Wie geht die Stadt damit um? Ist ein Rechtsstreit zu befürchten? Ist dadurch die Fertigstellung der Ersatzspielstätte bis Ende 2010 gefährdet?

Grab: Es ist richtig, dass sich das Architekturbüro an die Stadt Augsburg gewandt hat. Nach meinem Kenntnisstand können aus dem seinerzeitigen Wettbewerb für die Interimsspielstätte keine Ansprüche abgeleitet werden. Die Interimsspielstätte ist ein temporäres Bauwerk in Leichtbauweise. Sollte es sich in den weiteren Planungen bzw. der Realisierung ergeben, dass das Anforderungsprofil mit der Ausschreibung im Jahre 2002 deckungsgleich sein sollte, könnten sich Ansprüche daraus ergeben. Dies kann ich derzeit jedoch nicht erkennen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich ein Rechtsstreit anschließen wird. Die Fertigstellung der Interimsspielstätte bis Ende 2010 sehe ich dadurch nicht gefährdet.

DAZ: Ist die Finanzierung der Ersatzspielstätte überhaupt gesichert?

Grab: Die Finanzierung der Interimsspielstätte ist derzeit tatsächlich noch nicht gesichert. Kauf, Miete oder Leasing sind alles Optionen, die weiterhin abgewogen werden.

DAZ: Der Werkausschuss hat Anfang Dezember Container in München besichtigt. Ist damit die Gestaltung der Ersatzspielstätte bereits festgelegt?

Grab: Nein, mit der Besichtigung der Probebühne in München durch den Werkausschuss der Stadt Augsburg ist keineswegs die Gestaltung der Spielstätte bereits festgelegt.

DAZ: Besteht angesichts der 100 Millionen Euro Kosten für die Generalsanierung nicht die Gefahr, dass im Großen Haus ganz lange gar nichts passiert?

Grab: Die in der Grundlagenermittlung geschätzten Kosten von ca. 100 Mio. Euro sind nicht nur Sanierungskosten für das Große Haus, sondern umfassen die gesamte Neukonzeption, somit auch den Neubau der Werkstätten und die Sanierung der Freilichtbühne. Die Sanierung bzw. Neukonzeption des Theaters Augsburg ist eine gewaltige Herausforderung, die aber mit entsprechender Unterstützung der Politik über einen Zeitraum von 10 Jahren durchaus zu stemmen ist. Nach der Interimsspielstätte wäre der Neubau der Werkstätten und der Verwaltung anzugehen. Die Sanierung des Großen Hauses und der Freilichtbühne sind zeitlich betrachtet die letzten Maßnahmen, es sei denn, der Stadtrat, der darüber zu beschließen hat, sieht das anders. Für die Sanierung des Großen Hauses sind nach der Grundlagenermittlung ca. 27 Mio. Euro anzusetzen.

DAZ: “100 Millionen Euro”, das ist ein unglaublicher Betrag. Könnte man mit dieser gigantischen Summe nicht bis auf die Fassade alles abreißen und einen kompletten Theater-Neubau bezahlen?

Grab: Wie bereits angesprochen, umfassen die 100 Mio. Euro alle Einzelmaßnahmen der Neukonzeption. Die Grundlagenermittlung hat ergeben, dass eine Sanierung der Werkstätten nicht zielführend ist. Ein Abriss und ein Neubau der Produktionsstätten sind vorgesehen, die derzeit mit Kosten von ca. 88,5 Mio. Euro – diese beinhalten aber auch eine zweite Spielstätte – veranschlagt werden.

DAZ: Herr Grab, vielen Dank für das Gespräch.



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Das „Gespräch“ fand zeitnah per Mail-Austausch statt. Die Fortsetzung des Interviews ist für die kommende Woche im Terminkalender des Kultur- und Sportreferenten vermerkt. Im zweiten Teil soll Peter Grab nicht nur in seiner Eigenschaft als Kulturreferent noch offene Fragen beantworten, sondern auch zu seiner Wirksamkeit als Sportreferent Stellung beziehen.