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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Aktion „Straßenklavier“ wird um einen Tag verlängert – Ärger in der City Galerie

„Play me, I’m Yours“, soll einen weiteren Tag Flaneure und Passanten mit spontanen musikalischen Vorträgen im öffentlichen Raum beglücken. „Musik wird nicht von jederman als angenehm empfunden, denn stets ist sie mit Geräusch verbunden.“ Dieses Wilhelm Busch-Zitat gilt für das Oktopus-Klavier in der City Galerie.



Die Straßenklavier-Aktion mit zehn öffentlich zugänglichen Pianos wird bis Sonntag, den 28. Mai, in Augsburg aufgrund der guten Wettervorhersage und der positiven Resonanz verlängert. Bis Sonntag ist also weiterhin „jeder eingeladen, an insgesamt zehn Streetpianos im Stadtgebiet Platz zu nehmen und zu musizieren, oder einfach nur die besondere Atmosphäre auf Augsburgs Plätzen zu genießen“, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt. „Die Aktion hat all unsere Erwartungen übertroffen. Deswegen bemühen wir uns, in enger Zusammenarbeit mit Augsburg Marketing um eine Wiederholung der Aktion im nächsten Jahr“, so Bürgermeisterin und Schirmherrin Eva Weber. Die eigens für „Play Me, I’m Yours Augsburg“ gestalteten Klaviere verlassen am Montag, 29. Mai, ihre Standplätze. Zum Teil werden sie Einrichtungen wie beispielsweise dem Bürgertreff Hochzoll zur Verfügung gestellt. „Das ein oder andere Klavier soll bei Veranstaltungen wie zum Beispiel den Sommernächten wieder zum Einsatz kommen“, so Ekkehard Schmölz, Leiter von Augsburg Marketing.

Weniger begeistert als die Selbstreferenz-Experten der Stadt sind allerdings die Dauerbetroffenen der umliegenden Geschäfte, die stundenlang das tägliche Geklimper in der City Galerie (öffentlicher Raum?) ertragen müssen. Eine Blitz-Recherche der DAZ förderte zutage, dass sich weder die Kundschaft des Eis-Ladens noch deren Angestellte sowie die VerkäuferInnen des Schreibwarenladens und der „Nordsee-Bude“ von der dauerhauften Geräuschkulisse der Piano-Musik unterhalten fühlen: Der Stressfaktor sei kaum auszuhalten und für das Geschäft sei es ebenfalls abträglich, so die Befragten, die sich von dem Szenario mehr als „genervt“ zeigten.

Foto: Oktopus-Klavier in der City Galerie (c) DAZ



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