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Samstag, 24.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Zerstörte Wahlplakate: AfD Augsburg ruft zu fairem Wahlkampf auf

In einem Offenen Brief an die Grüne Jugend und die Grünen in Augsburg lädt Thomas Lis, Vorstand des Kreisverbandes Augsburg-Stadt der Alternative für Deutschland AfD, zum Meinungsaustausch über einen fairen Wahlkampf ein.

Für einen Wahlkampf ohne "Nazikeule": Thomas Lis

Für einen Wahlkampf ohne "Nazikeule": Thomas Lis


Anlass für den Brief sind jüngste Äußerungen der Grünen Jugend in Göttingen, dem Wahlkreis von Jürgen Trittin. Auf ihrer Internetseite ruft die GJ Göttingen im Rahmen einer Kampagne dazu auf, unter anderem Wahlwerbung der AfD als “rechte Propaganda aus dem Bundestags­wahlkampf aktiv herauszuhalten”. In der Folge kam es nach lokalen Medienberichten in Duderstadt im Landkreis Göttingen zur Zerstörung von Wahlplakaten der eurokritischen Partei. Im Göttinger Stadtteil Geismar wurde die Fassade eines Gasthauses beschmiert, in der am Freitagabend eine Versammlung der AfD stattfinden sollte, wie das Göttinger Tageblatt berichtete.

“Müssen wir uns darauf einstellen, dass auch hier in Augsburg antidemokratische und ungesetzliche Aktionen von den Grünen toleriert, geduldet oder gar gefördert werden?”, fragt Thomas Lis deshalb in seinem Offenen Brief. Nachdem in Augsburg die Plakate der REPs bereits größtenteils zerstört worden seien, gebe es offensichtlich auch hier solche antidemokratischen Tendenzen, die Lis allerdings “in keinster Weise” mit den Grünen in Verbindung sieht.

Nazikeule fehl am Platz

“Da wir aber vor der Bundestagswahl vermutlich ja auch noch ein paar Plakate anbringen werden, stellt sich für mich die Frage, wie die Grünen und die Grüne Jugend zu diesem Thema steht”, so der Augsburger Kreisvorstand weiter. Er bietet deshalb “einen Meinungsaustausch in einem lockeren Rahmen” an, um eventuelle Missverständnisse auszuräumen. Dies sei man den vielen engagierten Mitgliedern beider Parteien schuldig, die sich “sicherlich auch bei Euch” in aufopfernder, zeitraubender und kostspieliger Arbeit um einen fairen Wettkampf der Ideen bemühen würden.

Die Mitglieder der AfD seien zum Großteil Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, weder radikal rechts noch radikal links. Ihr Klientel überschneide sich in nicht geringem Maße mit den Grünen. “Die Nazikeule, die bei den meisten Medien und Parteien eigentlich schon ‘ausgelutscht’ ist, ist hier sicherlich völlig fehl am Platz”, so Lis.