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Mittwoch, 23.10.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Abschiebungen nach Afghanistan: Pouya vor der Rückreise?

Die Schauburg, das mit den Münchner Kammerspielen und der Otto-Falckenberg-Schule assoziierte Kinder- und Jugendtheater der Stadt München, hat Ahmad Shakib Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ angeboten.

Pouya in Kabul

Pouya in Kabul - Foto: privat


Ein Arbeitsvertrag könnte dem „Augsburger Vorzeigeflüchtling“, wie die Augsburger Allgemeine titelte, die Rückkehr nach Deutschland ermöglichen. Der Projektvertrag sei bereits unterschrieben und werde nun an die deutsche Botschaft in Kabul weitergeleitet, wie der Pouya-Unterstützerkreis heute bekannt gab. Es wäre möglich, dass Pouya dauerhaftes Bleiberecht erhalte, schließlich habe er zwei Angebote für feste Arbeitsverhältnisse in der Tasche: bei der Flüchtlingsberatung der IG Metall in Frankfurt sowie das Engagement am Staatstheater am Gärtnerplatz.

Letzteres würde durch den Projektvertrag mit der Schauburg zeitlich nach hinten rücken. Rainer Werner Fassbinders Film und Theaterstück „Angst essen Seele auf“ ist ein frühes Kunstwerk in Sachen Integration. Pouya soll in der Neuinszenierung des Schauburg-Intendanten George Podt nicht nur den Ali spielen, sondern auch die Musik zum Stück komponieren. Die bekannte Münchner Film- und Theaterschauspielerin Ilona Grandke übernimmt die Rolle der Emmi. Die Ausstattung besorgt der renommierte Bühnenbildner und Regisseur Peer Boysen. George Podt und die Schauburg-Dramaturgin Dagmar Schmidt wollen mit der Neuinszenierung ein Zeichen in unruhigen Zeiten setzen. Auf Pouya waren sie durch die Berichterstattung in den Medien aufmerksam geworden.



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