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Donnerstag, 23.01.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

“Ab Mitternacht ist die Luft zum Schneiden”

Die erste kritische Zahl für 2011 lässt so sicher prognostizieren wie die Umlaufbahn des Mondes: Der zulässige EU-Grenzwert für Feinstaub wird zu Beginn des Jahres wegen der Silvesterknallerei um zirka das Doppelte überschritten werden.

Explosionsartiger Anstieg der Feinstaubwerte: Silvesterfeuerwerk

Explosionsartiger Anstieg der Feinstaubwerte: Silvesterfeuerwerk


Der EU-Grenzwert liegt bei 50 µg/m³. Beim Jahreswechsel 2009/2010 wurden an den Messstellen Königsplatz, Karlstraße und Bourges-Platz mehr als zehn Stunden lang Werte um 100 µg/m³ gemessen. Alle Jahre steigen zum Jahreswechsel die Feinstaubwerte explosionsartig an. Durch das Abbrennen der Silvesterböller werden große Mengen an Partikeln freigesetzt, die beim Einatmen die Gesundheit langfristig schädigen können. “Pünktlich ab Mitternacht ist die Luft in Augsburg in der Regel zum Schneiden”, so Gabriele Neupert vom Umweltamt in Augsburg. Wie schnell sich die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk wieder reduziere, hänge hauptsächlich von den Witterungsverhältnissen ab. Bei einer stabilen Inversionswetterlage können sich die Schadstoffe über viele Stunden lang nicht verflüchtigen und würden wie eine Glocke über der Stadt hängen.

An 40 Tagen wurde der EU-Grenzwert in Augsburg überschritten

Insgesamt wurde in Augsburg im Jahr 2010 der EU-Grenzwert für Feinstaub an 40 Tagen überschritten (Stand 23. Dezember). Erlaubt sind nicht mehr als 35 Überschreitungstage. Auch im Jahr 2011 wird wohl der Neujahrstag wieder der erste Tag des Jahres mit einer Grenzwert-Überschreitung sein. Beim Silvesterfeuerwerk rät Umweltreferent Rainer Schaal nicht nur deshalb zur Zurückhaltung und verweist darauf, dass in einzelnen Teilen der Innenstadt das Abbrennen von Böllern, Raketen undsoweiter an Silvester und am Neujahrstag auch aus Brandschutzgründen verboten ist.