Die Augsburger Zeitung

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Mittwoch, 18.10.2017 • Nr. 291 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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650 Jahre Fugger in Augsburg: Stadt würdigt Wirken der Fugger

Mit einem Empfang im Goldenen Saal des Rathauses am Montag, 16. Oktober (20 Uhr), würdigt die Stadt Augsburg das außergewöhnliche, langjährige und stadtgeschichtlich prägende Engagement der Fugger-Familie.

Ausschnittvergrößerung des Eintrags im Steuerbuch von 1367 über die Ankunft von Hans Fugger als erstem Fugger in Augsburg. Quelle: Stadtarchiv Augsburg

Ausschnittvergrößerung des Eintrags im Steuerbuch von 1367 über die Ankunft von Hans Fugger als erstem Fugger in Augsburg. Quelle: Stadtarchiv Augsburg

Anlass dieser Wertschätzung ist das Jahr 1367, in dem Hans Fugger nach Augsburg kam. Damit gestalten die Fugger seit 650 Jahren in Augsburg, wie auch in Schwaben und Bayern wichtige Entwicklungen mit. Vor diesem Hintergrund ist auch Ministerpräsident Horst Seehofer zu Gast des Fugger-Festakts, mit dem die Stadt ihre verbindende Wertschätzung gegenüber dem Haus Fugger zum Ausdruck bringt.

Mildtätige Wohnhilfe und einzigartige Symbolkraft

Wie Oberbürgermeister Kurt Gribl betont, ist die Geschichte Augsburgs untrennbar mit dem Namen Fugger verbunden. „Die Familie wirkt noch immer in der Fugger´schen Tradition gelebter Verantwortung für die Stadtgesellschaft Augsburgs und unsere bayerische Heimat. Die Einrichtung der Fuggerei, der heute ältesten Sozialsiedlung der Welt, ist nicht nur eine berühmte touristische Sehenswürdigkeit. Sie ist bis heute eine mildtätige Wohnhilfe für bedürftige katholische Bürgerinnen und Bürger Augsburgs.“

Augsburg und die Fugger – ein Geben und Nehmen

Begonnen hat alles mit dem Weber Hans Fugger, der vor 650 Jahren aus dem Schwäbischen nach Augsburg einwanderte und Stammvater der bis heute so bedeutenden Familie wurde. Dies geht aus den Akten der Freien Reichsstadt Augsburg hervor, wo mit dem „Fucker advenit“ 1367 die Ankunft des ersten Fuggers im Steuerbuch vermerkt ist.

Als „Erfolgsgeschichte einer Symbiose“ bezeichnet Prof. Dr. Dietmar Schiersner, wissenschaftlicher Leiter des Fugger-Archivs, in seinem Fest-Vortrag die Geschichte der Fugger in Augsburg. Schlaglichtartig beleuchtet er die Herkunft der Fugger, die ökonomischen Impulse, das soziale Engagement, den politischen Einsatz und konfessionell-religiöse Initiativen der Fugger für die Stadt. Augsburg erwies sich im Spätmittelalter als idealer Nährboden für den Aufstieg der Familie. Von dem symbiotischen Verhältnis eines gegenseitigen Gebens und Nehmens profitieren Kommune wie Familie bis heute.

Heutige Fuggerlinien in der Verantwortung

Wie die Verantwortung bis heute gelebt wird, wer die Fugger heute sind, und wie der Fugger´sche Familienseniorat das Vermögen, wie auch die neun Fugger´schen Stiftungen fortentwickelt, darüber sprechen beim Festakt in einer Talk-Runde die Vertreter der drei Linien der Familie Fugger: Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, Senioratsvorsitzende der Fugger´schen Stiftungen als erste Frau in der Familiengeschichte, Gräfin Maria-Theresia Fugger von Glött und Alexander Erbgraf Fugger-Babenhausen.

Stoff für ein eigenes Musical

Auch musikalisch sind die Fugger ein Thema geworden. Der Komponist Stephan Kanyar, freier Komponist, Dirigent und Pianist, beschäftigt sich seit 2003 mit der Entwicklung neuer Musicals. Er widmete „Frankenstein“ und „Casanova“ ebenso ein Werk, wie „Einstein“. Ganz neu im Repertoire des Künstlers ist das Musical „Herz aus Gold“, das die Geschichte der Fugger thematisiert und als Werk eigens für Augsburg zum Auftakt der diesjährigen Freilichtbühnensaison uraufgeführt wird. Mit dem Titelsong „Herz aus Gold“ und dem Stück „Tanz deine eigene Weise“ übernimmt das Theater Augsburg die musikalische Gestaltung des festlichen Empfangs, den Horst Thieme moderiert.


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