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Mittwoch, 18.10.2017 • Nr. 291 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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FCA: Augsburg im Höhenrausch

Am 5. Spieltag feierte der FCA gegen den Vizemeister aus Leipzig vor 26113 Zuschauern in der erstmals illuminierten WWK-Arena seinen dritten Sieg in Folge. Der Siegtreffer für die Fuggerstädter fiel bereits in der 4. Spielminute. Mit seinem ersten Bundesligator für den FCA schoss Neuzugang Michael Gregoritsch den Abstiegskandidaten Nummer 1 auf den dritten Tabellenplatz.

Von Udo Legner

Ob sich RB-Coach Ralph Hassenhüttl von seinen Kegelbrüdern beraten ließ? Alle Neune - nach diesem Rezept jedenfalls hatte der Trainer des Vizemeisters seine Startelf neu formiert, nachdem es bei der Championship-Premiere gegen den AS Monaco und im letzten Heimspiel gegen die Borussia aus Mönchengladbach lediglich zu einem Unentschieden gereicht hatte. In Anbetracht dieses Leipziger Allerleis nahmen sich die Umstellungen, die Manuel Baum gegenüber dem Frankfurt-Spiel vornahm, geradezu behutsam aus. Caiuby, Jan Moravek und Michael Gregoritsch rückten für Marcel Heller, Ja-Cheol Koo und Jonathan Schmid in die Anfangsformation.

Furioser Start des FCA

Dass weniger manchmal mehr ist, zeigte sich gleich zu Beginn der Partie. Furios und mit breiter Brust legte der FCA los und schloss schon in der 4. Spielmute einen Konter erfolgreich ab. Nach feinem Zusammenspiel und großem Einsatz von Cajuby und Alfred Finnbogason erzielte der Ex-Hamburger Michael Gregoritsch mit einem Linksschuss aus sieben Metern sein erstes Bundesligator für die Brechtstädter.

Beflügelt von diesem frühen Führungstreffer legte der FCA nach und kam im Vier-Minuten-Takt (8. und 12. Min.) gefährlich vor das Tor von RB-Keeper Mvogo. Auf der Gegenseite ließ Nationalspieler Timo Werner wiederholt seine Torgefährlichkeit aufblitzen (11. und 15. Min.). Nach der ersten Viertelstunde verlagerte sich das Spielgeschehen zusehends in die Augsburger Hälfte. Mit ansehnlichen Ballstafetten näherten sich die Leipziger ein ums andere Mal dem Augsburger Strafraum, ohne die Augsburger Dreier-Kette (Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger), deren Defensivarbeit von einem kompakten Mittelfeld unterstützt wurde, vor allzu große Probleme zu stellen. So war es fast wie in dem Grimm’schen Märchen beim Wettlauf zwischen dem Hase und dem Igel. Wann immer die Hasenhüttl Truppe vor das Tor von Marwin Hitz kam, die Augsburger Abwehrspieler waren schon da! Mit geschicktem Stellungsspiel und robuster Defensivarbeit – allen voran Ex-RB-Kicker Rani Khedira - blieb die Offensive der Leipziger trotz der Eleganz und Ballsicherheit des 12-Millionen-Euro-Neuzugangs Brumas und der Antrittsschnelligkeit Timo Werners weitgehend wirkungslos.

Die harte Augsburger Gangart setzte den Leipzigern so zu, dass sie aus ihrer Dominanz (61 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte) kein Kapital schlagen konnten. So konnte Leipzig sogar von Glück sagen, dass die Distanzschüsse von FCA-Kapitän Baier und Martin Hinteregger das Tor knapp verfehlten.

Fazit zur Pause:

Die FCA Führung ist aufgrund des großen kämpferischen Einsatzes durchaus verdient! In der zweiten Hälfte erhöhte die Hasenhüttl-Truppe die Schlagzahl. Der FCA hatte jetzt mehr und mehr Mühe, die Kombinationen der Leipziger zu unterbinden. Allzu oft landeten die Befreiungsschläge beim Gegner oder gingen gleich ins Seitenaus. Doch trotz des Spiels auf ein Tor konnte sich der Vizemeister keine hochkarätigen Chancen erspielen – abgesehen von dem Distanzschuss Halstenbergs (62. Min.), der von Marwin Hitz bravourös pariert wurde. So kam es zu dem unerwarteten Happy End, da es dem FCA mit letztem Einsatz und frischen Kräften - für Michael Gregoritsch (46. Min.) und Jan Moravek (63. Min.) kamen Koo und Heller ins Spiel - gelang, den Vorsprung über die 90 Minuten und die drei Minuten Nachspielzeit zu retten.

Standing Ovations für den Augsburger Höhenflug

Auch zehn Minuten nach Abpfiff der Partie feierte fast der gesamte Stehblock mit Standing Ovations Augsburgs dritten Dreier in Folge, der den Abstiegskandidaten Nummer 1 zumindest für eine Nacht auf den dritten Tabellenplatz klettern ließ. Bereits am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) geht es zum Schwabenderby nach Stuttgart, bei dem der FCA als Favorit ins Spiel geht!

Aufstellung: Hitz - Gouweleeuw , Khedira , Hinteregger - Opare , Max, Moravek, D. Baier - Gregoritsch , Caiuby,  Finnbogason.

Einwechslungen:  46. Koo für Gregoritsch, 63. Heller für Moravek, 89. Cordova für Finnbogason


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