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Dienstag, 25.7.2017 • Nr. 206 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Dauchers Puttenfiguren ziehen ins Maximilianmuseum um

Hans Dauchers Puttenfiguren werden von der Fuggerkapelle in St. Anna ins Maximilianmuseum verfrachtet. Die Putti gelten als Meisterwerke der deutschen Renaissanceskulptur.

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Welsche Kindlein - Repliken der Putti von Hans Daucher in der Fuggerkapelle, St. Anna, © Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen, Foto: Sabine Darius

Die zum national wertvollen Kulturgut zählenden Puttenfiguren aus der Fuggerkapelle in St. Anna beziehen ihre neue Heimat im Augsburger Maximilianmuseum. Zum Schutz und dauerhaften Erhalt der von Hans Daucher (1486–1538) geschaffenen, weltberühmten Figuren aus Kalkstein werden die Originale aus dem Eigentum der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen nun als Leihgabe an das Augsburger Maximilianmuseum übergeben. Die neue Präsentation wurde durch die Stadtsparkasse Augsburg sowie die Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung ermöglicht.

Die Übergabe der Putti an die Stadt Augsburg im Maximilianmuseum wird in Anwesenheit von I.E. Maria-Elisabeth Gräfin Thun-Fugger (Vorsitzende des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats), Prof. Dr. Dietmar Schiersner (Wissenschaftlicher Leiter der Fugger-Archivs), Wolf-Dietrich Graf von Hundt (Administrator, Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration), Thomas Weitzel (Kulturreferent der Stadt Augsburg), Dr. Christof Trepesch (Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg) und Dr. Christoph Emmendörffer (Leiter Maximilianmuseum) vollzogen. Ein größeres Medienaufgebot wird am kommenden Montag, den 17. Juli erwartet.

Nachdem 2001 bereits ein Putto aus der St. Anna-Kirche gestohlen wurde und die Putti, die im Eigentum der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen St. Anna-Stiftung sind, als Unikate mit ihrem hohen Wert auf der Brüstung der Fuggerkapelle in St. Anna nicht mehr adäquat versichert werden konnten, fanden Gespräche mit der Stadt Augsburg statt. Gemeinsames Ziel war es, den Verbleib der wertvollen Unikate in Augsburg zu sichern und die originalen Putten so weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, wie Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Kulturreferent Thomas Weitzel versichern.

Die Meisterwerke der deutschen Renaissanceskulptur zählen zu den hervorgehobenen Sehenswürdigkeiten. Die sechs pittoresken Puttenfiguren bekrönten schon seit dem 16. Jahrhundert die Brüstung der Fuggerkapelle in St. Anna. Um das beeindruckende Erscheinungsbild des Ensembles zu bewahren, veranlassten die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen zudem die Aufstellung hochwertiger Repliken in der Fuggerkapelle, indem sie die Kosten in Höhe von 60.000 Euro trugen. Der intensive Prozess der komplizierten Reinigung, Abformung und Übergabe fand in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten statt und ermöglicht nun der Öffentlichkeit die Besichtigung der Originale im Augsburger Maximilianmuseum.


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