Die Augsburger Zeitung

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Dienstag, 25.7.2017 • Nr. 206 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Benefizkonzert: Heimspiel für Diana Damrau

Mit Charme und Temperament singt sich Starsopranistin Diana Damrau gemeinsam mit ihrem Ehemann Nicolas Testé in die Herzen der jubelnden Augsburger

Diana Damrau ist dafür bekannt, unkompliziert und bodenständig zu sein. Die aus Günzburg stammende Star-Sopranistin ist natürlich auch in der Region sehr gefragt und deshalb ist es kein Wunder, dass das Benefizkonzert, das sie in Augsburg zugunsten der Eva Maria und Horst Köhler Stiftung zur Erforschung seltener Krankheiten gab, in drei Stunden ausverkauft war. Die Idee zu dem Konzert ist schon älter, bisher kam es jedoch nie zur Umsetzung. Nun konnte das Theater zum Abschluss der Saison – und auch der Intendanz – dem Publikum ein fulminantes Feuerwerk präzise und gut gelaunt vorgetragener Musikstücke präsentieren.

Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bassbariton Nicolas Testé und begleitet von den Augsburger Philharmonikern unter dem Dirigat von Pavel Baleff bot die Sopranistin ein ansprechendes Programm aus Instrumentalnummern und Arien. Integriert waren auch Chor und Extrachor des Theaters, die mit dem Zigeunerchor aus dem Troubadour auch eine „Solonummer“ erhielten. Der erste Teil beinhaltete Werke von Bellini, Meyerbeer und Jules Massenet. Besonders in der letzten Liedfolge aus Manon zeigte Diana Damrau auf hinreißende Weise ihren Charme, wenn sie über ihre Schönheit sinniert (Suis-je gentille ainsi?) oder eine Hymne auf Verdi, Ponchielli sowie die Zigeunergeige aus Kálmáns Gräfin Maritza singt - bis hin zu einem Liebesduett aus Gershwins Porgy and Bess, das sie gemeinsam mit ihrem Mann mit viel Bühnenpräsenz bis zum finalen Kuss mimte (Bess, you is my woman now). Nicolas Testé überzeugte mit einer warmen, klangvollen Stimme, wirkte jedoch neben dem Energiebündel Damrau doch etwas hölzern auf der Bühne.

Die Mitwirkenden hatten zugunsten der Köhler-Stiftung auf ihre Gage verzichtet, zusätzlich stellte Diana Damrau noch vier ihrer Bühnenroben für eine Versteigerung zugunsten der Kartei der Not zur Verfügung. Diese erfolgte in der dann doch sehr langen Pause durch die Theaterintendantin Juliane Votteler, die diesen Galaabend als Zuckerl zum Abschluss der Intendanz verbuchen konnte. Alles, was in der Augsburger Konzertszene Rang und Namen hat, war im Kongress am Park erschienen. Dazu noch Prominenz wie Eva Maria und Horst Köhler und Theo Weigl mit Gattin. Marie Luise Köhler ließ es sich nicht nehmen, ihre Stiftung mittels eines Films kurz vorzustellen. Ein wahrlich hinreißendes Geschenk an das Augsburger Konzertpublikum. Die spritzige und gut gelaunte Diana Damrau belohnte die Fans zum Abschluss mit „Il mio babbino caro“ als Zugabe.


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