Die Augsburger Zeitung

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Donnerstag, 21.9.2017 • Nr. 264 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Bundesliga: Darmstadt noch am Leben, Augsburg erleidet schweren Rückfall

“Totgesagte leben länger”, sagt der Volksmund und seit gestern trifft das auf die Darmstädter Lilien zu, die sich mit Herz und Leidenschaft am 20. Spieltag in der Fußballbundesliga zurück meldeten, indem sie die hochbegabten Favoriten aus Dortmund auf imponierende Weise bezwangen.

Von Siegfried Zagler

Für die Darmstädter Fußballfans ist seit gestern jeder weitere Spieltag in der Ersten Liga ein Fest und am Ende steigt vielleicht sogar eine große Party mit einer Bundesliga-Folgesaison. Träumen darf man jedenfalls wieder davon im fußballverrückten Darmstadt, während sich in Augsburg, das lässt sich auch an den rückläufigen Zuschauerzahlen ablesen, eine gewisse Ernüchterung breit macht.

Gegen Mainz 05 lieferten die Augsburger ein Leistung ab, die an die  Endphase der Weinzierl-Ära erinnerte und vor allem die weiterhin rätselhafte Freistellung von Dirk Schuster ad absurdum führt. Dirk Schuster soll an dieser Stelle nicht nachgetrauert werden, seine Verpflichtung war der Fehler, nicht seine Entlassung. Bei Schuster wurde aber immerhin ordentlich verteidigt. Ein Sachverhalt, den man gegen Bremen und Mainz vermissen ließ. Bereits in Wolfsburg war das Glück der zuverlässigste Bundesgenosse der Augsburger, die, hätten sie gegen Wolfsburg und Bremen weniger glücklich agiert, heute zu den ersten Abstiegskandidaten zählen würden.

Mit 24 Punkten nach 20 Partien ist man vom rettenden Ufer nicht mehr so weit entfernt, dennoch könnte es noch  eng werden, würde der FCA den Mainzer Stiefel nicht abstreifen können. Nichts von dem, was von Manuel Baum versprochen wurde, wurde in Mainz eingelöst. Der FCA agierte hilflos bei Ballbesitz und spielte den konterstarken Mainzer regelmäßig mit einfachen Ballverlusten in die Karten. Weder auf der linken Seite noch auf der rechten Seite konnten die Außenpärchen für Sicherheit nach hinten und Druck nach vorne sorgen. Aus dem Mittelfeld kamen keine kreativen Impulse, keine Pässe in die Schnittstellen und Raul Bobadilla erhielt, obwohl ständig in Bewegung, kein einziges verwertbares Zuspiel. Alles blieb im Vagen, fast jeder Angriff verpuffte im Nichts.

“Hilflos, ratlos, eigenschaftslos”, so lässt sich der blutleere Auftritt der Augsburger in Mainz hinreichend beschreiben. Bereits am kommenden Freitag sind die wiedererstarkten Leverkusener zu Gast in der WWK Arena, dann folgen zwei Auswärtsspiele in Berlin und Darmstadt. Gut möglich, sollte der FCA gegen Bayer und Hertha nicht punkten, dass am Böllenfalltor das Abstiegsgespenst nach Augsburg zurückkehrt.


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