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Samstag, 18.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Hier der vollkommene Oberbürgermeister, dort die verkommene CSU

Warum die CSU für mögliche Koalitionäre wie ein Heiratsschwindler daher kommt

Von Siegfried Zagler

I Die Zeitung

Die Spielräume bei einer Aufstellung einer Stadtratsliste sind bei der CSU nicht besonders groß. Gesetzt sind die Vertreter der Ortsverbände, die Vorstände der beiden Bezirksverbände, die Vorsitzende der Frauen-Union, der Vorsitzende der Jungen Union sowie natürlich der Oberbürgermeister. Nimmt man den Fraktionsvorstand und die stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirksvorstandes sowie verdiente Stadträte hinzu, dann reduzieren sich die Gestaltungsspielräume der ersten 30 Plätze auf der Augsburger CSU-Liste auf ein geringes Maß. Weshalb die Gestaltungsvorschläge des Oberbürgermeisters, zwei Seiteneinsteiger (Jürgen Schmid und Katja Scherer) sowie alle CSU-Referenten vorne auf der Liste zu platzieren tagelang bei den Parteioberen für Kopfschmerzen gesorgt hatten. Zieht man bestimmte persönliche Verwerfungen zwischen bestimmten Personen noch in Betracht und stellt darüber hinaus in Rechnung, dass es auf der samstäglichen Aufstellungsversammlung unter den zirka 120 Delegierten eine Mehrheit für den Westen gab, also für jenen Bezirksverband, dem Rolf von Hohenhau vorsitzt, dann ist festzuhalten, dass das Pulverfass namens CSU am Samstag vermutlich auch deshalb nicht hoch ging, weil der Lokalchef der Augsburger Allgemeinen, Alfred Schmidt, mit seinen Kommentaren vor der Aufstellungsversammlung die Lunte nass gemacht hatte. Apropos „Zeitung“: Seit Samstag, 22. Juni 2013 beginnt für die Augsburger Allgemeine eine neue Zeitrechnung, denn von nun an heißt es: Wer auf Bernd Kränzle oder Johannes Hintersberger schießt, trifft auch Kurt Gribl. Wer Rolf von Hohenhau angreift, greift auch Kurt Gribl an. Diese Namen stehen nun hintereinander auf einer Tafel, die auf eine konkret formulierte Programmatik verweist, auch wenn Hohenhau weiterhin an seinem ureigenen Sprengtunnel Richtung Bahnhof gräbt. Alfred Schmidt und die Augsburger Allgemeine haben mit der Stärkung „ihres“ Oberbürgermeisters erreicht, dass sich die CSU in Sachen Liste auf „ihren“ Oberbürgermeister eingelassen hat. Nun darf man gespannt sein, wie die CSU von „der Zeitung“ in den nächsten Monaten in ihren Kommentaren dargestellt wird.

II Die Liste

Das Fazit der DAZ zur CSU-Liste lässt sich in einen Satz gießen: Die CSU hat sich auf ihren Oberbürgermeister eingelassen und sich dabei selbst keinen großen Gefallen getan. Es handelt sich nämlich um eine Liste mit groben Webfehlern.