Nach der Stichwahl: Freunds erste Worte
Am 22. März fand in Augsburg die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters statt – mit einem klaren Ergebnis: Dr. Florian Freund (SPD) setzte sich mit rund 56,6 Prozent der Stimmen gegen die amtierende Eva Weber (CSU) durch. Freund zeigte sich nach seinem Wahlsieg sichtlich bewegt und erleichtert.
Von Bruno Stubenrauch
Bei der Wahlinformationsveranstaltung im Moritzsaal dankte Freund in bewegten ersten Worten den Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen, seinem Team für den monatelangen Einsatz und der Partei für die Unterstützung. Er betonte zugleich die große Verantwortung, die nun vor ihm liege.
Überraschung über den deutlichen Sieg
Im Interview mit a.tv zeigte sich der künftige OB überrascht von der Klarheit des Ergebnisses. Er habe zwar bereits bei seiner Nominierung ein gutes Gefühl gehabt und gewusst, dass Partei und Fraktion hinter ihm stehen. Mit einem derart eindeutigen Ausgang habe er jedoch nicht gerechnet. Wie er einräumte, bereite man sich im Wahlkampf sogar eher ausführlicher auf eine mögliche Niederlage vor – endgültige Gewissheit gebe es erst mit den Zahlen am Wahlabend.
Den starken Stimmenzuwachs führte Freund darauf zurück, dass seine Kampagne gezielt und mit Blick auf die Herausforderungen der vergangenen Jahre aufgebaut gewesen sei. Das zentrale Versprechen, Augsburg „wieder in Ordnung zu bringen“, habe bei vielen Wählerinnen und Wählern Anklang gefunden. Auch konkrete Vorhaben – etwa die Rückkehr zum Fünf-Minuten-Takt im ÖPNV, mehr Begrünung in der Stadt und die Sanierung von Schultoiletten – hätten Vertrauen geschaffen.
Regierungsbildung: Bündnis mit demokratischen Fraktionen
Mit Blick auf die anstehende Regierungsbildung kündigte Freund an, auf ein breites Bündnis aller demokratischen Kräfte im Stadtrat zu setzen. Es sei eine gemeinsame demokratische Pflicht, miteinander ins Gespräch zu kommen und tragfähige Lösungen für die kommenden sechs Jahre zu entwickeln. Dabei gehe es ihm insbesondere um stabile Mehrheiten, eine verlässliche Haushaltsführung und die Sicherung wichtiger Großprojekte in Augsburg.
Den Wahlabend selbst wolle er im kleinen Kreis ausklingen lassen. Große Feierlichkeiten seien nicht unbedingt seine Art, vielmehr plane er, sich mit seinem engsten Team – das ihn über Monate hinweg unterstützt habe – in ruhiger Atmosphäre „auf eine kleine Apfelsaftschorle“ zusammenzusetzen.
Der 1978 geborene Florian Freund ist promovierter Volkswirt und arbeitet beim Freistaat Bayern in der Landesplanung; seit Jahren führt er die SPD-Fraktion im Augsburger Stadtrat, gilt als ausgewiesener Finanzexperte, ist in der lokalen Vereinswelt engagiert und lebt mit seiner Frau und drei Kindern im Stadtteil Göggingen. Seine sechsjährige Amtszeit als Augsburger Oberbürgermeister beginnt am 1. Mai 2026.
