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Sonntag, 22.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Nach der Stichwahl: Freunds erste Worte

Am 22. März fand in Augsburg die Stichwahl um das Amt des Ober­bürger­meisters statt – mit einem klaren Ergebnis: Dr. Florian Freund (SPD) setzte sich mit rund 56,6 Prozent der Stimmen gegen die amtierende Eva Weber (CSU) durch. Freund zeigte sich nach seinem Wahlsieg sichtlich bewegt und erleichtert.

Von Bruno Stubenrauch

Bei der Wahlinformations­veranstaltung im Moritz­saal dankte Freund in bewegten ersten Worten den Wähle­rinnen und Wählern für ihr Vertrauen, seinem Team für den monate­langen Einsatz und der Partei für die Unter­stützung. Er betonte zugleich die große Ver­ant­wortung, die nun vor ihm liege.

Überraschung über den deutlichen Sieg

Im Interview mit a.tv zeigte sich der künftige OB überrascht von der Klarheit des Ergeb­nisses. Er habe zwar bereits bei seiner Nomi­nierung ein gutes Gefühl gehabt und gewusst, dass Partei und Fraktion hinter ihm stehen. Mit einem derart ein­deutigen Ausgang habe er jedoch nicht gerechnet. Wie er einräumte, bereite man sich im Wahlkampf sogar eher ausführ­licher auf eine mögliche Niederlage vor – endgültige Gewissheit gebe es erst mit den Zahlen am Wahlabend.

Den starken Stimmenzuwachs führte Freund darauf zurück, dass seine Kampagne gezielt und mit Blick auf die Heraus­for­de­rungen der ver­gangenen Jahre aufgebaut gewesen sei. Das zentrale Versprechen, Augsburg „wieder in Ordnung zu bringen“, habe bei vielen Wähle­rinnen und Wählern Anklang gefunden. Auch konkrete Vorhaben – etwa die Rückkehr zum Fünf-Minuten-Takt im ÖPNV, mehr Begrünung in der Stadt und die Sanierung von Schul­toiletten – hätten Vertrauen geschaffen.

Regierungsbildung: Bündnis mit demo­kratischen Fraktionen

Mit Blick auf die anstehende Regierungs­bildung kündigte Freund an, auf ein breites Bündnis aller demo­kra­tischen Kräfte im Stadtrat zu setzen. Es sei eine gemeinsame demo­krati­sche Pflicht, mit­einander ins Gespräch zu kommen und tragfähige Lösungen für die kommenden sechs Jahre zu entwickeln. Dabei gehe es ihm ins­be­sondere um stabile Mehrheiten, eine verläss­liche Haushalts­führung und die Sicherung wichtiger Groß­projekte in Augsburg.

Den Wahlabend selbst wolle er im kleinen Kreis ausklingen lassen. Große Feier­lich­keiten seien nicht unbedingt seine Art, vielmehr plane er, sich mit seinem engsten Team – das ihn über Monate hinweg unter­stützt habe – in ruhiger Atmosphäre „auf eine kleine Apfelsaft­schorle“ zusammen­zusetzen.


Der 1978 geborene Florian Freund ist promo­vierter Volkswirt und arbeitet beim Freistaat Bayern in der Landes­planung; seit Jahren führt er die SPD-Fraktion im Augsburger Stadtrat, gilt als aus­ge­wiesener Finanz­experte, ist in der lokalen Vereinswelt engagiert und lebt mit seiner Frau und drei Kindern im Stadtteil Göggingen. Seine sechsjährige Amtszeit als Augs­burger Ober­bürger­meister beginnt am 1. Mai 2026.