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Sonntag, 15.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Gut besuchter Neujahrsempfang der V-Partei³

Transparenz, Ethik und Naturschutz im Fokus

Mehr als 100 Gäste sind am Freitag der Einladung der V-Partei³ in den Augustana­saal gefolgt. Beim Neujahrs­empfang setzte die im Augsburger Stadtrat vertretene Partei klare politische Akzente – von Haushalts­disziplin über ethische Forschung bis hin zu Natur- und Artenschutz.

Von Bruno Stubenrauch

v.l.: Dr. Eberhard Pfeuffer, Marion Buk-Kluger, Dr. Ludwig Fink, „Ceci“ Cecelia Ribbeck, Roland Wegner, Dr. Rosmarie Lautenbacher (Foto: Christiane Briem)

Durch den Abend führte Marion Buk-Kluger; die musikalische Umrahmung übernahm „Ceci“ – Cecelia Ribbeck, frisch gekürte Roy-Preisträgerin.

Stadtrat und OB-Kandidat Roland Wegner kritisierte die Kosten­ent­wicklung bei der Sanierung des Staats­theaters sowie die hohe Gesamt­verschuldung der Stadt. Augsburg brauche mehr Transparenz, eine klare Priorisierung der Pflicht­aufgaben und weniger Selbst­darstellung, so Wegner.

Tierversuchsfreie Forschung, Lech als Naturerbe

Dr. Rosmarie Lautenbacher forderte eine konsequente Förderung tier­versuchs­freier Forschung. Moderne Methoden wie Organoide oder Multi-Organ-Chips seien ethisch vertretbar und wissen­schaftlich präziser. Augsburg solle hier Vorreiter werden und entsprechende Strukturen schaffen, so die Ärztin, die auf Listenplatz fünf für die V-Partei³ kandidiert.

Eindringlich warnte Dr. Eberhard Pfeuffer, Natur­forscher und Ehren­vor­sitzender des Natur­wissen­schaft­lichen Vereins für Schwaben e.V., vor dem Bau eines weiteren Wasser­kraftwerks am Lech. Zusätzliche Staustufen gefährdeten Fisch­bestände, Auen­land­schaften und die ökologische Qualität des Flusses. Der Lech sei Naturerbe und Identität der Region – sein Schutz müsse Vorrang haben.

Klinikpark soll erhalten werden

Für Aufmerksamkeit sorgte auch der frühere Stadtberger Bürger­meister Dr. Ludwig Fink (SPD). Er warb leiden­schaftlich für den Erhalt des Klinikparks in Kriegshaber und brachte ein mögliches Bürger­begehren ins Gespräch.

Zuvor hatte sich auch Roland Wegner für eine rechts­sichere und trans­parente Standort­ent­scheidung beim geplanten Neubau der Uniklinik ausgesprochen und für den Erhalt des Naturparks plädiert. Die alter­native Baufläche östlich des beste­henden Gebäudes sei städte­baulich sinnvoller. Die V-Partei³ kündigte an, die Option eines Bürger­begehrens ernsthaft prüfen zu wollen.

Ein symbolisches Zeichen setzte die Partei auch bei den Präsenten: Statt Blumen gab es Vogel­häuschen, für Sängerin „Ceci“ ein Insekten­hotel – ein kleiner, aber sichtbarer Verweis auf den Anspruch nachhaltiger Politik.