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Mittwoch, 30.09.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

FUSSBALL

FCA gewinnt gegen Berlin 4:0

Der FC Augsburg gewinnt am Sonntagnachmittag in der nicht ganz ausverkauften WWK-Arena vor 29.233 Zuschauern gegen Hertha BSC mit 4:0 und kann sich somit mit 13 Punkten ein wenig von den prekären Tabellenplätzen absetzen.

Gegen ein über 60 Minuten dezimiertes Berliner Team zeigten die Augsburger insgesamt keine überzeugende Leistung: Zwei Standardsituationen und zwei Torwartfehler sorgten für die Augsburger Treffer.  Nach dem 1:0-Sieg beim SC Paderborn veränderte Trainer Martin Schmidt seine Startelf auf zwei Positionen: Sowohl Jeffrey Gouweleeuw als auch Sergio Córdova konnten in dieser Saison ihr Startelfdebüt geben. Felix Uduokhai nahm auf der Bank Platz, Alfred Finnbogason hat sich unter der Woche beim Länderspiel an der Schulter verletzt und wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen.

In einer ausgeglichenen Anfangsphase zeigten beide Mannschaften hohes Pressing, ohne dass daraus etwas Nennenswertes entstand. Das Spiel beider Mannschaften bewegte sich dabei auf bescheidenem Niveau. Torchancen? Fehlanzeige. Dann zirkelte Philipp Max einen Freistoß nahe der rechten Außenlinie mit Spin in den Strafraum. Der Ball wurde von niemand berührt, setzte einmal auf und landete zum 1:0 im langen Eck (17.). Das 200. Heimtor der Augsburger in der Bundesliga.

Córdova erhöht auf 2:0 – Jarstein fliegt vom Platz

Keine 10 Minuten später die Vorentscheidung: Florian Niedrlechner setzte Torwart Rune Jarstein am rechten Strafraumrand unter Druck, Jarstein patzte, sodass der von Niederlechner erzwungene Pressball zu Córdova kam. Der Venezolaner reagierte schnell und verwandelte vor dem wild attackierenden Jarstein zum 2:0 ins leere Tor(27.). Jarstein ging dabei rücksichtslos zu Werke und Córdova hatte Glück, dass er unverletzt aus dem Zweikampf herauskam. Dafür gab es zurecht Rot für Jarstein, doch das Spiel der Augsburger wurde nicht besser. Ruben Vargas (34.) und Córdova (38.) hatten noch Gelegenheiten, die Führung auszubauen, verfehlten aber das Hertha-Tor.

Mit einem Mann mehr und trotz der komfortablen Führung blieb das Augsburger Aufbauspiel lange fahrig. Selten wurde ein Angriff konsequent zu Ende gespielt. Kurz vor der Halbzeitpause hatte Berlins Davie Selke (45.) noch eine Riesenchance zum Anschlusstreffer, doch er setzte freistehend seinen Kopfball zu hoch an.

Hahn macht das 3:0 aus dem Spiel heraus

Nach dem Seitenwechsel zeigte der FCA wieder mehr Schwung und hatte wieder Spielglück: André Hahn zog von der rechten Seite nach innen, wurde dabei nicht gestört und versuchte es mit links kurz vor dem Strafraum. Berlins Ersatzkeeper Schmarsch hätte das Schüsschen parieren können, tat er aber nicht: 3:0 (52.). Vier Minuten später hatte Hahn das 4:0 auf dem Schlappen: Nach einem starken Sprint drosch er freistehend in bester Position das Leder über den Querbalken (56.). Danach folgte die beste Phase des FCA, der nach vorne mit mehr Geschick und Raffinesse zu spielen begann, aber sich im Abschluss anstellte. Vargas vergab ein viertes Tor zweimal knapp (60./62.).

Dann verflachte die Partie wieder. Dennoch hatten die Augsburger immer wieder Tormöglichkeiten, die ihre Abschlussschwäche offenbarten: Daniel Baier (74.) und Max (78.) schossen aus der Ferne vorbei. Und Berlin? Hertha versuchte es immer wieder, kam aber bis auf einen Kopfball von Dedryck Boyata nicht gefährlich vors Tor (72.). Schließlich war es wieder eine Standardsituation, die einen weiteren Treffer ermöglichte: Max täusche einen weiten Bananenball an, passte aber dann punktgenau kurz Niederlechner in den Lauf, der den Ball gut mitnahm und den Ball aus spitzem Winkel zum 4:0 ins kurze Eck hämmerte (79.). Das fünfte Saisontor Niederlechners und gleichzeitig der Endstand.

Kann man Köln und Mainz mit Rückenwind in Orkanstärke aus den Stadien fegen?

„Wir haben den Rückenwind aus Paderborn mitgenommen und uns viel vorgenommen. Das Standardtor war erneut der Dosenöffner, das ganze Team ist in aufsteigender Form. Wir haben einen kleinen Trend gestartet und in vier Spielen dreimal zu Null gespielt. Das sind wichtige Ecksteine für unsere Entwicklung. Jetzt wartet in Köln der nächste Kracher auf uns, das ist ein sehr wichtiges Spiel, dort wollen wir unseren Trend weiterführen. Wenn wir jetzt aber meinen, es läuft von alleine, dann werden ganz schnell Rückschläge kommen. Daher müssen wir dranbleiben und die nächsten Aufgaben genauso konzentriert angehen“, so das Fazit von FCA-Trainer Schmidt. 

Jeffrey Gouweleeuw ist wieder da! Foto: DAZ-Archiv

Das Fazit der DAZ hört sich anders an: Gegen Paderborn und gegen Berlin gewann der FCA, weil er Spielglück hatte und durch sagenhafte Fehler des Gegners die Punkte auf den Bauch gebunden bekam. Daraus einen Trend zu machen, um zugleich zu mahnen, dass man nun nicht nachlassen dürfe, klingt irgendwie schräg. Gegen Paderborn wie gegen Berlin krankte das Augsburger Angriffsspiel an ungenauen Zuspielen und überhasteten Torschüssen. 

Neben dem Ergebnis gab es beim Berlin-Spiel weitere Lichtblicke für den FC Augsburg: Jeffrey Gouweleeuw ist wieder da und sollte als einer der besten Innenverteidiger der Liga gesetzt sein. Der von Schmidt so geschätzte Oxford wurde keine Sekunde vermisst. Daniel Baier kommt wieder in Form, Max auch. Und schließlich: Sergio Córdova ist der bessere Finnbogason.

Am Samstag, 30. November, (15.30 Uhr) sind die Brechtstädter beim 1. FC Köln zu Gast. Sollten sie beim krisengeschüttelten Karnevalsverein gewinnen, hätten sie multiplizierten Rückenwind, sodass sie den anderen Karnevalsverein (Mainz) beim darauffolgenden Heimspiel mit Orkanstärke aus dem Stadion fegen sollten.

FCA: Tomáš Koubek; – Jeffrey Gouweleeuw; Tin Jedvaj; Philipp Max; Raphael Framberger; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; – Florian Niederlechner; Sergio Córdova.

Eingewechselt: Jan Morávek (85.); Julian Schieber (72.); André Hahn (26.).

Ausgewechselt: Marco Richter (26.); Florian Niederlechner (85.); Sergio Córdova (72.).

Bank: Andreas Luthe (TW); Stephan Lichtsteiner; Felix Uduokhai; Amaral Borduchi Iago; Fredrik Jensen; Mads Pedersen.

Tore:

1:0 Philipp Max (17.)

2:0 Sergio Córdova (27.)

3:0 André Hahn (52.)

4:0 Florian Niederlechner (79.)

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachM'gladbach1281324:131125
2RB LeipzigRB Leipzig1273233:132024
3Bayern MünchenFC Bayern1273233:161724
4SC FreiburgSC Freiburg1264221:13822
5FC Schalke 04Schalke 041264222:15722
6Borussia DortmundDortmund1255226:18820
7VfL WolfsburgWolfsburg1255213:10320
81899 HoffenheimHoffenheim1262417:19-220
9Bayer LeverkusenLeverkusen1254318:16219
10Eintracht FrankfurtFrankfurt1252521:18317
111. FC Union BerlinUnion Berlin1251615:17-216
12FC AugsburgAugsburg1234517:24-713
131. FSV Mainz 05Mainz 051240817:31-1412
14Werder BremenSV Werder1225519:26-711
15Hertha BSCHertha BSC1232717:25-811
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf1232715:23-811
171. FC Köln1.FC Köln1221911:27-167
18SC Paderborn 07Paderborn1212914:29-155