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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

CSM stellt sich neu auf

Nach dem eher durchschnittlichen Stadtratswahl-Ergebnis der CSM (Christlich-Soziale-Mitte), die sich wegen interner Streitereien der CSU im Jahre 2011 gegründet hatte und lediglich mit drei Stadträten 2014 in den Augsburger Stadtrat einzog, läuteten die Totenglöckchen für die Politgruppierung gleich mehrmals.

Von Siegfried Zagler

Zuerst, als Frontmann und CSM-Denker Hermann Weber von OB Kurt Gribl von der politischen Bühne ins Dickicht der Verwaltung befördert wurde, zum zweiten Mal, als die CSM-Stadträte Rolf Rieblinger und Dimitrios Tsantilas während der laufenden Stadtratsperiode in den Schoß der CSU zurückkehrten, und zum dritten Mal, als die letzte CSM-Stadträtin zu Pro Augsburg wechselte. Nach dem Absprung von Claudia Eberle war die CSM nicht mehr im Augsburger Stadtrat vertreten – und samt ihrem schwerfälligen Mutterschiff-Verein endgültig auf dem politischen Radar der Stadt Augsburg nicht mehr messbar vorhanden.

Das soll sich nun ändern, wenn es nach Max Becker geht. Die CSM wird jetzt von ihm geführt und soll nach ihrem „Selbstreinigungsprozess“, wie Becker sagt, wieder ein Faktor in der politischen Stadt werden. Becker ist kürzlich zum CSM-Vorsitzenden gewählt worden. Die Gruppierung umfasst derzeit 30 Mitglieder. Der bisherige Vorsitzende, Frank Hilbich kandidierte nicht mehr für das Amt. Pia Lingner-Böld und Friedrich Wilhelm Böld sind die beiden Stellvertreter. Prof. Dr. Georg Erdmann agiert als Schatzmeister (alle drei wie bisher), Elén Tentschew ist neugewählte Schriftführerin. Becker will der CSM neues Leben einhauchen.

Der Verein soll von engagierten Bürgern wahrgenommen und genutzt werden. „Wir wollen neue Mitglieder gewinnen und den Verein letztlich auf die kommenden Kommunalwahlen vorbereiten“, so Becker, der sich sicher ist, dass die CSM 2020 mit einem OB-Kandidaten ins Rennen gehen wird. 2014 hatte man auf einen eigenen OB-Kandidaten verzichtet, um OB Kurt Gribl zu unterstützen. Dies habe sich als schwerer Fehler herausgestellt, so Becker.

Ob er als OB-Kandidat in Frage komme, will die DAZ von ihm wissen. „Das kann ich derzeit nicht sagen, das wird sich zeigen“, so Becker, der die CSM wieder zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft entwickeln will, bevor man an das Personelle denkt. Da die CSM bereits im Stadtrat vertreten war, müsste sie für 2020 keine 400 Unterstützerunterschriften sammeln. Die Frage, wie er zu der Idee von Ignaz Walter stehe, ein neues Parkhaus unter die Fuggerstraße zu bauen, beantwortete der gebürtige Münchner diplomatisch: „Das ist ein geschenkter Gaul, dem man ganz genau ins Maul schauen muss.“ „Aus der Zeit gefallen“ (OB Gribl) sieht er die Idee nicht. Man müsse wissen, wo die Einfahrt/Ausfahrt ist und vieles mehr, bevor man sich dazu konkret äußern könne. —

Foto: Elén Tentschew, Friedrich Wilhelm Böld, Max Becker, Pia Lingner-Böld und Prof. Dr. Georg Erdmann (v.l.) Bildnachweis: privat



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