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Samstag, 13.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

500 Jahre alt – aber innovativ

Fuggerei für modernes Museumskonzept ausgezeichnet

Von links: Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Albert Graf Fugger von Glött und Hansjörg König bei der Verleihung der von Ex-Bundespräsident Horst Köhler unterzeichneten Urkunde (Foto: context verlag Augsburg)

Von links: Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Albert Graf Fugger von Glött und Hansjörg König bei der Verleihung der von Ex-Bundespräsident Horst Köhler unterzeichneten Urkunde (Foto: context verlag Augsburg)


Fast 500 Jahre alt, jährlich 180.000 Eintritt zahlende Besucher – und ein hochmodernes Marketingkonzept. Die Augsburger Fuggerei, 1521 von Jakob Fugger dem Reichen gestiftet, ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Zwei innovative Museen, verbunden mit modernen Museumstechniken und Medien, tragen seit April 2006 dazu bei, ihren Unterhalt maßgeblich mitzufinanzieren – vorher geschah das ausschließlich über die Stiftung Jakob Fugger, die ihre Mittel aus Forstwirtschaft und Immobilien bezieht.

Die beiden Museen – das 2006 umgestaltete Fuggereimuseum und das 2008 neu eröffnete Museum im „Weltkriegsbunker in der Fuggerei“ – erzählen die Geschichte der Stifterfamilie vom 14. bis ins 21. Jahrhundert sowie der Fuggerei und weiterer Fuggerscher Stiftungen von 1521 bis heute. Die dort eingesetzten Medienkonzepte werden jetzt in einem bundesweiten Wettbewerb gewürdigt: Die Fuggerei ist einer der Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Damit ist die Fuggerei Teil der größten Veranstaltungsreihe Deutschlands, die bereits im fünften Jahr von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt wird.

Albert Graf Fugger von Glött freute sich über die Auszeichnung, die er als Vertreter des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats entgegennahm. Er betonte, dass die Fuggerei eine Idee sei, „die Stein geworden und noch heute lebendig ist.“ Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl betonte, ein solches Erbe dürfe man „nicht nur einfach bewahren, man muss es auch weiterentwickeln.“ Die Stiftung habe eine gelungene Verbindung von Kultur und Tourismus geschaffen.“ Die Jury wählte die 365 Sieger aus mehr als 2200 Bewerbungen aus. Die beiden Augsburger Museen gehören damit zu den 365 Preisträgern, die mit ihren zukunftsfähigen Ideen Deutschland als das „Land der Ideen“ repräsentieren.