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Samstag, 25.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

5. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden

Die 5. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden steht vor der Tür. Sie behandelt das Thema „Religion(en) und Gewalt“. Bundestagspräident Prof. Dr. Norbert Lammert wird einen Vortrag halten.

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, CDU/CSU-Fraktion. Berlin, 12.02.2014, Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Achim Melde


Die Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden fragt nach Impulsen, die von der Friedensstadt angesichts ihrer kulturellen und religiösen Vielfalt ausgehen können. Im Mittelpunk des ersten Teils steht der Festvortrag von Bundestagspräident Prof. Dr. Norbert Lammert am 20. Oktober. Eine Expertentagung unterschiedlicher Religionsgemeinschaften am 26. Oktober schließt sich an. Die diesjährige Tagung zum Thema „Religion(en) und Gewalt“ steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg. Norbert Lammert spricht über das schwierige Verhältnis von Religion und Gewalt: „Wir erleben nicht nur eine globale Revitalisierung der Bedeutung von Religionen im öffentlichen Raum, sondern auch eine teilweise erschreckende Politisierung und Instrumentalisierung des Glaubens mit fundamentalistischen Ansprüchen. Damit verbunden ist nicht selten die Forderung nach unmittelbarer Geltung religiös begründeter Wahrheitsansprüche als staatliches Recht.“ Norbert Lammert ist überzeugt, dass man in Europa um eine nüchterne, neue Bewertung der Bedeutung von Religionen in der Weltgesellschaft des dritten Jahrtausends nicht herumkommen wird. – Der Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555 war ein erster Versuch, eine rechtliche Lösung für die Probleme einer religiös heterogen gewordenen Gesellschaft zu finden. Das Gesetz sah das friedliche Nebeneinander der beiden christlichen Religionen vor und ist damit der Grundstein für Augsburgs historische Verpflichtung als Friedensstadt.

Heute entspricht Augsburg mit über 40 Prozent Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften einer vielfältig geprägten und modernen Stadtgesellschaft. Dem konstruktiven Umgang damit gilt in der Friedensstadt Augsburg besondere Aufmerksamkeit. Die Jahrestagung ist eine Kooperationsveranstaltung des Friedensbüros,  des Kulturamt der Stadt Augsburg, des Evangelisches Forums Annahof, der Universität Augsburg – Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und des Lehrstuhls Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts, Kulturhaus Kresslesmühle und Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt der Stadt Augsburg, Volkshochschule Augsburg, Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e. V.

Die Tagung steht allen Interessierten offen. Sie richtet sich in besonderer Weise an Entscheidungsträger in Stadt und Verwaltung, Kultur- und Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen und Religionsgemeinschaften. Karten für den Festvortrag sind ab sofort im Vorverkauf der Bürgerinfo am Rathausplatz und im Taschenbuchladen (Färbergäßchen 1) sowie ab 18.30 Uhr an der Abendkasse erhältlich.