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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Wird der FCA mit Weinzierl in die Zweite Liga gehen?

Am heutigen Samstag trifft der FC Augsburg in der 13. Runde der Fußballbundesliga in der Mercedes-Benz-Arena (15.30 Uhr) auf den VfB Stuttgart. Bei den Augsburgern geht es in dieser Partie – wie in den darauf folgenden gegen Wolfsburg, Köln, Schalke und Hamburg – um nicht viel weniger als um die nackte Existenz.

Von Siegfried Zagler

Obwohl der VfB Stuttgart ein Gegner ist, der dem FCA zu liegen scheint, da die Augsburger von insgesamt acht Partien in der Bundesliga die letzten fünf in Folge für sich entscheiden konnten, darf man nicht davon ausgehen, dass der FCA in Stuttgart diese Serie fortsetzen wird. Nach einem Katastrophenstart (fünf Niederlagen in den ersten fünf Partien) hat der VfB zurück in die Spur gefunden. Stuttgarts Trainer Alexander Zorniger lässt gnadenlos offensiv spielen, indem er drei bis vier Spieler pressen lässt und bei Balleroberung schnell umschalten lässt. Gegen den FCA spielen inzwischen fast alle Gegner auf diese Weise. FCA Trainer Markus Weinzierl fiel bisher dagegen nur das Allheilmittel ein: Den Ball in der eigenen Hälfte quer übers Feld weit nach vorne schlagen, nachdem man mittels langer Ballschieberei dafür die Räume geschaffen hat. Doch die Gegner des FCA  haben sich längst auch darauf eingestellt, indem ihre Abwehrreihen nicht aufrücken, wenn der FCA sein wirkungsloses Lockmittel „Querpass“ ausbreitet.

In der Defensive zeigte sich der FCA bereits die gesamte Saison verwundbar, wenn Tempo direkt Richtung Strafraum aufgenommen wird. Das wird auch Stuttgart ausnutzen wollen. In der Bundesliga hat der FCA bisher auswärts noch nicht gewonnen. Sollten die Augsburger gegen Stuttgart verlieren, kann man am Lech langsam einen Plan B für die Zweite Liga entwickeln.

Dabei sah es vor der Saison bei den Augsburgern so rosig aus wie noch nie. Die Qualifikation zur Europa League, die erhöhten Fernsehgelder und der Baba-Transfer nach London haben reichlich Geld in die Kassen gespült, sodass die Brechtstädter in Sachen „Geldtabelle“ im Mittelfeld der Liga gelandet sind, während sie sportlich abgeschlagen das Ende der Tabelle zieren. In Stuttgart wäre eine Niederlage für die Augsburger keine Überraschung und falls danach in der folgenden Woche zu Hause weder gegen Bilbao (Donnerstag) noch gegen Wolfsburg (Sonntag) gepunktet werden sollte, muss FCA-Präsident Klaus Hoffmann sich wohl der Frage stellen, die sein Vorgänger in einer ähnlichen Lage mit „Ja“ beantwortet hatte: Wird der FCA, wenn es sein muss, mit Weinzierl in die Zweite Liga gehen?