Die Augsburger Zeitung

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Mittwoch, 28.9.2016 • Nr. 272 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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AfD-Watch: Bündnis gegen Petry-Auftritt beim Neujahrsempfang in Augsburg

Am 12. Februar lädt die Augsburger AfD zu ihrem Neujahrsempfang in das Augsburger Rathaus ein. Gastrednerin ist die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry. Dagegen formiert sich Widerstand.

Peter Hummel

Peter Hummel

Die Linke  Stadtratsgruppe stellt am morgigen Donnerstag im Augsburger Stadtrat einen Antrag mit folgendem Wortlaut: „Der Stadtrat untersagt es, dass Frau Frauke Petry auf dem Neujahrsempfang der AFD in den Räumlichkeiten des Rathauses am 12.02.2016 eine Rede hält.“ Begründet wird der Antrag mit der Bewertung, dass Petry „gegen Gleichberechtigung, gegen Migranten und Flüchtlinge und Homosexuelle hetzt, sie ist für die traditionelle Rolle der Frau und hat ein reaktionäres Familienbild.“

Der Journalist und Buchautor Peter Hummel hat eine Augsburger WSA-AfD Watch-Gruppe gegründet. AfD-Watch Gruppen gibt es in vielen deutschen Städten. In Augsburg wird der von Bürgermeister a.D. Peter Grab gegründete Polit-Verein „WSA“ zusammen mit der AfD beobachtet, da WSA-Stadtrat Grab mit den beiden AfD-Stadträten Markus Bayerbach und Thorsten Kunze eine Ausschussgemeinschaft bildet. „Die Internetadresse, über die man sich zum Petry-Auftritt anmelden muss, lautet AfD-WSA“, so Peter Hummel, dessen „Watch-Seite“ auf Facebook bis zum gestrigen Dienstagabend 85.000 erreichte Personen vermeldete. Die Augsburger WSA-AfD-Watcher rufen derzeit zu einer Mahnwache gegen Rechtspopulismus auf. Anlass ist die Rede von Petry zum Neujahrsempfang der Ausburger AfD am 12. Februar im Rathaus. Die Resonanz sei überwältigend, wie Peter Hummel der DAZ auf Anfrage erklärte.

Die AfD zog in Augsburg im März 2014 mit vier Sitzen in den Stadtrat ein. Die Fraktion spaltete sich nach dem Essener Parteitag im Sommer 2015. Ein AfDler wechselte zu Pro Augsburg, einer zur CSU. Keiner von ihnen ist bisher mit rechtspopulistischen Reden hervorgetreten.

Inzwischen haben sich zur Mahnwache gegen den Auftritt der AfD-Bundesvorsitzende Petry das Bündnis für Menschenwürde und der Augsburger Integrationsbeirat angemeldet. Es sei nach Auskunft von Peter Hummel damit zu rechnen, dass sich noch weitere Netzwerke anschließen. - „Offenbar setzt sich in gewissen politischen Kreisen immer mehr die Ansicht durch, Demokratie ertrage keine unterschiedlichen Meinungen und deshalb sollte jeder Andersdenkende ausgegrenzt werden. Zum Glück entscheiden darüber die Bürger und nicht die Links-Populisten”, so der Augsburger AfD-Chef Markus Bayerbach über den Antrag der Linken, der Petrys Auftritt verhindern soll.


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