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Dienstag, 07.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Theaterfreunde fordern eigenes Kulturreferat für Augsburg

Angesichts der Pläne des designierten Ober­bürger­meisters Dr. Florian Freund, das bisherige Sport- und Kultur­referat aufzulösen, schlagen die Theater­freunde Augsburg Alarm. Der Verein fordert ein eigen­ständiges Kultur­referat – und warnt vor einem Bedeutungs­verlust der Kultur in der Stadt.

Von Bruno Stubenrauch

Kultur braucht einen starken Anker, so die Bot­schaft der Theater­freunde Augsburg. In einer Stellung­nahme betont der Verein: „Was unter­scheidet eine 300.000-Menschen-Groß­siedlung von einer echten Großstadt? Ein viel­fältiges Kultur­leben auf Groß­stadt­niveau.“ Dafür brauche es drei Dinge: einen fähigen kultur­politi­schen Kopf, eine leistungs­fähige Ver­waltungs­struktur – also ein eigenes Referat – und eine durch­gehende Sichtbar­keit in der Stadt­gesell­schaft.

Gibt es bald gar kein Kulturreferat mehr?

Hintergrund der Forderung ist ein Bericht in der Augs­burger All­ge­meinen, laut dem der künftige OB Dr. Florian Freund die seit 2020 bestehende Kombination aus Sport- und Kultur­referat für nicht sinnvoll hält; aus SPD-Kreisen sei zudem zu hören, dass es künftig vielleicht gar kein Kultur­referat mehr geben könnte – die Aufgaben könnte das OB-Referat übernehmen.

Die Theaterfreunde (gegründet 1954, rund 300 Mit­glieder) unterstützen traditio­nell das Staats­theater Augsburg und setzen sich für ein lebendiges Kultur­leben ein. Ihr Vor­sitzender Peter Boegler macht deutlich: „Augsburg braucht ein Referat für den Bereich Kultur – als starke Stimme und sichtbare Institution.“

Ob der neue Stadtrat und OB Freund auf die Forderung eingehen, ist offen. Die Weichen für die künftige Ressort­verteilung sollen in den kommenden Wochen gestellt werden.