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Freitag, 06.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Rollendes Labor: Straßenbahn misst die Luftqualität in Echtzeit

In Augsburg wird der Öffentliche Nahverkehr jetzt zum Werkzeug der Klima­forschung. In einer Kooperation zwischen den Stadtwerken Augsburg (swa), der Uni­versität Augsburg und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde eine Straßen­bahn mit Sensor­technik ausge­stattet, um die Stadtluft während der Fahrt flächen­deckend zu analysieren.

Von Bruno Stubenrauch

Von links: Klaus Röder (Geschäfts­bereichs­leiter Fahrzeuge der Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH), Jürgen Perlich (Leiter Straßen­bahn­werk­stätten und Fahrzeug­technik) und Prof. Dr. Michael Bittner (Uni­versität Augsburg und DLR, Professor für Atmo­sphären­physik) auf dem Dach der Straßenbahn. – Fotos: Stadtwerke Augsburg

Das Herzstück des Projekts thront auf dem Fahrzeug­dach: Ein weißer Zylinder namens AirTrack. Dieses hochmoderne kompakte Messsystem erfasst kontinu­ierlich eine Vielzahl von Umwelt­parametern, darunter Stickstoff­dioxid, Feinstaub, Ozon und Treibhaus­gase wie CO2. Dank inte­griertem GPS und Echtzeit-Daten­über­tragung an die Labore des DLR entsteht so ein präzises, dynamisches Bild der Luft­qualität im gesamten Stadtgebiet.

„Mit dieser Technik gewinnen wir wertvolle Daten direkt dort, wo die Menschen leben und sich bewegen“, betont Prof. Dr. Michael Bittner von der Uni­versität Augsburg. Gemeinsam mit den Experten der swa wurde das System nun offiziell in Betrieb genommen – ein wichtiger Schritt für eine daten­gestützte und nach­haltige Stadt­entwicklung.


Beitragsbild: Die Sensordaten des weißen Zylinders (AirTrack) werden in Echtzeit an Labor­geräte des DLR übermittelt.