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Samstag, 17.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

EU-Chatkontrolle vorerst gescheitert

Die geplante Abstimmung über den Vorschlag zur EU-Chat­kon­trolle im Rat der Euro­päischen Union am 14. Ok­to­ber 2025 wurde kurz­fristig abgesagt und damit vorerst gestoppt.

Von Bruno Stubenrauch

Ausschlaggebend war vor allem, dass Deutsch­land gemein­sam mit mehreren anderen Mitglied­staaten seine ableh­nende Haltung signali­siert hatte. Damit fehlte der Rats­präsi­dent­schaft die erforder­liche Mehr­heit für eine Ver­ab­schie­dung des Gesetzes. Der Entwurf ist damit zunächst gescheitert.

Allerdings wird bereits über einen neuen Ab­stim­mungs­termin am 6. und 7. Dezember 2025 spekuliert. Bis dahin könnte ein über­ar­bei­teter Kom­promiss­vorschlag vor­gelegt werden.

Die sogenannte Chatkontrolle gilt als hoch um­stritten (DAZ berichtete). Sie sieht eine weit­rei­chende, anlass­lose Über­wachung privater Kommu­ni­ka­tion vor, um Miss­brauchs­dar­stellungen im Netz zu bekämpfen. Kritiker warnen indes vor einem gra­vie­ren­den Eingriff in die Grund­rechte und einer Gefähr­dung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.