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Freitag, 17.11.2017 • Nr. 321 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Kita-Planung: Grüne gegen Standort im Schlössle-Park in Pfersee

Die Grüne Stadtratsfraktion lehnt die aktuell vom Sozialreferat vorangetriebenen Planungen für den Anbau einer Kindertagesstätte an das Bürgerhaus Pfersee ab.

Martina Wild

Martina Wild

„Wir halten den Standort hinter dem Bürgerhaus, direkt im Schlössle-Park, für städtebaulich ungeeignet. Der Park ist in der näheren Umgebung die einzige größere Grünfläche und würde durch den Neubau in nicht unerheblichem Maße versiegelt, wobei auch noch Bäume wegfallen müssten. Dazu kommt, dass der aktuell dort befindliche Basketballplatz verlegt werden müsste. Das kostet nach ersten Schätzungen über 100.000 Euro und gefährdet die Existenz dieses Jugendspielplatzes, weil bei einer Verlagerung aktuelle Lärmgrenzwerte eingehalten werden müssen.” So Martina Wild, Fraktionsvorsitzende der Augsburger Grünen. Den Erhalt des Basketballplatzes habe auch der Stadtjugendring gefordert. Ein inhaltlich überzeugendes Zukunftskonzept zu diesem Projekt liege nicht vor.

Die Platzsituation bei den Kindertagesstätten in Pfersee-Nord zeige aus Sicht der Grünen Fraktion, dass andere Standorte den Bedarf sinnvoller auffangen könnten und städtebaulich besser geeignet wären. „Die bisherige Beschlusslage in Pfersee ist, dass bei der Spicherer-Schule ein Kita-Neubau realisiert werden soll. Außerdem gibt es nach unseren Informationen auch die in einem städtebaulichen Vertrag festgehaltene Verpflichtung, eine Kita auf dem Dierig-Areal zu realisieren. Niemand bestreitet, dass in Pfersee weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen besteht. Aber der Schlössle-Park ist unserer Meinung nach von den drei Alternativen der am schlechtesten geeignete Standort.” So die Grüne Stadträtin Verena von Mutius.

Die Grünen liegen in dieser Angelegenheit auf einer Linie mit der Bürgeraktion Pfersee: “Der Vorschlag zur Errichtung einer Kindertagesstätte im Schlosspark Pfersee ist in vieler Hinsicht untauglich. Es kann nicht sein, dass eine zentrale Grünfläche mit hohem sozialen Stellenwert als beliebig verfügbarer Steinbruch für zusätzliche Infrastruktur angesehen wird. Oder käme jemand auf die Idee, auf dem Königsplatz eine Kita für die Innenstadt zu platzieren, nur weil dort eine Freifläche zu vermelden ist?”. So Dietmar Egger am 3. November in einem offenen Brief an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses.

Die Vertragsverhältnisse bei Dierig müssten nach Auffassung der Grünen schnellstmöglich geklärt und der bereits beschlossene Standort bei der Spicherer-Schule statt dem Schlössle-Park realisiert werden. Die CSU sah im Ausschuss “zu viele offene Fragen”, weshalb Sozialreferent Stefan Kiefer die Beschlussvorlage in einen Bericht umwandelte. Nun sollen die offenen Fragen geklärt werden und im November oder spätestens im Dezember soll dem Stadtrat eine neue Beschlussvorlage zur Abstimmung vorgelegt werden.


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