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Freitag, 23.2.2018 • Nr. 54 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Begabtenförderung: Augsburg erhält Kompetenzzentrum

Das Gymnasium bei St. Stephan wird Kompetenzzentrum für Begabtenförderung

Kompetenzzentren für Begabtenförderung gibt es an acht bayerischen Gymnasien: Bayreuth, Deggendorf, Gauting, München, Nürnberg, Weiden, Würzburg und seit dieser Woche auch in Augsburg  (Gymnasium bei St. Stephan). Mit dem Kompetenzzentrum bei St. Stephan will sich der Freistaat in Zukunft intensiver um die Förderung hochbegabter Schüler kümmern.

Staatssekretär Georg Eisenreich (links) hält zusammen mit Schulleiter Bernhard Stegmann die Ernennungsurkunde. Mit auf dem Bild sind (v.l.n.r.) Karina Staffler, Martina David, Marcel Zapf (Kompetenzteam) Ministerialrat Dr. Rolf Kussl und der Stellvertretender Schulleiter Pater Emmanuel Andres.

Staatssekretär Georg Eisenreich (links) hält zusammen mit Schulleiter Bernhard Stegmann die Ernennungsurkunde. Mit auf dem Bild sind (v.l.n.r.) Karina Staffler, Martina David, Marcel Zapf (Kompetenzteam), der stellvertretende Schulleiter Pater Emmanuel Andres und Ministerialrat Dr. Rolf Kussl.

Seit Jahren engagieren sich die bayerischen Gymnasien bereits für eine adäquate Begabtenförderung. Denn das Potenzial hochbegabter Kinder kann bei mangelnder Förderung nicht nur verloren gehen, sondern bei dauerhafter Unterforderung etwa auch zu Verhaltensauffälligkeiten oder Vereinsamung führen. Im Gegensatz zu musischen oder motorischen Begabungen, die über den Freizeit- oder Sportbereich abgedeckt werden können, kommen kognitive Begabungen in Naturwissenschaften oder Sprachen meist zu kurz. Bietet eine Schule kein Programm zur Begabtenförderung an, hängt vieles vom Zufall ab. Die Bedürfnisse begabter Schüler wurden und werden in Lehrerkollegien nicht selten als „Luxusprobleme“ abgetan. Das soll sich ändern, denn die individuelle Förderung aller Kinder sollte eigentlich zur wichtigsten Aufgabe eines Lehrers zählen. Bei der Betreuung der normalen Leistungsbreite werden die leistungsstarken Eleven oft vergessen und geraten in einen gefährlichen Sog von Langeweile und Desinteresse. In einem dergestalt geprägten Schulalltag bleibt das Potential bei vielen Hochbegabten auf der Strecke oder wird nicht entdeckt und somit nicht entwickelt.

Die acht angeführten bayerischen Gymnasien haben sich über die Einrichtung von Hochbegabtenklassen bereits langjährige und umfassende Erfahrungen erarbeitet. Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Karg Campus Schule Bayern“ zwischen dem Bayerischen Bildungsministerium und der Karg-Stiftung „Karg Campus Schule Bayern“ mit Sitz in Frankfurt am Main wurden sie im Lauf der vergangenen zwei Jahre zu Kompetenzzentren für Begabtenförderung weiterentwickelt. Mit ihrer erworbenen Kompetenz werden sie in Zukunft anderen Gymnasien bei Fragen der Unterrichtspraxis und Schulentwicklung beratend zur Seite stehen und in der Region neue Impulse in der Begabtenförderung setzen. Sie ergänzen damit die bereits bestehenden Angebote der Ministerialbeauftragten und der Staatlichen Schulberatungsstellen.

„Um Bildungsgerechtigkeit herzustellen, muss auch das besonders begabte und potenziell hochleistende Kind stärker Berücksichtigung finden. Nur dann kann Deutschland auch in diesem Bereich der Lern- und Leistungsskala im internationalen Vergleich besser werden. Und wie das geht, wird man noch besser als bisher auch von Bayern lernen können!“, so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung.

Das unterstreicht auch Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich: „Wir wollen die Lehrkräfte an den Gymnasien in Bayern noch stärker für das Thema Begabtenförderung sensibilisieren. Auch hochbegabte und überdurchschnittlich leistungsfähige Jugendliche sollen die individuelle Förderung erhalten, die ihnen eine Entfaltung ihrer besonderen Talente und Begabungen ermöglicht. Von den neuen Kompetenzzentren werden hier sicherlich wertvolle Impulse ausgehen.“


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