Baum-Allianz kritisiert Bürgerbegehren
Die Baum-Allianz Augsburg äußerte am Wochenende starke Vorbehalte gegenüber den beiden kürzlich gestarteten Bürgerbegehren „7000 Bäume“ und „Herz-OP für die Tram“. Besonders der geplante Tram-Ring um die Altstadt steht in der Kritik der Baumschützer.
Von Bruno Stubenrauch
Tram durch die Grünanlage an der Jakoberwallstraße JA oder NEIN? Hier unterscheiden sich Baum-Allianz und Bürgerbegehren (Symbolbild)Zwar werde das Begehren „7000 Bäume“ inhaltlich begrüßt, allerdings zweifelt die Allianz an der Umsetzbarkeit, da konkrete Pflanzstandorte fehlen. Ohne klare Planung bleibe das Vorhaben aus ihrer Sicht unverbindlich.
Keine Großprojekte auf Kosten gewachsenen Baumbestands
Deutlich ablehnend äußert sich die Baum-Allianz zum Bürgerbegehren „Herz-OP für die Tram“. Es beinhalte erhebliche Risiken für wertvolle Bestandsbäume, insbesondere durch mögliche Baumfällungen an der Jakoberwallstraße nahe der City-Galerie. Nach Einschätzung von Stadt und Stadtwerken müssten dort mehrere Baumreihen weichen, ohne dass ein klarer zusätzlicher Nutzen für den öffentlichen Verkehr erkennbar sei. Dies würde einen schweren Eingriff in gewachsene Grünstrukturen bedeuten. Damit stehe das Projekt im Widerspruch zu einer klimaresilienten Stadtentwicklung. Großprojekte dürften nicht auf Kosten des gewachsenen Baumbestands gehen. Auch die geschätzten Kosten von rund 120 Millionen Euro für den Tram-Ring seien schwer vermittelbar.
Die Baum-Allianz betont, dass Augsburg vor allem den Erhalt und die Pflege bestehender, teils jahrzehntealter Bäume benötige. Diese tragen bereits heute wesentlich zu Kühlung, Luftreinhaltung, Wasserspeicherung und Biodiversität bei und seien durch Neupflanzungen in der Maximilianstraße – wie im Bürgerbegehren als Vision enthalten – nicht kurzfristig ersetzbar.
Weiterführende Links:
Was Stadt und Stadtwerke zur Jakoberwallstraße sagen
Bürgerbegehren Tram-Ring natürlich