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Montag, 06.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

7. April: Warnstreik legt ÖPNV erneut lahm – Tarifpartner noch weit auseinander

Die Gewerkschaften Ver.di und die Nah­verkehrs­gewerk­schaft haben die Beschäf­tigten der Stadtwerke Augsburg (swa) für Dienstag, 7. April, zum nächsten Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind Fahr­personal, Werkstätten und Leitstelle. Der Nahverkehr in Augsburg wird dadurch weitgehend zum Erliegen kommen.

Dies meldeten die swa am Ostermontag. Nur wenige Linien werden voraus­sichtlich fahren: die Stadt­teil­linien 21 im Bärenkeller, 24/25 in Haunstetten sowie 38 in Göggingen, Inningen und Bergheim. Diese Linien sind an private Bus­unternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden.

Die swa empfehlen Fahrgästen, auf andere Verkehrs­mittel aus­zu­weichen – etwa auf Regional­bahnen, Buslinien des AVV, das eigene Fahrrad oder Fahr­gemein­schaften. Das Leihrad­system swabi ist am Streiktag kostenlos nutzbar (30 Mi­nuten pro Fahrt, mehrmals täglich). Auch Neukunden können sich per App regist­rieren und losfahren.

Ein kurzfristiger Einsatz externer Busse auf swa-Linien ist nicht möglich – es fehlt an techn­ischer Aus­rüstung und swa-spezifisch geschultem Personal.

Noch ein weiter Weg

Der heutige Warnstreik ist bereits der fünfte in dieser Tarif­aus­einander­setzung. Gewerk­schaften und Arbeitgeber liegen bei ihren Gehalts­vor­stellungen noch weit auseinander: Ver.di fordert in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten 550 Euro mehr im Monat – das entspricht bei einem Durch­schnitts­gehalt von rund 3.500 Euro brutto einer Steigerung von knapp 16 Prozent. Die Arbeit­geber hatten zuletzt bei gleicher Laufzeit gut 6 Prozent in zwei Stufen (rund 210 Euro) angeboten.