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Sonntag, 12.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

14. April: Wieder Warnstreik im Nahverkehr

Am Dienstag, 14. April, kommt es im Augs­burger Nah­verkehr erneut zu massiven Ein­schrän­kungen. Die Gewerk­schaft ver.di hat das Fahr­personal der Stadt­werke Augsburg (swa) zum sechsten Mal zu einem ganz­tägigen Warnstreik aufgerufen.

Von Bruno Stubenrauch

Nach Angaben der swa vom Wochenende wird der Nah­verkehr am Dienstag weitgehend zum Erliegen kommen. Voraus­sichtlich verkehren nur die Stadt­teil­linien 21, 24/25 und 38, da diese von privaten Bus­unter­nehmen betrieben werden und nicht vom Streik betroffen sind.

Die swa empfehlen Fahrgästen, auf alter­native Verkehrs­mittel auszu­weichen. Dazu zählen Regional­bahnen, Buslinien des AVV sowie indi­viduelle Lösungen wie Fahr­gemein­schaften oder das Fahrrad.

swabi-Angebot kostenlos nutzbar

Als Alternative stellen die swa ihr Leihrad­system „swabi“ am Streiktag kostenlos zur Verfügung. Die rund 940 Fahrräder können jeweils bis zu 30 Minuten pro Fahrt kostenfrei genutzt werden. Auch mehrere Fahrten am Tag sind möglich.

Bereits an früheren Streiktagen wurde das Angebot zehnmal stärker nach­gefragt als üblich. Nach Angaben der swa nutzen inzwischen rund 20.000 regi­strierte Personen das System.

Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen

Der Warnstreik steht im Zusammen­hang mit der laufen­den Tarifrunde im baye­rischen Nahverkehr. Die Gewerk­schaft ver.di fordert unter anderem eine Entgelt­erhöhung um insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zudem hält sie an einer Redu­zierung der wöchent­lichen Arbeits­zeit fest, die insbe­sondere das Fahr­personal entlasten soll. Die Arbeit­­geber hatten zuletzt bei gleicher Laufzeit gut 6 Prozent in zwei Stufen angeboten. Das ent­spricht bei einem Durch­­schnitts­­gehalt von rund 3.500 Euro brutto einer Steigerung von 210 Euro.

Mit dem Streik am 14. April will ver.di vor der fünften Verhand­lungs­runde am 15. April den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen.