Die Augsburger Zeitung

DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur

Mittwoch, 26.4.2017 • Nr. 116 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de

Brechtfestival am Tiefpunkt

Am Samstag, den 8. April ging auf der Brechtbühne mit der letzten Vorstellung der Brecht-Revue “Die Welt ist schlecht! Und ich bin: Brecht!” das Brechtfestival 2017 endgültig zu Ende. Ein Festival, das weder künstlerisch noch im Vermittlungsauftrag überzeugte. Es handelte sich um ein Festival, dessen Wirksamkeit im Grunde darin bestand, das bisherige Konzept des Festivals an seinen Tiefpunkt zu führen.

Von Siegfried Zagler

Brechtfestival 2017

Brechtfestival 2017

Dass die von Joachim Lang überstrapazierte Brecht-Festivalreihe nach seinem quälenden Ende wieder auferstehen könnte, war kaum vorstellbar - und ist doch geschehen. Das ganze Theater um den langen Abschied von Joachim Lang hat zu Patrick Wengenroth geführt. Und Wengenroth hat mit seinem Debüt die Hoffnung pulverisiert, dass die Stadt Augsburg endlich die Kurve zu ihrem berühmten Sohn Bertolt Brecht nimmt und sein Vermächtnis mit einem angemessenem Festival reflektiert. Patrick Wengenroth präsentierte ein Festival, dessen Wirksamkeit im Grunde darin bestand, das bisherige Konzept des Festivals an seinen Tiefpunkt zu führen. Dass diese These genauer zu begründen ist, steht außer Frage. Die DAZ hat mit sechs Autoren 19 Veranstaltungen besucht und besprochen sowie zahlreiche Meetings durchgeführt.

I. Unbegründete Redundanz


Brechtfestival: Wengenroth bekommt Zuschlag für 2018

Der Kulturausschuss der Stadt Augsburg hat die Verwaltung beauftragt, dem Stadtrat einen Vertrag mit Patrick Wengenroth für das Jahr 2018 vorzulegen.

Bereits im Märzstadtrat soll darüber entschieden werden, ob Wengenroth auch 2018 dem Brechtfestival als künstlerischer Leiter vorsteht. Das Ergebnis der nichtöffentlichen Abstimmung steht (nach Informationen der DAZ) bereits in Stein gemeißelt: Patrick Wengenroth wird [...]

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Spannung im Kulturausschuss: Wengenroth steht vor Verlängerung

In der heutigen Sitzung des Kulturausschusses (ab 14.30 Uhr) ist Spannung angesagt. Andre Bücker stellt den kommenden Spielplan des Stadttheaters vor und wenig später wird Patrick Wengenroth den Stadträten ein Konzeptpapier zum Brechtfestival 2018 vorschlagen.

Ob die CSU zwei Tage nach Festivalende bereit ist, sich auf zwei weitere Wengenroth-Festivals festzulegen, ist noch offen. Unabhängig von der [...]

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GAZ. Das Brechtfestival 2017 endet mit der großen poetischen Kraft des Theaters

Nach einem inhaltlich und künstlerisch eher schwachen Brechtfestival endete die zehntägige Veranstaltungsreihe am gestrigen Sonntag mit einem großartigen Theaterabend.

Von Siegfried Zagler

Die Frage, ob es stimme, dass man nach dem Lesen von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ein anderer Mensch sei, beantwortete Marcel Reich-Ranicki mit einem kurzen „Ja“ und fügte hinzu, dass [...]

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Brechtfestival: „Das Brot des Volkes” - Ein Versuch über die Gerechtigkeit

„Die Gerechtigkeit ist das Brot des Volkes. So wie das andere Brot muss das Brot der Gerechtigkeit vom Volk gebacken werden. Reichlich, bekömmlich, täglich.“ Bertolt Brecht

Von Andrea Huber

Was bedeutet „Gerechtigkeit“ und welchen Stellenwert hat Gerechtigkeit nicht nur hierzulande, sondern weltweit? Das herauszuarbeiten waren Aufgabe und Herausforderung für die Klasse 9b der Werner-von-Siemens-Mittelschule Augsburg zusammen [...]

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Brechtfestival: Brecht quält Benjamin

Mit „Krise ist immer“ beschreibt das Künstlerensemble um Regisseurin Friederike Heller die langjährige Freundschaft von Bertolt Brecht und Walter Benjamin als narzisstische Beziehung zwischen Zerstörung und Selbstzerstörung. Aufhänger sind Dokumente der zwischen Benjamin und Brecht geführten Debatten aus der Entstehungszeit des 1931 gescheiterten Zeitschriftenprojekts „Krise und Kritik“.

Von Bernhard Schiller

Was wäre geschehen, hätte Brecht die Pfingstrose [...]

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Bluespots beim Brechtfestival: Svendborger Gedichte zweisprachig

Auch in diesem Jahr war die Gruppe Bluespots Productions wieder dabei beim Brechtfestival. Und auch diesmal hatten sie etwas Besonderes im Gepäck: Brechts Svendborger Gedichte in Kooperation mit dem dänischen Baggardtteatret in zwei Sprachen.

Von Halrun Reinholz

Im märchenhaften Ambiente des Parktheaters singen sie von Heimatlosigkeit und Krieg: Zunächst rezitiert der Augsburger Schauspieler Leif Eric [...]

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Bert Brecht im Bücherbus – Sternstunden der kulturellen Bildung

Noch bevor das erste Brechtfestival unter Leitung von Patrick Wengenroth zu Ende geht, steht fest, dass die ganz kleinen Festivalbesucher die großen Gewinner waren. Anstatt die Schulbank zu drücken, durften sechs Schulklassen aus den Stadtteil-Grundschulen Hochzoll, Herrenbach, Hammerschmiede, Hochfeld und Centerville in den Brecht-Bücherbus einsteigen und bekamen in der Bibliothek auf Rädern ein Programm geboten, das [...]

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Hits für Spießer: Unterhaltsames zur Dreigroschenoper in Königsbrunn

Seit fünf Jahren schon ist Königsbrunn eine „Depandance“ des Brechtfestivals. Diesmal sprach der Musikwissenschaftler und Brechtforscher Joachim Lucchesi über die Lieder der Dreigroschenoper, unterstützt von Iris Marie Kotzian (Sopran) und Stefanie Knauer (Klavier).

Von Halrun Reinholz

Brecht ist natürlich nicht nur für Literaturwissenschaftler interessant. Seine Texte sind auch vielfach vertont worden, zunächst natürlich von ihm [...]

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Nachtrag zu Brechts „Maßnahme“ vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise

Glanz und Elend des Gegenwartstheaters waren in dem von Selcuk Cara für das Brechtfestival 2017 inszenierten Lehrstück Bertolt Brechts „Die Maßnahme“ zu erleben.

Von Dr. Helmut Gier

Pathetische Momente durch sakral anmutende Choreographien sowie stimmliches und körperliches Verausgaben, großartige Musik, aufdringliche Symbolik (Schlauchboot und Weihrauchfass), die verfremdende Konfrontation der Werke großer Autoren mit den Werken anderer großer [...]

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Brechtfestival: “Fuck heroes, fight now.” - Ein feministischer Anti-Ödipus auf der Brechtbühne

Feminismus-Thementag beim Brechtfestival. Patrick Wengenroth nimmt Brechts ambivalentes Verhältnis zu Frauen zum Anlass, heutige Geschlechterverhältnisse aus feministischer Perspektive zu reflektieren. Mit dem Titel „Fuck Heroes, fight now.” war ein Gespräch über Gender und Gesellschaft auf der Brechtbühne angekündigt. Gezeigt wurde allerdings eine klassische Tragödie. Mit einem auf zwei Einzelfiguren aufgespaltenen Helden.

Von Bernhard Schiller

In der [...]

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