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Bundesliga, vierter Spieltag

RB stoppt FCA Höhenflug

Im Spitzenspiel des vierten Spieltags versäumte es der FCA, Fußballgeschichte zu schreiben und sich zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte an die Spitze der Bundesligatabelle zu setzen. Stattdessen setzte es gegen den Tabellenführer aus Leipzig in einem Geisterspiel in der heimischen WWK Arena eine nicht unverdiente 2:0 Niederlage.

Von Udo Legner

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich saß nach seiner Lungenerkrankung wieder auf der Trainerbank. Gegenüber dem 0:0 in Wolfsburg veränderte er seine Startelf gleich auf drei Positionen. Für Gruezo (Schonung wegen Länderspiel-Einsatzes für Ecuador) rückte Strobl in die Startelf. Zudem liefen Pedersen (für den erkrankten Jago) und Jensen für den zuletzt angeschlagenen Niederlechner (Bank) auf.

Von Beginn an demonstrierte die Leipziger ihr gewohntes Pressingsystem, das auch gegen den Tabellenzweiten wie am Schnürchen funktionierte. RB kontrollierte das tiefstehende Team von Heiko Herrlich und störte es intensiv beim Spielaufbau. Zwangsläufig mussten sich die Augsburger deshalb auf die Defensivarbeit beschränken, was ihnen mit viel Fortune und noch mehr Einsatz fast bis zum Halbzeitpfiff gelang.

Doch der Reihe nach: Die erste Viertelstunde zeigte ein Geduldsspiel. Die Leipziger belagerten den Augsburger Strafraum, ohne sich echte Torchancen zu erspielen. In der Statistik schlug sich dieser Spielverlauf mit 65 Prozent Ballbesitz für die Sachsen und einer positiven Zweikampfbilanz für die bayerischen Schwaben nieder (16:9). Abgesehen von einem Eckball für RB (11.) und einem Distanzschuss von Henrichs (20.), der über das Augsburger Tor strich, gab es keinerlei Hingucker. Das galt noch mehr auf der Gegenseite, denn die erste Offensivaktion der Hausherren, ein harmloser Eckball (21.), ließ über zwanzig Minuten auf sich warten.

Die Passstatistik (201 : 91 für RB) belegte den einseitigen Spielverlauf, der in der 34. Minute von den den Augsburgern fast auf den Kopf gestellt worden wäre, hätte Strobl einen platzierten Freistoss von Gregoritsch (34.) mit seinem Kopf nur erwischt.

Als sich schon alle mit dem torlosen Unentschieden abgefunden hatten, riss RB den FCA aus allen Halbzeit-Träumen. Dani Olmo war rechts im Augsburger Strafraum Richtung Grundlinie gedribbelt und seine Flanke vom langen Pfosten wurde von Angelino – nach einem Aussetzer von Framberger – zur 1:0 Pausenführung für die Sachsen eingeköpft.

Fazit zur Halbzeit: Obwohl RB das Spielgeschehen klar dominierte, rannten die Sachsen lange vergeblich gegen das Augsburger Bollwerk an. Die Offensive beim FCA: Fehlanzeige!

Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste aufgehört hatte. Leipzig bestimmte das Spielgeschehen und schnürte den FCA in dessen Hälfte ein. FCA-Coach Heiko Herrlich reagierte auf die Augsburger Angriffsflaute und versuchte mit der Einwechslung des Trios (54.) Gruezo, Vargas und Niederlechner (für Strobl, Hahn und Jensen) endlich Schwung in die FCA-Offensive zu bringen. Doch Torchancen gab es weiterhin nur auf der Gegenseite.

In der 61. Minute benötigte der FCA das Glück des Tüchtigen, als Upamecano den Ball an FCA-Keeper Gikiewicz schon vorbeigespitzelt hatte, aber Pedersen den Ball spektakulär vor Überschreiten der Torlinie wegkratzen konnte. Dass sich die Glücksgöttin nach dieser Aktion jedoch nicht auf die Augsburger Seite schlagen würde, wurde schon wenige Minuten später klar. Anders als Heiko Herrlich hatte RB-Coach Nagelsmann mit seiner Einwechslung (66. Poulsen für Forsberg) ein glückliches Händchen.

Tor des Monats durch Poulsen

Nach einem krassen Fehlpass von Khedira beim Spielaufbau war es wieder Dani Olmo, der für das entscheidende Zuspiel sorgte und Poulsen mit einem sehenswerten Heber im Strafraum bediente. Mit seiner ersten Ballberührung erzielte Poulsen mit prächtigem Volleyschuss (65.) ins rechte obere Tordreieck formvollendet und traumhaft das 2:0 für RB.

Paradoxerweise hatten die Augsburger nach diesem erneuten Rückschlag ihre stärksten Szenen. In der 80. Minute konnte Gregoritsch auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler entwischen, doch sein Querpass fand keinen Mitspieler. Kurz darauf (82.) lief Niederlechner aus abseitsverdächtiger Position frei auf den Leipziger Schlussmann zu und scheiterte, womit der Goalgetter der letzten Saison einmal mehr demonstrierte, dass er derzeit einfach keinen Lauf hat.

Einen letzten Aufreger gab es in der letzten Minute der Nachspielzeit (90. +3), als der ebenfalls eingewechselte Hee-chan Hwang das 0:3 für RB auf dem Fuß hatte, jedoch an der Latte scheiterte. Nach dieser ersten Saisonniederlage rangiert der FCA auf dem sechsten Tabellenplatz, den es am nächsten Spieltag (Montag, 20.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen zu verteidigen gilt.

FCA: Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen – Khedira, Strobl, Caligiuri, Hahn – Jensen, Gregortisch Niederlechner (54. für Jensen) Vargas (54. für Hahn) Gruezo (54. für Strobl) Richter (75. für Khedira).

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1RB LeipzigRB Leipzig431010:2810
2Bayern MünchenFC Bayern430117:899
3Borussia DortmundDortmund43018:269
4VfB StuttgartVfB Stuttgart42119:547
5Eintracht FrankfurtFrankfurt32106:337
6FC AugsburgAugsburg42115:327
7Werder BremenSV Werder42116:607
81899 HoffenheimHoffenheim42028:626
9Bayer LeverkusenLeverkusen41303:216
10Bor. MönchengladbachM'gladbach41215:6-15
11SC FreiburgSC Freiburg41215:8-35
121. FC Union BerlinUnion Berlin31116:424
13VfL WolfsburgWolfsburg40402:204
14Arminia BielefeldBielefeld41123:6-34
15Hertha BSCHertha BSC41038:10-23
161. FC Köln1.FC Köln30033:7-40
171. FSV Mainz 05Mainz 0540042:12-100
18FC Schalke 04Schalke 0430031:15-140