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FCA: Leichtes Spiel gegen Celle

Der FC Augsburg hatte am heutigen Samstagnachmittag in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen MTV Eintracht Celle leichtes Spiel und zog mit einem 7:0-Erfolg in die zweite Runde ein. Aufschlussreich in Bezug auf den Bundesligastart war lediglich die Aufstellung des FCA.

Das erste Pflichtspiel der Saison begann FCA-Trainer Heiko Herrlich mit zwei Neuzugängen. Im Tor stand Rafał Gikiewicz (1. FC Union Berlin), auf der rechten Außenbahn spielte Daniel Caligiuri, der von Schalke an den Lech fand. Ebenfalls von Schalke kommend, durfte im zentralen offensiven Mittelfeld Rückkehrer Michael Gregoritsch “debütieren”.

Der FCA war von Beginn an dominant und das aktivere Team, setzte sich spielend öfters in der Hälfte es Füntligisten fest – ohne daraus Kapital zu schlagen. So dauerte es eine Viertelstunde, ehe der FCA erstmals gefährlich vor dem Tor auftauchte. Iago wurde links im Strafraum freigespielt, doch Celles Yannik Ehlers klärte in höchster Not vor dem einschussbereiten Florian Niederlechner (15.). Mit zunehmender Spieldauer kamen die Augsburger immer öfters gefährlich vor das Tor der Gäste, die auf ihr Heimrecht verzichteten und coronabedingt in der leeren WWK-Arena antraten.

Nachdem ein Kopfball von Gregoritsch über den Querbalken flog (19.), rauschte das Leder wenig später ins Netz: Niederlechner spielte einen langen Ball in den Lauf von Ruben Vargas, der frei vor dem Tor ruhig blieb und ins lange Eck traf (20.). Der FCA blieb weiter am Drücker und in der 29. Minute kam der Ball über Carlos Gruezo und Vargas zu Caligiuri. Der Neuzugang traf mit einem trockenen Flachschuss zum 2:0.

Und weiter ging es nur eine Richtung: Vargas traf allein und eigensinnig vor dem Tor nur den Innenpfosten (38.), Gregoritsch (42.) und Niederlechner (45.) fanden ihren Meister in Celles Torwart Tjark Klindworth. Mit dem 0:2 zur Pause konnten die Gäste hochzufrieden sein.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Herrlich mit André Hahn (100. Pflichtspiel für den FCA) und Alfred Finnbogason zwei frische Offensivkräfte. Hahn zeigte Form, Finnbogason unterstrich einmal mehr die Frage, wie er es in einen Bundesligakader geschafft hat. Beim Elfmeterverwandeln jedenfalls zeigte Finnbogason Leistung: Nachdem Ehlers Hahn im Strafraum zu Fall gebracht hatte, zeigte Schiedsrichter Daniel Schlager auf den Punkt. Finnbogason schnappte sich den Ball und traf links unten zum 3:0 (47.). Mit der klaren Führung im Rücken spielte der FCA weiter gefällig nach vorne und der starke André Hahn spielte einen feinen Ball in den Lauf von Niederlechner, der frei vor dem Tor keine Probleme hatte, zum 4:0 zu vollstrecken (57.).

Nachdem Finnbogason (60.) und Raphael Framberger (64.) gute Chancen liegen ließen, war es schließlich Hahn, der sich nach zwei Vorlagen mit einem strammen Schuss aus 16 Metern ins lange Eck selbst belohnte (66). Die Gäste waren nun mit ihren Kräften am Ende, zeigten kaum noch Gegenwehr und durften sich glücklich schätzen, dass der FCA noch einige Chancen vergab. Kurz vor Abpfiff traf Augsburgs Jensen noch zweimal.

Am Samstag (19. September, 15.30 Uhr) startet der FCA beim 1. FC Union Berlin in die neue Bundesliga-Saison.

Tore:

0:2 Caligiuri (30′, Rechtsschuss, Vargas)

0:3 Finnbogason (47′, Foulelfmeter, Rechtsschuss, Hahn)

0:4 Niederlechner (57′, Linksschuss, Hahn)

0:5 Hahn (66′, Rechtsschuss)

0:6 F. Jensen (88′, Rechtsschuss, Hahn)

0:7 F. Jensen (90′, Rechtsschuss, Iago)



Wohnungsnot: Keine Zweckentfremdung mehr zulassen

Was hat die neue Stadtregierung bisher unternommen, um ihr Wahlversprechen (Eintreten für bezahlbaren Wohnraum) umzusetzen? Nichts! Nun wird ein konkreter Vorschlag von AIB dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. 

Für Familien kaum noch zu stemmen: Wohnen in der Stadt – Augsburg-Modell im Maximilianmuseum © DAZ

Dringend notwendiger Wohnraum wird durch zweckfremde Nutzung der Allgemeinheit
dauerhaft entzogen. So werden zum Beispiel immer mehr Wohnungen für längere oder
kürzeren Zeiträume zur Ferienvermietung über Internetplattformen angeboten. “Aus
Wohnraum wird gewerbsmäßige Fremdenbeherbergung. Auch die gewerbliche Nutzung von
Wohnraum ist Ausdruck einer solchen Zweckentfremdung. Wohnungsleerstand, der einzig
und allein der Spekulation dient, darf nicht mehr geduldet werden.” So die Initiative “Augsburg in Bürgerhand”, deren Stadtrat Bruno Marcon fordert, dass  „angesichts explodierender
Preise auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt alle Maßnahmen ergriffen
werden müssen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dazu gehört auch die Verabschiedung
einer Zweckentfremdungssatzung.“
 Marcon hat einen Antrag formuliert, der die städtische Verwaltung beauftragen soll, keine Zweckentfremdungen mehr zuzulassen und dafür eine entsprechende Zweckentfremdungssatzung auszuarbeiten. Der Mieterverein Augsburg habe in der Vergangenheit schon mehrfach eine
“notwendige wie längst überfällige Zweckentfremdungssatzung” eingefordert. Auch der
Verein Ulrichsviertel weist auf die Versäumnisse der Vergangenheit hin: “Leider haben sich
bisher Mehrheiten in der Stadtregierung diesem Thema verschlossen und keinen Handlungsbedarf
gesehen.”
Was nicht ganz zutreffend ist, da die Grünen in der vergangenen Periode mit einem ähnlichen Antrag bei ihrem Bündnispartner CSU nicht punkten konnten. Zutreffend ist dagegen Marcons Verweis, dass der Freistaat Bayern bereits 2007 mit dem “Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von
Wohnraum”, dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen hat. Bayerische Städte, wie München und Nürnberg, haben eine solche Satzung schon seit Jahren eingeführt und erste Erfolge erzielt.


Moria: Eine Schande für Europa und unsere gemeinsamen Werte – Aufruf zur Demonstration am heutigen Samstag

Das im griechischen Flüchtlingslager Moria (Lesbos) ausgebrochene Feuer hat nach aktuellem Stand keine Menschenleben gekostet. Verschiedene Nachrichtendienste berichten, dass Bewohner des Lagers das Feuer gelegt haben sollen. Die Behörden evakuierten das mit fast 13.000 Menschen überfüllte Camp.

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos stand nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig in Flammen. Das Feuer verbreitete sich über das ganze Lager. Es dauerte bis in die frühen Morgenstunden bis der Brand unter Kontrolle war. Moria ist das größte Flüchtlingslager Europas. Es ist seit Jahren überfüllt, nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums lebten dort knapp 13.000 Migraten – bei einer Kapazität von zirka 2800 Plätzen.

Nach dem Ausbruch der Brände in Moria werden die Stimmen zu einer dauerhaften Evakuierung des Lagers lauter. „Spätestens jetzt muss Innenminister Horst Seehofer seine Blockadehaltung aufgeben. Die Menschen müssen sofort evakuiert werden“, so Michael Buschheuer, Gründer von Sea-Eye und Vorstand der Hilfsorganisation Space-Eye. Auch die Hilfsorganisation medico international forderte eine schnelle Evakuierung des Lagers. Die EU müsse jetzt handeln. “Wir brauchen Direkthilfe vor Ort, eine schnelle Genehmigung zur Aufnahme Geflüchteter in aufnahmewilligen deutschen Kommunen und endlich mehr politischen Druck, um zu einer europäischen Einigung zu kommen. Die Asylpolitik ist eine Schande für Europa und unsere gemeinsamen Werte!”, so die Augsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr in einer Pressemitteilung, die ein Schreiben der SPD-Bundestagsfraktion an Innenminister Horst Seehofer beinhaltet.

Dem Feuer vorangegangen waren Unruhen unter den Geflüchteten, da das komplette Lager nach einem ersten Corona-Fall unter Quarantäne gestellt wurde. Am Dienstag wurde dann bekannt, dass die Zahl der Infizierten bei 35 liege.

Seit Jahren machen die Geflüchteten auf Lesbos und zahlreiche Organisationen auf die menschenunwürdigen Bedingungen aufmerksam. In Zeiten der Corona-Pandemie mussten Tausende in Zelten oder im Freien schlafen, es gab nicht genügend sanitäre Anlagen, für Nahrung mussten die Menschen oft stundenlang anstehen. Abstand halten, sich vor dem Virus schützen, war in dieser Situation nicht möglich.

Zahlreiche Kommunen in Deutschland haben bereits vor Monaten Bereitschaft gezeigt, Menschen aus den Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen. Auch die Friedensstadt Augsburg hat mit zwei Briefen an Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer ihre Bereitschaft bekräftigt, Kinder und Jugendliche auf Lesbos aufzunehmen.

Die Stadt Augsburg und viele andere Kommunen hätten Platz, Menschen aus Moria Schutz zu bieten und ein Ankommen zu ermöglichen, doch das Bundesinnenministerium blockiert dies, mit dem aufschiebenden Verweis, dass es eine europäische Lösung brauche.

Der Augsburger Flüchtlingsrat sowie zahlreiche andere Organisationen haben für den heutigen Samstag zu einer Demonstration aufgerufen: “Lasst uns auf die Straße gehen und ein Zeichen setzen – für die sofortige Evakuierung von Moria und die sofortige Aufnahme der Menschen aus den Lagern! Denn #wirhabenplatz!” So der Aufruf mit der Mahnung zur Mund- und Nasenmaske plus Sicherheitsabstand.

Tag/Zeit: Samstag, 12.09. um 17.00 Uhr. Ort: Elias-Holl-Platz.