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Theatersanierung: Bürgerliche Mitte will Kommunalen Prüfungsverband einschalten

Die Fraktion Bürgerliche Mitte verlangt im Augsburger Stadtrat mehr Transparenz über die Kosten der Theatersanierung. In einem Dringlichkeitsantrag fordert nun die Fraktion, die bisherige Planung dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband vorzulegen.

Das Große Haus © DAZ

Für den Fall, dass der Stadtrat erneut einen Kostenrahmen beschließen sollte, der absehbar nicht eingehalten werden könne, befürchtet die Fraktion Bürgerliche Mitte, dass die Förderung durch den Freistaat Bayern wegbrechen könnte.

„Auf der Grundlage der heute vorliegenden Zahlen kann der Augsburger Stadtrat streng genommen keine verantwortbare Entscheidung treffen“, so Lars Vollmar, der für die Fraktion Bürgerliche Mitte im Finanzausschuss des Augsburger Stadtrats sitzt. In der Öffentlichkeit seien wegen der sich ständig erhöhenden Kostenschätzungen zurecht Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts aufgekommen. „Selbst Befürworter der Theatersanierung geraten inzwischen in Erklärungsnot, wenn es darum geht, die Kosten transparent und nachvollziehbar darzulegen.“

Die aus Freien Wählern, FDP und Pro Augsburg gebildete Fraktion Bürgerliche Mitte will deswegen die Kostenentwicklung und Terminplanung der Theatersanierung von einer neutralen Instanz überprüfen lassen. In einem Dringlichkeitsantrag fordert die Fraktion daher die Einschaltung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands. Basierend auf dem Prüfbericht dieses „Rechnungshofs der Gemeinden und Landkreise“ soll die Planung für das Theater überarbeitet und dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Von dem gegenwärtig im politischen Raum stehenden Konzept, nur das Große Haus zu sanieren und für die Neubauten ein Moratorium zu bilden, hält Vollmar wenig.  „Es löst nicht das eigentliche Problem, nur das Große Haus fertig zu stellen und den Neubau der Nebenbühnen und der Verwaltungsgebäude auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben.“ Schon beim Bauteil 1 sei es höchst zweifelhaft, ob der Kostenrahmen in Höhe von 113,5 Millionen Euro eingehalten werden könne. „Von dieser Summe sind erst Aufträge in Höhe von 30 Millionen Euro vergeben worden. Bei jährlichen Baukostensteigerungen in Höhe von 6 Prozent müsste ein Wunder geschehen, wenn das Große Haus nicht teurer wird.“

„Wir brauchen in Augsburg endlich verlässliche Zahlen. Erst, wenn feststeht, ob das Theater 250, 320 oder gar 400 Millionen Euro kostet, können wir eine ehrliche Diskussion führen, wieviel uns unser Theater wert ist. Und nur dann können wir dem Freistaat Bayern beweisen, dass wir die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eingehalten haben und die Sanierung förderfähig ist.“