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FCA verliert zum Abschluss gegen RB Leipzig

Am letzten Spieltag schnupperte der FC Augsburg nach dem Ausgleichstor durch Ruben Vargas gegen den Tabellendritten aus Leipzig ganz kurz am 13. Tabellenplatz. Doch Timo Werner ließ den Augsburger Traum von Höherem mit seinem zweiten Treffer und seinem insgesamt 28. Saisontor platzen und besiegelte die dritte Heimniederlage für den FCA unter der Regie von Heiko Herrlich.

Von Udo Legner

Im letzten Heimspiel gegen den RB Leipzig musste FCA-Coach Heiko Herrlich auf die beiden Garanten des Klassenerhalts, Keeper Luthe (Schulterverletzung) und Goalgetter Niederlechner (Fußverletzung), verzichten. Gegenüber dem rettenden Remis beim Auswärtsspiel in Düsseldorf gab es insgesamt vier Veränderungen in der Startelf: Tomas Koubek, Alfred, Finnbogason, Hahn (für Sarenren Bazee) und Jedvaj (für den angeschlagenen Framberger).

Nicht der hierfür bekannte FCA, sondern das Gästeteam aus Leipzig, legte einen Blitzstart hin. Nach schönem Zuspiel von Timo Werner hatte Mukiele nach wenigen Sekunden die Großchance zum Führungstreffer, den Max gegen Mukiele gerade noch verhindern konnte. Zehn Minuten sahen die Augsburger gegen die furios aufspielenden Leipziger überhaupt kein Land und hatten Glück, die Angriffswirbel und die Kombinationssicherheit der Gäste schadlos zu überstehen. So durften sie sich in der 7. Minute einmal mehr bei Mukiele bedanken, der nach tollem Zuspiel von Haidara völlig frei vor Koubek stand, doch den Ball überhastet über den Augsburger Kasten schoss.

Erst nach einer Viertelstunde fand der FCA besser ins Spiel und hatte in der 17. Minute gar die Chance in Führung zu gehen, doch Upamecano konnte Rani Khediras Schuss gerade noch zur Ecke abfälschen. Wenige Minuten später war es der an diesem Spieltag etwas indisponierte Forsberg, der nach einem Aussetzer von Uduokhai frei vor Koubek zum Abschluss (24.) kam und das Kunststück fertig brachte, den Ball über das Augsburger Tor zu dreschen. Vier Minuten später die Führung für RB: Haidara hatte Timo Werner mustergültig bedient und gegen sein Dribbling bei der 1:1-Situation war FCA-Keeper Koubek chancenlos.

Kompakte Augsburger Abwehr

Die Trinkpause, die der Unparteiische den beiden Teams aufgrund der hochsommerlichen Temperatur nach der Leipziger Führung gewährte, hatte keine beflügelnde Wirkung auf den weiteren Spielverlauf bis zum Halbzeitpfiff. Die Partie plätscherte ohne Höhepunkte dahin und auch die Leipziger Angriffsbemühungen verpufften, da die FCA Abwehr sicher stand und aggressiv dagegen hielt. Auf Augsburger Seite waren zwei Farbtupfer zu verzeichnen: Eine gelungene Kombination zwischen Richter und Max wurde von Hahn mit einem Kopfball abgeschlossen (33.), der nur knapp am Leipziger Tor vorbei strich. Kurz vor der Pause setzte es für Carlos Gruezo nach einem Foulspiel an Angelino noch die gelbe Karte (45.+2).

Fazit zur Halbzeit: Verdiente Führung für die Gäste.

Der FCA kam nur schwer ins Spiel und hatte nur wenige Konterchancen. Die erste Phase der zweiten Halbzeit gehörte wieder den Leipziger, die auf das 2:0 drängten. Gefahr kam vornehmlich bei hohen Bällen und Eckbällen auf, da Keeper Koubek durch seine Unsicherheiten die Augsburger Lufthoheit wiederholt gefährdete.

Kein Grund rot zu sehen

Einen echten Aufreger gab es allerdings erst in der 59. Minute, als Schiri Brych Philipp Max die rote Karte zeigte, doch nach Heranziehen des Videobeweises seine Entscheidung zurücknahm. Max hatte den auf das Tor stürmenden Mukiele zu Fall gebracht, aber – wie auch die Zeitlupe zeigte – zuvor noch den Ball gespielt. Durch einen Doppelwechsel (64.) – für Hahn kam Oxford und für den erneut enttäuschenden Finnbogason kam Cordova ins Spiel – versuchte Heiko Herrlich dem Spiel noch die Wende zu geben. Tatsächlich taten diese Einwechslungen dem Augsburger Angriffsspiel gut.

Zunächst holte sich Max (68.) nach einem Laufduell mit Konaté für seine Schwalbe im Leipziger Sechzehner zurecht die gelbe Karte ab. Doch nur wenig später hatte der FCA allen Grund zum Jubeln. Nach einem Freistoß für den FCA kam der abgeblockte Ball zu Vargas, gegen dessen sehenswerten Schlenzer (72.) Leipzigs Keeper Mvogo machtlos war.

Kein Happy End im letzten Heimspiel

Sofort nach dem Ausgleich erhöhte RB Leipzig die Schlagzahl und drängte den FCA in die eigene Hälfte. Zehn Minuten konnten sich die Augsburger dem Sturmlauf der Gäste erwehren, doch dann war es wieder Werner, dem die erneute Gästeführung (81.) gelang. Angelinos Traumpass in die Spitze wurde von Leipzigs Goalgetter mustergültig angenommen und gegen seinen Schuss ins linke lange Eck hatte Keeper Koubek einmal mehr nur das Nachsehen. Trotz eines weiteren Doppelwechsels (Löwen und Sarenren Bazee für Richter und Vargas) auf Augsburger Seite blieb es bei der 1:2 Niederlage, die einen zwiespältigen Nachgeschmack hinterlässt. Zuerst das Positive: Im Gegensatz zum vorhergehenden Saisonabschluss, wo es im letzten Spiel eine 1:8 Schlappe in Wolfsburg setzte, waren Einsatz und Leistung des FCA gegen die favorisierten Leipziger durchaus akzeptabel. Doch gerade wegen dieses beherzten Auftritts wird man das Gefühl nicht los, dass in dieser Saison beim FCA deutlich mehr drin gewesen wäre – bei aller Freude über den Klassenerhalt – als der letztendlich doch enttäuschende 15. Tabellenplatz!

FCA: Koubek; – Gouweleeuw; Uduokhai; Jedvaj; Max; – Khedira; Vargas; Richter; Hahn; Gruezo; – Finnbogason;

Eingewechselt: Suchý (75. für Khedira); Sarenren Bazee (85. für Vargas); Löwen (85. für Richter); Oxford (64. für Hahn); Córdova (64. für Finnbogason)

Tore: 0:1 Timo Werner (28.) 1:1 Ruben Vargas (72.) 1:2 Timo Werner (80.).