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In eigener Sache: DAZ-Veröffentlichung zur Referentenbesetzung bringt Opposition in Rage

Jürgen Enninger (Kultur) und Martin Schenkelberg (Soziales) werden die beiden letzten Referentenstellen der Stadt Augsburg besetzen

Die DAZ hat vor einer Stunde darüber die Öffentlichkeit informiert – nach einer intensiven wie lang angelegten Recherchearbeit. Kaum war der Bericht erschienen, schäumte die Fraktion der Bürgerlichen Mitte – ein Zusammenschluss der Freien Wähler und den beiden Einzelstadträten Beate Schabert-Zeidler (PA) und Lars Vollmar (FDP) in Form einer Presseerklärung:

Es sei ein ungeheuerlicher Vorgang, wenn die Stadträte die Namen der Kandidaten aus der Presse erfahren würden, anstatt über die Stadtregierung. “Nachdem nur CSU und Grüne an den beiden Auswahlverfahren für die Referentenposten beteiligt waren, kann die Indiskretion nur aus diesem Kreis kommen. Ein solches Agieren aus dem Spitzen-Team der schwarz-grünen Stadtregierung heraus ist alles andere professionell – und ein Affront gegenüber dem Stadtrat und den anderen Bewerberinnen und Bewerbern.”

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Dazu ist seitens der DAZ hinzuzufügen, dass ein monatelanges Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren viele poröse Stellen hat und eine Presseerklärung, deren Inhalt nichts anderes transportiert als eine Pauschalverdächtigung ebenfalls ein “ungeheuerlicher Vorgang” ist.



Stadtregierung: Jürgen Enninger wird Kulturreferent und Martin Schenkelberg Sozialreferent

Die Entscheidung ist gefallen, die beiden letzten offenen Referentenstellen sind besetzt

Jürgen Enninger © Stadt München

Als die DAZ im vergangenen März, wenige Tage nach der Kommunalwahl, die ersten Zeichen erhielt, dass der bisherige Kulturreferent Thomas Weitzel keine weitere Amtszeit erhalten soll, stand sofort die Frage im Raum, wer sein Nachfolger werden könnte. Doch selbst aus den innersten Kreisen der politischen Entscheider kam stets die gleiche wie glaubwürdige Antwort: “Niemand weiß es.” 

Die Stellen des Kulturreferenten und des Sozialreferenten wurden ausgeschrieben. Nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist startete ein langwieriges Auswahlverfahren. Einige bekannte Persönlichkeiten aus der politischen Kaste Augsburgs hatten sich beworben. So zum Beispiel Stefan Kiefer (Soziales) und Peter Grab (Kultur), der wohl dafür die Stirn hatte, weil dem Kulturreferat unglücklicherweise das Sportreferat angehängt wurde.

Martin Schenkelberg © Stadt Ansbach

Seit gestern stehen die letzten Referatsleiter fest, auch wenn der Stadtrat in dieser Angelegenheit noch zuzustimmen hat. Der Nachfolger von Thomas Weitzel und somit neuer Kulturreferent der Stadt Augsburg wird Jürgen Enninger. Der Religionspädagoge Enninger leitete bisher das Kompetenzteam Kultur- Kreativwirtschaft München. Auch der neue Sozialreferent steht fest, sein Name Martin Schenkelberg. Der Jurist Schenkelberg trat Anfang April in Ansbach sein Amt als Referent für Gesellschaft und Soziales an. Wenig später bewarb er sich erfolgreich in Augsburg.