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Absage Kulturausschuss: Hohn und Spott für neue Stadtregierung

Die Absage der Kulturausschusssitzung am 15. Juni 2020 hat nicht nur zu bissigen Kommentaren und Pressemitteilungen der Stadtratsopposition geführt, sondern auch Hohn und Spott seitens der Kulturschaffenden erzeugt, die sich sarkastisch äußern und zu einer “Themenspendensammlung” aufrufen. Außerdem haben sich drei Kunst- und Kulturschaffende in einen ernstgemeinten Ironiemodus begeben, indem sie zu einer “alternativen Kulturausschusssitzung” einladen.

Alternativer Kulturbeirat zur Grab-Ära – Foto © DAZ

Kurt Idrizovic, Lutz Kliche und Knut Schaflinger nehmen sich OB Eva Weber und Bürgermeisterin Martina Wild zur Brust, indem sie eine alternative Kulturausschusssitzung organisieren, zu der sie eine Einladung formulierten, die nicht mit Kritik spart: “Was eigentlich nehmen die beiden Damen an der Spitze Augsburgs vom Leben in ihrer Stadt wahr? Hat sie das Kontaktverbot in diesen Corona-Zeiten so sehr von ihren Mitbürger*innen entfernt, dass Oberbürgermeisterin und Bürgermeisterin tatsächlich der Meinung sein können, für die bereits geplante Sitzung des Kulturausschusses gäbe es keine Themen?”, so die Protest-Troika, die auf ein Weber-Statement verweist, das die Oberbürgermeisterin kurz nach der Wahl auf dem Höhepunkt der Coronakrise gab: “Hat die Oberbürgermeisterin vergessen, dass sie selbst erklärte,  Kulturschaffende sollten während der Corona-Krise auf keinen Fall alleine gelassen werden, hat sie vergessen, je angekündigt zu haben, dass neue Ideen, Strukturen und Kanäle für die analoge und digitale Verbreitung von Kunst und Kultur gefragt seien?”

Indem die Stadtspitze eine Sitzung des Kulturausschusses mangels Themen einfach abgesagt habe, zeige sie sich empörend unsensibel und jenen Menschen wenig zugeneigt, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen würden, dass Augsburg auch künftig eine Stadt der Kunst und Kultur bleiben könne.

Damit die Kunstschaffenden mit ihren Sorgen nicht allein bleiben, laden nun Idrizovic, Schaflinger und Kliche zu einer öffentlichen, alternativen „Kulturausschusssitzung“ ein. Die Anführungszeichen stammen von dem Trio, das natürlich weiß, dass diese Show-Sitzung den gewählten Kulturausschuss als Gremium nicht ersetzen kann. Diese Veranstaltung soll dennoch symbolisch zum Zeitpunkt der abgesagten städtischen Sitzung stattfinden (15. Juni, 14.30 Uhr), der Ort wird noch bekanntgegeben.

Jürgen Kannler, Herausgeber der Kulturzeitung a3-kultur sowie Mitbegründer und unermüdlicher Antreiber der “Ständigen Konferenz” – ein loser Zusammenschluss von Kulturschaffenden – ruft mit sarkastischem Brustton zu einer “Einmaligen Solidaritätsaktion” für die Schwarz-Grüne-Stadtregierung auf: “Für die Verantwortlichen in der Stadtregierung gibt es derzeit »keine Punkte zur Beratung oder Beschlussfassung«. Wir rufen deshalb zu einer Einmaligen Solidaritätsaktion auf: Künstler*innen, spendet Themen, damit die Stadtregierung Kulturpolitik machen kann!”

Schickt eure Themenspende an kontakt@staendige-konferenz.de. Wir werden sie gebündelt (auf Wunsch anonymisiert) an Oberbürgermeisterin und Kulturreferentin auf Zeit Eva Weber und die im Augsburger Rathaus vertretenen Fraktionen weiter leiten. Die ersten Themenspenden sind eingetroffen. Ihr könnt sie hier nachlesen:
https://www.staendige-konferenz.de/spendenaktion-fuer-die-stadtregierung/

Gesammelt werden soll bis zum Beginn der alternativen Kulturausschusssitzung.