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Corona-Krise in Augsburg: Fraktion Bürgerliche Mitte will kleine Fahrgeschäfte und Essbuden aufstellen lassen

Die Fraktion Bürgerliche Mitte Freie Wähler, FDP, Pro Augsburg hat den Prüfantrag gestellt, ob es möglich sei Fahrgeschäfte und Buden in der Stadt und den Stadtteilen temporär zu genehmigen

Die Verwaltung soll prüfen, ob und in welcher Form es möglich ist, in der Innenstadt, aber auch in den Stadtteilen, kleiner Fahrgeschäfte (Kinderkarussell, Schiffschaukel, etc.) und Buden (Würstle, Süßigkeiten etc.) für einen bestimmten Zeitraum aufzustellen. “Aufgrund der aktuell schwierigen Situation für die Schausteller wäre es eine Möglichkeit, diese wenigstens etwas zu unterstützen und dabei die Innenstadt und die Stadtteile zu beleben. Es würde sich auch gut in das Marketingkonzept der Stadt „Urlaub daheim“einfügen”, wie es in dem Antrag heißt.



Corona-Krise: IHK Schwaben schlägt Alarm

Die Corona-Krise lässt den IHK-Konjunkturindex für Bayerisch-Schwaben so stark fallen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr

Marc Lucassen und Andreas-Kopton (v.l.) präsentieren die IHK-Konjunkturumfrage – Bildquelle: IHK Schwaben

Dreimal jährlich befragt die IHK Schwaben – im Netzwerk der bayerischen und deutschen Industrie- und Handelskammern – ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage und den künftigen Erwartungen. Von Anfang bis Mitte Mai hat eine über 1.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe aus Produktion, Handel und Dienstleistungen die Fragen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage beantwortet. Neben der wirtschaftlichen Lage standen dabei ebenfalls die Auswirkungen der Corona-Krise im Vordergrund. Der IHK-Konjunkturindex ist seit dem letzten Herbst um 34 auf nunmehr 84 Punkte gefallen.

„Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen fürs kommende Jahr sind im Keller. Und das mit Ausnahme der Bauwirtschaft quer über alle Branchen hinweg“, so kommentiert Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben die IHK-Konjunkturumfrage. Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns hätten tiefrote Zahlen in den Kassen der IHK-Mitgliedsunternehmen hinterlassen. Man stünde nun vor der riesigen Herausforderung die Stimmung wieder zu drehen, sagt dazu IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton.

Konjunkturindex im freien Fall

Im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 lag der IHK-Konjunkturindex bei 127 Punkten. Bereits im letzten Jahr bewegte sich dieser Index aus Geschäftslage und Erwartungen nach unten. Im Herbst 2019 auf 118 Punkte. „Während im letzten Jahr fast ausschließlich die Industrie mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte, haben die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise nun die gesamte regionale Wirtschaft erfasst. Nur im Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise war der IHK-Konjunkturindex niedriger als heute“, kommentiert Dr. Lucassen den aktuellen Wert von 84 Punkten.

Die schlechte Auftragslage macht der Wirtschaft zu schaffen

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland waren es unterbrochene Lieferketten, die hauptsächlich die exportorientierte und global vernetzte Industrie belasteten. Doch spätestens seit Inkrafttreten der bayerischen Ausgangsbeschränkungen, verbunden mit Geschäftsschließungen, ist der Nachfragerückgang zu einem branchenübergreifenden Problem geworden. Dr. Lucassen: „Knapp die Hälfte unserer Mitgliedsunternehmen berichtet uns von wegbrechendem Neugeschäft und von stornierten Altaufträgen. Hinzu kommt, dass ganze Absatzwege unterbrochen sind, weil beispielsweise Kunden selbst nicht mehr produzieren und die Grenzen für Güter und Menschen geschlossen sind.“

Umsätze sinken, die Auslastung fehlt und das Geld wird knapp

63 Prozent der Unternehmen erwarten im Vorjahresvergleich einen geringeren Umsatz. Sieben von 100 sogar in einem Umfang von über 50 Prozent. „Das Geld fehlt in der Kasse um Rechnungen und Gehälter zu bezahlen. Die Corona-Soforthilfe oder das Kurzarbeitergeld helfen zwar die eigenen Kosten zu senken, doch nur kurzfristig und teilweise“, stellt Dr. Lucassen beispielsweise mit Blick auf die besonders betroffene Tourismus- und Gastronomiebranche fest. Die Folge ist, dass dort neun von zehn Betrieben mit künftig weniger Personal planen müssen. Und auch über die ganze Wirtschaft hinweg plant fast jedes zweite Unternehmen mit verringerten Personalkapazitäten.

Der Re-Start muss schnell gelingen

Bislang wurden in Bayerisch-Schwaben 267 Millionen Euro Corona-Soforthilfe ausbezahlt. Fast 17.000 Unternehmen haben für insgesamt 240.000 Beschäftigte Kurzarbeit bei einer der drei regionalen Arbeitsagenturen beantragt. Dr. Kopton: „Uns muss klar sein, dass diese richtigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können. Und ebenfalls klar ist, dass die regionale Wirtschaft einen zweiten Lockdown nicht überstehen kann. Daher brauchen wir jetzt ein Paket zukunftsorientierter und branchenübergreifender Maßnahmen, die der Stimmung der Kunden und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. An erster Stelle steht für die Unternehmen dabei ein zeitgemäßes Steuerrecht, beginnend von international wettbewerbsfähigen Steuersätzen über die Abschreibung getätigter Investitionen bis hin zur Verrechnung des aktuellen Verlustes mit den Gewinnen der Vorjahre. In diesem Zusammenhang wünschen sich die Unternehmen auch bezahlbare Strompreise sowie Investitionen des Staates, beispielsweise in die digitale Infrastruktur oder die praxisnahe Aus- und Weiterbildung.

Dr. Kopton abschließend: „Angesichts dieser Zahlen ist es nicht einfach, positiv in die Zukunft zu blicken. Der globale Lockdown hat uns in die wirtschaftliche Krise geführt, er muss nun auch der Startpunkt für ein neues Jahrzehnt wirtschaftlichen Wachstums sein. Unternehmertum ist die Mischung aus Know-how, guten Ideen und Vertrauen in die Zukunft. Dieses Vertrauen müssen wir wiedergewinnen und die richtigen Weichenstellungen des Staates einfordern. Die Unternehmen haben in der Krise Verantwortung übernommen und aus der Krise gelernt. Nun ist es an der Politik mutige Reformen zu beschließen und Augenmaß bei den Ausgaben zu beweisen.“



Bundesliga: Überragender Luthe ermöglicht FCA gegen SCP ein Unentschieden

Der FCA erarbeitet sich ein 0:0 gegen Paderborn. Eine Partie, die nicht viel an spielerischer Klasse zu bieten hatte, aber dafür ein korrektes Ergebnis, denn unterm Strich zeigten beide Mannschaften zu wenig nach vorne, um einen Sieg verdient zu haben.

Von Siegfried Zagler 

Nach dem 3:0-Sieg gegen Schalke veränderte FCA-Trainer Herrlich seine Startelf auf einer Position: Daniel Baier spielte von Beginn an; der gegen Schalke so überzeugende Carlos Gruezo fand sich auf der Bank wieder, wo sich auch Jeff Gouweleeuw wieder gedulden musste. Möglicherweise muss man einen Trainerschein besitzen, um diese beide Personalien bezüglich der Startelf zu verstehen.

Der FCA stand wie gegen Schalke hoch, störte früh, ohne dabei in einen kontrollierten Ballbesitz zu kommen. Bis auf einen Freistoß von Eduard Löwen, der knapp über die Querlatte zischte (7.), kamen die Augsburger in der ersten halben Stunde zu keiner Torsituation. Ganz anders die Paderborner, die ein Umschaltspiel im Gegensatz zum FCA auch mit Tempo vortragen konnten: Streli Mamba kommt, sehr schön freigespielt vor dem leeren Tor, nicht richtig an den scharfen Diagonalpass und vergibt so eine Superchance (12.). Paderborn bestimmte nach der Anfangsphase das Geschehen und Luthe musste einen gefährlichen Schuss von Gerrit Holtmann parieren (22.), auf der Gegenseite prüfte Baier SCP-Schlussmann Leopold Zingerle aus der Distanz (25.).

Beide Mannschaften zeigten Einsatz und Laufbereitschaft, waren aber insgesamt im Aufbau zu unpräzise, um weitere Torchancen zu generieren. Ein Kopfball von Ruben Vargas, der nach einem Freistoß knapp über das Gestänge flog, war noch ein vielversprechender Abschluss der Augsburger (34.). Danach folgten elf Minuten Leerlauf. Nach dem Pausentee sollten bessere 45 Minuten folgen.

Mit Abstand der beste Augsburger: Andreas Luthe © Siegfried Kerpf

Nachdem ein Kopfball von Rani Khedira knapp am langen Pfosten vorbeigesegelt war (53.), sorgte Ruben Vargas für Gefahr. Zunächst verpasste der Schweizer eine Hereingabe von Florian Niederlechner wegen falscher Schrittfolge grausam knapp (54.), dann hatte der FCA eine schwierige Situation zu überstehen, als Holtmann im Strafraum frei zum Abschluss kam, aber lediglich den Außenpfosten traf (61.). Hätte Holtmanns Schuss gepasst, hätte ihn wohl der überragende Andreas Luthe erreicht. Dann folgte Luthes stärkste Szene seit er beim FCA ist: Nach einem Luthe-Abstoß gewinnt Paderborns Kopfballungeheuer Gjasula das Luftduell, dann folgt ein blinder Heber zu Paderborns Sven Michel, der frei auf Luthe zulaufen kann, weil sich Raphael Framberger und Tin Jedvaj einem Sekundenschlaf hingeben, doch Luthe verkürzt zunächst mit klasse getimtem Herauslaufen den Winkel und pariert den Schuss aus kurzer Distanz mit einem fantastischen Reflex (70.). Weltklasse!

Da Paderborn in dieser Phase des Spiels die bessere Mannschaft war, hätte sich der Tabellenletzte nach einer Führung im Schlussabschnitt darauf kaprizieren können, worin sie richtig stark sind: Hinten dichtmachen und über die pfeilschnellen Offensivspieler nach vorne Konter fahren. Die wackeren Bundesliga-Outlaws müssen bekanntlich wegen ihrer Tabellensituation in jedem Spiel auf Sieg spielen.

In der Schlussphase zeigt der FCA wieder starken Siegeswillen und reißt das Geschehen an sich. Erst scheitert nach einem krassen Stellungsfehler von Paderborns Jamilu Collins Sarenren Bazee aus kurzer Distanz an einem Reflex von Zingerle. (88.). Sechzig Sekunden später zieht ein Distanzschuss von Gruezo knapp am Kasten vorbei (89.). In der Nachspielzeit hält Fußball-Augsburg den Atem an: Luthe eilt rechtzeitig aus dem Kasten, um sich einen weiten Ball zu schnappen und wird im Sprung von Mitspieler Uduokhai gerammt. Daraufhin dreht sich Luthe in der Luft und fällt senkrecht mit dem Kopf voran auf Schulter und Kopf. Glücklicherweise kann Augsburgs neue Nummer eins nach kurzer Behandlung unverletzt weitermachen.

Wie gesagt, stand am Ende mit dem torlosen Remis ein korrektes Ergebnis auf der Anzeigentafel der leeren WWK Arena. Ähnlich sahen es auch beide Trainer:

„Es war ein Spiel, das beide Mannschaften gewinnen wollten. Wir haben uns lange schwergetan, vor allem gegen Ende des Spiels hatten wir jedoch nochmals einige Chancen, um die Partie zu entscheiden. Das Spiel hätte auch 2:2 oder 3:3 ausgehen können. Es bleibt weiter harte Arbeit, die Klasse zu halten, aber den Punkt nehmen wir mit. An der Passsicherheit werden wir weiter arbeiten, da müssen wir noch präziser werden.“ So Heiko Herrlich, der weniger unter Siegzwang steht als Paderborns Übungsleiter Steffen Baumgart: „Es war ein sehr intensives Spiel von beiden Mannschaften, wir hatten Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Wir haben unsere richtig guten Chancen aber nicht genutzt. Es ist ärgerlich für uns, dass wir mit dem 0:0 nach Hause fahren, aber damit müssen wir leben. Es war mehr drin für uns, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben uns am Ende aber nicht belohnt.“

Für die Ostwestfalen, die in jedem Spiel gegen jeden Gegner alles geben und dabei stets gut aussehen, ein Ergebnis, das weder zum Sterben noch zum Leben reicht. Und für die Augsburger seit einer gefühlten Ewigkeit die zweite Partie in Folge ohne Gegentor. Ein Umstand, der zuvorderst Andreas Luthe geschuldet ist, der mit seinen großartigen Leistungen in den beiden letzten Partien diejenigen beschämt, die dafür Verantwortung tragen, dass Augsburgs historischer Superfehleinkauf 23-mal den Vorzug bekam.

Am Samstag, 30. Mai, (15.30 Uhr) ist der FCA zum Abschluss der Englischen Woche bei Hertha BSC zu Gast.

FCA: Andreas Luthe; – Tin Jedvaj; Felix Uduokhai; Philipp Max; Raphael Framberger; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; Eduard Löwen; – Florian Niederlechner;

Eingewechselt: Stephan Lichtsteiner (82.); Jeffrey Gouweleeuw (75.); Noah Sarenren Bazee (67.); Carlos Gruezo (67.); Sergio Córdova (75.); –

Ausgewechselt: Tin Jedvaj (75.); Philipp Max (82.); Daniel Baier (67.); Marco Richter (67.); Eduard Löwen (75.); –

Auswechselbank: Tomáš Koubek (TW); Reece Oxford; Georg Teigl; Marek Suchý.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenFC Bayern28204481:285364
2Borussia DortmundDortmund28176574:344057
3RB LeipzigRB Leipzig281510370:294155
4Bor. MönchengladbachM'gladbach28165753:341953
5Bayer LeverkusenLeverkusen28165753:361753
6VfL WolfsburgWolfsburg28119840:34642
71899 HoffenheimHoffenheim281161139:48-939
8SC FreiburgSC Freiburg281081038:40-238
9FC Schalke 04Schalke 0428910934:45-1137
10Hertha BSCHertha BSC28981141:50-935
111. FC Köln1.FC Köln281041444:52-834
12FC AugsburgAugsburg28871340:54-1431
131. FC Union BerlinUnion Berlin28941533:48-1531
14Eintracht FrankfurtFrankfurt27851444:52-829
151. FSV Mainz 05Mainz 0528841637:61-2428
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf28691331:53-2227
17Werder BremenSV Werder27571529:59-3022
18SC Paderborn 07Paderborn28471731:55-2419


Corona-Krise: SPD/DIE LINKE-die soziale Fraktion fordert Freizeitangebote in der ganzen Stadt

Die soziale Fraktion will für die Augsburger, die heuer nicht in den Urlaub fahren, den Sommer in der Stadt “wunderbar” machen, indem Schausteller mit Buden, Fahrgeschäften und Aktionen sich im gesamten Stadtgebiet präsentieren können. Zudem soll es insbesondere auch kostenlose Angebote für Familien, Senior*innen und Jugendliche geben.

Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Freund: „Der Augsburger Plärrer, die Dult und andere Volksfeste konnten bzw. können ggf. wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Das trifft nicht nur die Schausteller*innen hart, sondern auch der Augsburger Bevölkerung geht dadurch ein Stück Lebensfreude verloren. Dieses Jahr werden auch viele Augsburgerinnen und Augsburger ihren Urlaub in ihrer Stadt verbringen. Deshalb muss die Stadt Möglichkeiten schaffen, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Sicherheits-und Hygiene- und Abstandregelungen, dass es für die Augsburger Bevölkerung ein wunderbarer Sommer in ihrer Stadt wird.“

„Wir wünschen uns eine Vielfalt an Angeboten, damit alle Menschen in der Stadt angesprochen werden. Dabei soll insbesondere auch an Familien, Senior*innen und Jugendliche gedacht werden – und an Menschen mit geringem Einkommen. Außerdem ist mir wichtig, dass die geforderten Angebote in ganz Augsburg stattfinden und der öffentliche Raum dafür über alle Stadtviertel hinweg fair verteilt wird“, so Dirk Wurm.