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FCA vermasselt erstes Geisterspiel

Nachdem es der neue Trainer des FCA bereits am Vorabend des 26. (Geister)-Spieltags in die ARD Tagesschau geschafft hatte und „Herrlich!“ gar zum Titelträger der neuesten Episode von Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs geworden war, waren die Erwartungen an den Auftritt des FC Augsburgs gegen den VfL Wolfsburg hoch. Umso größer war der Frust, als sich der FCA nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 (Eigentor, 54. Min.) in den Schlussminuten (90.+1) einmal mehr selbst besiegte und damit nahtlos an seine Negativserie anknüpfte – achte Niederlage in den letzten zehn Spielen!

Von Udo Legner

Wie bereits im letzten Spiel unter Martin Schmidt hütete Andreas Luthe das Augsburger Tor. Für Iago stand Ruben Vargas in der Startelf und auch in der Defensive gab es einen Wechsel: Marek Suchy lief für Abwehrchef Gouweleeuw auf, der wegen Trainingsrückstand fehlte.

 „Der Fußball wird leben – Euer Business ist krank!“ stand auf einem Banner im gespenstisch-leeren Augsburger Fanblock. Doch von solcher Zukunftsmusik und  Genesungszeichen war auf dem Spielfeld erst einmal wenig zu sehen.

Lascher Auftritt der Augsburger

Hüben wie drüben dümpelte das Spiel in der Anfangsphase dahin. Attraktive Spielzüge blieben Mangelware und von Torraum-Szenen konnte erst gar nicht die Rede sein. Der FCA kam mit den ungewohnten Bedingungen schlechter zurecht als die Wölfe, die engagierter und spielerisch reifer wirkten. Von der neuen Handschrift Heiko Herrlichs, der nach seinem Fauxpas das Spielgeschehen von der Tribüne verfolgen und das Coaching seinem Assistenten Tobias Zellner überlassen musste, war selbst für ausgewiesene Graphologen nichts zu sehen.

Erst nach einer Viertelstunde kam der FCA zu seiner ersten Chance, doch Wolfsburgs Keeper Koen Casteels hatte mit dem Vargas-Schuss aus 13 Metern keine Mühe. Auf der Gegenseite gelang den Wölfen mit ihrer ersten klaren Chance gleich der Führungstreffer. Unbedrängt von Suchy wuchtete Wolfsburgs Goalgetter Steffen eine gut gezirkelte Otavio-Flanke aus 14 Metern mit dem Kopf  spektakulär ins Tornetz (43. Min.). 

Fazit zur Halbzeit

Verdiente Pausenführung für die dominanten Wolfsburger, gegen die in der Offensive erschreckend harmlosen Augsburger, die gegenüber den Wölfen nicht nur beim Führungstreffer allzu oft auf Corona-Distanz gingen.

Ausgleich nach Augsburger Aufbäumen

Nach dem Wiederanpfiff präsentierte sich der FCA mutiger und aggressiver. Marco Richter setzte mit einem strammen Schuss (49. Min.) ein erstes Ausrufezeichen und nur wenige Minuten später wurde der FCA für seine Leistungssteigerung belohnt. Eine Freistoßflanke von Max köpfte VfL-Verteidiger Brooks auf das eigene Tor und der indisponierte Casteels ließ den Ball durch die Hände flutschen. Von der Querlatte senkte sich der Ball zum Ausgleich über die Torlinie (54. Min). Kurz danach sah es sogar danach aus, als würde es mit der neuen Augsburger Herrlichkeit weiter gehen. Erneut war Max der Vorbereiter – seine Hereingabe köpfte der eben eingewechselte Udoukhai zur vermeintlichen Führung ins Wolfsburger Tor. Doch nach Bemühen des Videoassistenten erkannte der Unparteiische Brych den Treffer wegen einer Abseitsstellung des auch ansonsten unglücklich agierenden Niederlechner zu Recht nicht an.

Ginczek besiegelt Augsburger Niederlage

Wenige Minuten später war das Glück zurück, als Mehmedis Volleyschuss an den Pfosten von Luthes Gehäuse krachte. Doch der FCA  konnte das Unentschieden nicht über die Zeit retten. In der Nachspielzeit gelang den Wolfsburgern nach einem sehenswerten Spielzug über die rechte Außenbahn noch der Siegtreffer. Mbadus Hereingabe in den Strafraum wurde von Joker Ginczek, der von Framberger nicht konsequent gestört wurde,  zum 2:1 Endstand für die Wölfe verwertet.

Durch die Niederlage im ersten Geisterspiel „unter“ Heiko Herrlich schrumpfte der Abstand auf den Relegationsplatz auf beängstigende vier Punkte.  Am kommenden Sonntag (Anstoß 13.30 Uhr) geht es für den FCA zum zweiten Geisterspiel nach Gelsenkirchen, wo die Trauben nach der 0:4  Klatsche der Knappen beim Erzrivalen Dortmund  nicht niedriger hängen dürften.

Startaufstellung: Andreas Luthe; – Marek Suchý; Raphael Framberger; Philipp Max; Tin Jedvaj; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; Eduard Löwen; – Florian Niederlechner; 

Eingewechselt: Felix Uduokhai (65. für Marek Suchy); Amaral Borduchi Iago (79. für Ruben Vargas); Sergio Córdova (87. für Marco Richter); Noah Sarenren Bazee (87. für Eduard Löwen),